kommunisten für sarrazin verlangen körting-rücktritt

Geschrieben am Dezember 30, 2009 von

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dass er am rande noch leise kritik am klerikalfaschistischen bullenstaat türkei übt, mag ein lucidum intervallum darstellen, ansonsten aber hat berlins innensenator ehrhart körting mit seinen unerträglichen äußerungen der letzten tage einmal mehr bewiesen, dass er in seiner funktion absolut fehl am platze ist.

körting

die kommunisten für sarrazin als schwert und schild des autorinnenkollektivs dr. hilde benjamin sind der festen überzeugung, dass die welthauptstadt des säkularen humanismus keinen tag länger einen innensenator ertragen kann, der faschistische beschimpfungen und aberwitzige vergleiche gegen berechtigten zivilgesellschaftlichen protest kritischer bürgerinnen vom stapel lässt und – als wäre das nicht bereits skandalös genug – zusätzlich auch noch bekrittelt, dass sich die moderne gesellschaft nach jahrhunderten der gefangenheit in aberglauben und falschem bewusstsein endlich des demagogischen und unterdrückerischen charakters vom menschen erfundener märchen bewusst geworden ist, die nur für schwache und psychotische persönlichkeiten gemacht wurden und den herrschenden dazu dienen, die massen an der hinterfragung der herrschaftsstrukturen innerhalb des spätkapitalistischen produktionsprozesses zu hindern. keine toleranz der intoleranz! das kann auch nur bedeuten, dass ein fortschrittlicher staat es nicht als bereicherung sehen oder als gleichberechtigte option zur lebensgestaltung hinnehmen darf, dass nicht klassenbewusste arbeiter und kleinbürger religion als teil ihres lebens sehen, sondern dass er alles zu unternehmen hat, um diesen zustand zu ändern!

die folgen für eine gesellschaft, die religion toleriert, liegen auf der hand und sind seit dem konterrevolutionären akt der begründung des privateigentums evident: ehrenmorde, faschismus, patriarchat, inquisition, krieg, sexuelle repression, prüderie, aberglaube, waschzwang und – was vielleicht sogar noch am schlimmsten ist – countrymusik!

jeder, der jetzt noch davon redet, dass man religiösen lebensentwürfen und damit finsterster patriarchalischer barbarei respekt und toleranz entgegenbringen müsse, macht sich mitschuldig, wenn wieder einmal ein so genannter “ehrenmord” geschieht wie kürzlich in kleve.

hätte sich heimische politik von beginn an konsequent an den lösungsvorschlägen der kommunisten für sarrazin und des autorinnenkollektivs dr. hilde benjamin ausgerichtet, wäre es nie so weit gekommen: zum einen hätte es 10 jahre oder lebenslange haft nicht erst für den mord gegeben, sondern würde jeder für diesen zeitraum ins umerziehungslager verfrachtet, der es wagen sollte, das menschenrecht auf selbstbestimmte reproduktion und damit auf straffreie abtreibung mindestens bis zum vollendeten 2. lebensjahr nach der geburt überhaupt öffentlich in frage zu stellen. der vorschlag unserer österreichischen genossinnen geht bereits in die richtige richtung.

darüber hinaus würden wir jedes mädchen, das mit 14 jahren noch jungfrau sein sollte, aus den schädlichen einflüssen ihres offenbar mittelalterlichen moralvorstellungen verhafteten, reaktionären und repressiven elternhauses lösen und dessen adoption durch fortschrittliche genossinnen oder verbringung in ein staatliches erziehungsheim veranlassen.

die zeit der schonfrist für zugewanderte muss einfach vorbei sein. konnte man über eine gewisse zeit noch die menschenfeindlichen lebensumstände in unserer kapitalistischen ausbeutergesellschaft als entschuldigung für das verharren in archaischen vorstellungen gelten lassen, ist es damit längst vorbei. dass integration in form von assimilation möglich ist, zeigt nicht zuletzt filiz kotz koc: sie beweist, dass auch frauen mit migrationshintergrund im patriarchat als “männersport” bezeichneten freizeitbeschäftigungen nachgehen, sich ausziehen und sich auch sonst an die erfordernisse eines gedeihlichen zusammenlebens innerhalb einer fortschrittlichen gesellschaft halten können. da gibt es einfach keine rechtfertigung mehr für weitere kopftuchmädchen!

dass sich die muslime nicht einmal in ihren eigenen ländern an die europäischen werte anpassen können, zeigt nicht zuletzt auch der skandal um den auftritt der fortschrittlichen kulturschaffenden rihanna in den vereinigten arabischen emiraten.

es ist bezeichnend, dass darob kein aufschrei der empörung seitens der herrschenden klasse in unseren breiten durch die welt geht. denn das aufbegehren gegen den regressiven bürgerlichen bekleidungszwang weist nicht nur auf armut in der dritten welt und unter heimischen studierenden hin, die sich nicht einmal mehr etwas anständiges anzuziehen leisten können (abgesehen von sonstigen unterdrückerischen maßnahmen gegen die kritische intelligenz). es steckt noch mehr dahinter.

die praxis fortschrittlicher, aus den usa stammender kulturschaffender wie rihanna, katy perry, lily allen, madonna oder so vielen anderen ist nicht nur ein ausdruck reifen umgangs mit der eigenen körperlichkeit und der solidarität mit denen, die sich keine bekleidung leisten können, sondern stellt auch einen wertvollen beitrag zur steigerung der effizienz des sozialisierten gesundheitswesens (“obamacare”) dar.

schließlich können die gynäkologen, urologen und magen-darm-fachärzte der genannten künstlerinnen ihren job in praktisch in alle teile der welt vom internet aus erledigen, was die wartezeiten in den arztpraxen vor ort verringert. immerhin brauchen sie sich nur ein video eines der öffentlichen auftritte ihrer jeweiligen patientin anzusehen und können – da diese ihre körper überhaupt nicht mehr zu verhüllen pflegen – die jeweils zu analysierenden körperteile gleich bei dieser gelegenheit in nahaufnahme einsehen. so brauchen sie zu kontrolluntersuchungen gar nicht mehr persönlich zu erscheinen.

auch die derzeit diskutierten nacktscanner würden kein problem mehr darstellen, wenn sich alle bürger künftig einfach ein beispiel an ihren kulturschaffenden eliten nehmen würden. wie zu beweisen war, hat der widerstand dagegen natürlich wieder einmal “religiöse gründe” und beweist einmal mehr, dass die gesellschaft vor allem ein problem hat – nämlich das der prüderie.

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