Die Wissenschaft von der Wissenschaft · Teil 2

Posted on Mai 22, 2010 von

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Im Teil 1 dieses Artikels wurden die allgemeinen Grundlagen des Lyssenkoismus erklärt. Heute nun soll es konkret werden. Dem Kollektiv ist es gelungen, einen Lehrfilm aufzutreiben, anhand dessen die Genossen in den zuständigen staatlichen Organen lernen können, wie Lyssenkoismus nicht nur betrieben, sondern auch durchgesetzt wird. Denn einer der Grundsätze, die wir von Genossen Lyssenko lernen können, heißt ja:

Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben, man braucht auch die Macht, um sich damit durchzusetzen.

Genossen, Ihr glaubt gar nicht, wie schwer es heutzutage ist, an geeignetes Unterrichtsmaterial heranzukommen! Früher haben die Kulturschaffenden im Ministerium für Staatssicherheit solche Lehrfilme zur »Verdeutlichung bestimmter Etappen der Vorgangsbearbeitung« en masse hergestellt, die zuständige Abteilung hat aber infolge von zionistischer Sabotage schon seit 1989 kein neues Material mehr bereitstellen können.
Um diesem Mangel abzuhelfen, hat die Firma Dreilindenfilm dankenswerterweise einen Film zur Verfügung gestellt, der am Beispiel des Umganges mit Vertretern der reaktionären Intelligent-Design-Ideologie aufzeigt, wie die zuständigen Organe mit unbotmäßigen Wissenschaftlern zu verfahren haben, um deren Wirksamkeit durch geeignete Operative Vorgänge im Keim zu ersticken. Was, liebe Genossen, steckt hinter dieser verwerflichen Ideologie?
Intelligent-Design-Vertreter haben einerseits nicht den Arsch in der Hose, sich direkt zum Aberglauben des Kreationismus zu bekennen. Andererseits äußern sie sich despektierlich über den Heiligen Genossen Darwin. Sie verbreiten die Behauptung, daß solch hochkomplexe Strukturen, wie wir sie in der Natur überall finden, nie und nimmer durch zufällige Selektion entstanden sein könnten und behaupten, daß die komplizierten Informationen, die nötig sind, solche Strukturen hervorzubringen, irgendwo herkommen müßten, ja gar Intelligenz erfordern würden. Das gefährliche daran ist aber, daß sie diese Ideologie nicht religiös begründen, sondern rein wissenschaftlich! Wir haben es bei diesen Abweichlern also mit einem Musterbeispiel dafür zu tun, wohin es führt, wenn ideologisch ungefestigte Wissenschaftler einfach so drauflosforschen, ohne die klaren Zielvorgaben der Partei zugrundezulegen.
Natürlich kann man es nicht als Wissenschaft bezeichnen, wenn irgendjemand behauptet, daß diesem Irrenhaus, das die kapitalistische Welt nun einmal ist, irgendwelche Intelligenz innewohnen bzw. zugrundeliegen könne. Jeder weiß ja, daß intelligente Ordnungen erst mit Marx, Engels, Lenin und Stalin in die Welt gekommen sind. Der lästerliche Anspruch von Intelligent Design besteht nun darin, zu erwägen, daß es Intelligenz schon vor Marx gegeben haben könne. Es ist also völlig klar, daß diese Hydra bürgerlichen Denkens, welche die Grundlagen der »Wissenschaft von der Wissenschaft« völlig außer acht läßt, auf das schärfste bekämpft werden muß, wo auch immer sie eines ihrer Häupter erhebt.
Das Unterrichtsmaterial der Firma Dreilindenfilm stellt nun die hervorragende tschekistische Arbeit klassenbewußter Werktätiger der Intelligenz unter den erschwerten Bedingungen des US-Imperialismus heraus, die an der unsichtbaren Front jederzeit auf der Wacht stehen, um solchen Abweichlern keinen Fußbreit Boden zu überlassen.
Besonders Genossen Dawkins ist zu danken, der im Film Rede und Antwort steht. Dabei führt er auch ein schwieriges Thema weiter aus, das der Genosse nationalbolschewist in seinem weithin unterschätzten, aber richtungsweisenden Artikel vom 19. Mai schon angeschnitten hat: Den Beitrag von revolutionären Außerirdischen zur Proletarischen Revolution. Über die Entstehung des Lebens auf der Erde sagt Genosse Dawkins nämlich:

Es könnte sich folgendermaßen ergeben haben. Es könnte sein, daß sich vor langer Zeit irgendwo im Universum – wahrscheinlich mittels darwinscher Mechanismen – eine sehr sehr hochstehende Zivilisation entwickelte und eine Lebensform schuf, die sie vielleicht auf diesem Planeten verbreitete. Das ist jetzt eine Möglichkeit, eine faszinierende Möglichkeit. Und ich meine, daß es möglich wäre, dafür einen Beweis zu finden.

Natürlich hat auch die Reaktion diesen Film schon entdeckt und äußert sich abfällig über die tschekistischen Methoden der Genossen Wissenschaftler. Das beweist aber nur den hohen Wert dieses Unterrichtsmaterials.

Wer den Film jetzt bestellt, bekommt als Bonus auch noch ein Lehrheft, in dem man lesen kann, wie die Theorie der darwinistischen Wissenschaft in der revolutionären Praxis des zwanzigsten Jahrhunderts zur Bevölkerungsoptimierung umgesetzt wurde.

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