Auch die olympischen winterspiele dürfen einer kritischen betrachtung ihrer politischen folgen und grundlagen nicht entzogen werden. Grundsätzlich sind die modernen olympischen spiele sehr gut, wenn sie nicht in einem geist des konkurrenzkampfes, sondern im geist der dialektischen vervollkommnung des menschen geführt werden.
Im griechenland der antike war dies nicht so. Dort wurden brutale faustkämpfe ausgetragen, die oft nur der sieger überlebte, manchmal sogar nicht einmal er. Der verlierer wurde verachtet. Dieses verhalten ist unsozial. Ist in einem sozialen staat nicht dem schwächeren durch die steuerzahlungen des stärkeren zu helfen? Sollte nicht lieber der sieger dem verlierer abgeben? Natürlich waren die staaten der antike nicht sozial, sondern duch klassengegensätze gespalten. Die spiele (“brot und spiele”) sollten diese gegensätze bewahren und waren in das machterhaltungssystem der damaligen religion eingebunden. Das ist auch heute nicht anders.

spektakulärer sturz: betäubt den willen zum politischen umsturz. Also bitte nicht angucken!
Der/die in seinen/ihren niederen instinkten gefangene lumpenproletarierIn sitzt vor der glotze und erfreut sich, wenn ein abfahrsläufer spektakulär zum sturz kommt. Diese voyeuristische schadenfreude ist eine typische kompensationshandlung des unterdrückten menschen. Im zusammenhang mit sexuellen missbrauch durch priester haben wir es angesprochen. In diesem fall kompensiert und überdeckt es seinen/ihren eigenen wunsch, die ihn ausbeutenden machteliten zum spektakulären sturz zu bringen, wirkt also genauso einschläfernd wie religion.
Deswegen müssen in den augen der herrschenden die spiele so brutal sein wie damals in griechenland. Das brutale, den sportler schädigende doping, ist nur ein aspekt davon, der heuchlerisch von den sportfunktionären bekämpft wird. Sie wissen, dass die ursache des dopings der brutale konkurrenzdruck ist. Aber anstatt die hand an diesen teil des unterbaus des kapitalismus zu legen und die revolution voranzubringen, werden allerhand fragwürdige methoden zur dopingbekämpfung genutzt.

Die rote vollemanzipation widerspricht zwangsläufig dem sexistischen schönheitsideal der bourgeoisie
Spektakulärste opfer dieser methoden waren die sportlerinnen der ddr und anderer sozialistischer länder. Ihnen wurde doping in bewußter fehlinterpretation der physischen und psychischen verbesserungen vorgeworfen, die der sozialismus im menschen hervorruft. Schon friedrich engels hat darauf hingewiesen, “daß in einer gegebnen Gesellschaft der Grad der weiblichen Emanzipation das natürliche Maß der allgemeinen Emanzipation ist.” In den sozialistischen gesellschaften war die emanzipation von den überkommenen herrschaftsmitteln und -methoden weit fortgeschritten. Also waren auch die frauen und männer von der gesellschaftsbedingten unterscheidung nach geschlechtern emanzipiert. Dies wurde von der westlichen siegersportjustiz als doping mit testosteronen verleumdet und mit gefälschten dopingtestergebnissen angeblich bewiesen. Der zweifelnden öffentlichkeit wurde der “untypische körperbau für eine frau” suggeriert. Dabei ist bekannt, daß insbesondere durch schnee die emanzipation von sexistischen formvorstellungen weiblicher körper beschleunigt werden kann.
In wahrheit lag und liegt die reaktionär dominierte sportwelt nur weit hinter den gesellschaftlichen fortschritten der sozialistischen staaten. Sie konnte den widerspruch, auf den sie durch die präsenz sozialistischer menschen gestoßen ist, nicht im dialektischen sinne deuten und antwortete mit der ihr typischen repressiven form. Daran hat sich bis heute leider nichts geändert. Der einschläfernde charakter des quasireligiösen sportereignisses und miktionale diskriminierung halten bis heute an. Von einem geist der dialektischen vervollkommnung des menschen ist nichts zu sehen! Deswegen der aufruf:
Boykottiert die olympischen winterspiele!
Zeigt eure ablehnung der olympischen winterspiele durch ostentatives schneeräumen!











harrytisch2009
Februar 14, 2010
die olympischen spiele sollten differenziert gesehen werden. stabhochspringen ist zb eine erzreaktionäre, regressistische disziplin, wo nur derjenige wertschätzung und beachtung findet, der über 6 meter springt, obwohl es die masse nur über 1 meter schaffen würde. das erinnert an die menschenfeindliche christliche sexualmoral.
allerdings sollte man jene disziplinen bei den frauen bewusst und gezielt unterstützen, die lange zeit von der herrschenden klasse frauen “aus grundsätzlichen und ästhetischen gründen” vorenthalten wurden, wie fußball, ringen, gewichtheben, boxen usw. – das ist emanzipatorisch korrekt.
und männerringkämpfe aus solidarität zum gay-movement…
Lupe, der Satire-Blog
Februar 15, 2010
solange tausende von obdachlosen mit tricks und kniffen eingesperrt werden, damit vancouer “sauber” wirkt, solange sind diese olympischen spiele verwerflich.
harrytisch2009
Februar 15, 2010
das ist zum beispiel auch ein problem, vor dem die olympischen spiele in moskau 1980 nicht standen. das wort “obdachlosigkeit” gehörte vor der perestrojka in den sozialistischen staaten nämlich gar nicht zum sprachgebrauch, weil niemand wusste, was das ist. hingegen wusste jeder, was gleichberechtigung und emanzipation bedeutet. und die ddr hatte die obdachlosigkeit auch erst mit dem erzwungenen einigungsvertrag übernommen!
Lupe, der Satire-Blog
Februar 15, 2010
es lebe die ddr und der kommunismus!
oder hast du es gar nicht so gemeint?
jahresendfluegelpuppe
Februar 15, 2010
aber hallo… für uns mussten sie immer eine beschäftigungstherapie finden, wenn altstoffsammlungen der pionierorganisation waren. wir durften einstweilen huldigungsgedichte an die partei auswendig lernen, sonst wäre bei unserem eifer für die anderen nichts mehr zum sammeln übrig geblieben.
netzwerkrecherche
Februar 16, 2010
Die Darstellung von Betätigungsformen und Spitzensportleistungen, welche für die Masse der Arbeiter und Bauern immer unerreichbar bleiben werden, schon weil sie keinen Zugang zu Bobrodelbahnen und Dopingmitteln haben, ist ein erzreaktionäres, darwinistisch-faschistisches Element und gehört unweigerlich abgeschafft!
politbuerokrat
Februar 16, 2010
Richtig. Die entscheidung des ioc, den golfsport, für den dieses erst recht gilt, ab 2016 olympisch werden zu lassen, spricht bände. Unsere letzte hoffnung war deswegen tiger woods. Die brutale, konservative sexualunterdrückung, die man an ihm nachweislich vorgenommen hat, haben unsere hoffnungen jedoch zerschlagen. Das sollte man mit dem ioc mal machen! Zerschlagen!
Unrichtig ist allerdings, dass bauern (jedenfalls in den fleischproduktionsbrigaden unserer landwirtschaftlichen produktionsgenossenschaften) keinen zugang zu dopingmitteln hätten. Was bei mastbullen die normerfüllung ermöglicht, ermöglicht auch die emanzipation sozialistischer sportlerInnen.