Wir sind die intellektuelle literarische avantgarde!

Geschrieben am August 23, 2010 von

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Den zirkel schreibender arbeiter ehren ganz nobele literaten, denn er zeigt den kapitalistischen unterhaltungsschreibern, wo der hammer hängt!

Kürzlich erst haben wir angekündigt, unsere für unsere agitproparbeit stärker auf das mittel der literatur zurückzugreifen, weil (gute) literatur immer auch politisch ist, und schon bekommen wir dafür die bestätigung von einem echten nobelpreisträger, nämlich günther grass.  Zunächst kritisiert er, wie unpolitisch junge autoren sind. Die kommentatorInnen von SPON sind sich deswegen einig: Es ist die profitgier der verlage und autoren, das politischem schreiben das wasser abgräbt. Warum das so ist, schreiben sie nicht, aber wir erklären es: Die massen sind von der kapitalistischen komsumpropaganda entpolitisiert und die erziehungsliteratur, durch die intellektuelle autorInnen ein politisches bewusstsein schaffen wollen, wird oberflächlich als langweilig beurteilt. In wahrheit ist politische literatur aber extrem spannend und bieten viel abwechslung. Zum einen kann man eine handlung nach den vorgaben des sozialistischen realismus lesen, in der der positive held dafür sorgt, dass durch arbeit, solidarität oder agitation und propaganda missstände behoben werden. Da ist viel abwechslung möglich. Entweder wird ein traktor in einer kolchose repariert, ein stahlwerk gebaut, hochschulprüfungen dank der bewusstseinsschulung bestanden oder ein flugzeug instandgesetzt. So ist das palle leben im sozialismus! Und hinterher ist alles gut!

Revolutionär aussehen

Oder man hat eine handlung mit gesellschaftskritischem hintergrund. Auch da ist viel abwechslung möglich. Es kann eine frau sein, die an der einengung durch die patriarchalische familienstruktur leidet, ein schriftsteller, der an seiner schreibblockade durch das kreativitätshemmende bürgerliche umfeld leidet, ein tagelöhner, der an der neoliberalen ausbeutung leidet, oder ein soldat, der in einem von imperialisten angezettelten krieg leidet. Diese dinge muss auch nicht nur ein individuum erleiden, es kann auch eine hoffnungsvolle liebe oder eine gruppe von menschen sein, die durch die gesellschaftlichen misstände zerstört werden. Es gibt also genug abwechslung. Wichtig ist, dass humor besonders bei solchen geschichten tunlichst vermieden wird, denn literatur soll aufrütteln und politisch aktivieren und nicht unterhaltend von den gesellschaftlichen realitäten ablenken. Die mundwinkel müssen nach unten zeigen!

An günther grass ist allerdings auch einiges zu kritisieren, etwa seine unkritische haltung zum afghanistaneinsatz und zu hartz-iv. Auch die brüder grimm interpretiert er unzureichend. Richtig ist, den gebrauch von wörtern mit langen vokalen als “oralverkehr mit vokalen” zu verstehen. Diese ausdrucksform sexueller befreiung muss wissenschaftlich entsprechend der marxistischen sexualpsychologie als zeichen für höheres intellektuelles und klassenbewusstes schreiben verstanden werden. Aber den protest der göttinger sieben nur als protest gegen die staatsmacht und nicht –wie es revolutionär wäre– gegen die reaktionär-kapitalistisch-undemokratische ausübung der staatsmacht zu verstehen, ist ein zeichen mangelnden historisch-kritischen denkens. Wo bleibt da der klassenkampf? Vermutlich ist sich grass gar nicht bewusst, wie politisch und revolutionär die grimm’schen märchen sind. Denn da nach marx die gesamte geschichte eine geschichte von klassenkämpfen ist, kann es keine geschichte ohne klassenkampf geben, egal ob die geschichte in einem roman oder einem märchen erzählt wird. Das werden wir ab dieser woche an einigen grimm’schen märchen zeigen. Wir können herrn grass nur wünschen, dass er daraus lernt und sein neues autobiografisches buch über den einfluss der grimms auf ihn schnellstmöglich umschreibt! Auch notorische SPD-mitglieder können nicht einfach behaupten, was sie wollen, wollen sie nicht rausgeschmissen werden wie wolfgang clement!

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