Grüne Jugend: “Bobby Cars verbieten!”

Geschrieben am Oktober 24, 2010 von

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Während die Partei der Arbeiterklasse bedauerlicherweise im sozialistischen Wettbewerb zwischen den Kräften der Avantgarde des Weltproletariats und dem demokratischen Block etwas an Elan verloren hat, hat die Partei der kritischen Intelligenz ihre führende Rolle beim Aufbau des Sozialismus in unserem Lande entscheidend ausbauen können.

Getreu der bewährten Erkenntnis “Jugend will durch Jugend geführt werden” hat sich die revolutionäre Pionierorganisation der neuen Speerspitze des Marxismus-Leninismus kürzlich in Gelsenkirchen versammelt, um gemeinsam mit der ehrwürdigen Genossin Staatsratsvorsitzenden in spe, Claudia Roth, den Rahmen für die zukünftige Bewusstseinsarbeit im sterbenden Spätkapitalismus abzustecken.

Am Rande des Kongresses konnte Bluthilde in zahllosen Gesprächen mit führenden anwesenden Genoss_innen der Grünen Jugend auch einen Eindruck davon gewinnen, was das Erfolgsgeheimnis dieses parteipolitischen Tarnkappenbombers der Weltrevolution ausmacht.

Und in diesem Zusammenhang muss einfach auch an die Adresse der Partei der Arbeiterklasse die klare Aussage getragen werden, dass die Partei der kritischen Intelligenz, statt bloß aus der Passivität heraus eine Kultur der Mutlosigkeit zu kultivieren, klar das Heft des Handelns in die Hand nimmt und sich vorbehaltlos zu einer Renaissance der Verbotskultur in Deutschland bekennt.

Es reicht eben nicht aus, die Gefährlichkeit und Ungerechtigkeit von Atomkraft, Bankerboni, Countrymusik, Zionismus, christlichem Fundamentalismus, Rechtsextremismus, Unternehmensprofiten, Fast Food, Stuttgart 21, Google Street View, Sarrazin-Büchern, Individualverkehr, Flugreisen, Autos, Zigaretten, Waffen, Genderdiskriminierung, Fleisch, US-Kriegstreiberei, Mofas, Vertriebenenverbänden, Computerspielen, Glühbirnen oder der menschengemachten Erderwärmung zu beklagen und zu bejammern, sondern man muss auch klar und deutlich sagen, dass man an die Macht will, um als Sachwalter eines sozialistischen Staates, der sich zur Aufgabe gesetzt hat, die Lebenszusammenhänge der Menschen im Lande aktiv zu gestalten, all diese Dinge kompromisslos und entschlossen zu verbieten.

Und gerade weil die Partei der kritischen Intelligenz diesen Mut aufbringt, hat sie es geschafft, die antikapitalistische Sehnsucht des deutschen Volkes so weit zu mobilisieren, dass sie bald zur stimmenstärksten und am Ende vielleicht sogar zur einzigen politischen Partei im Lande anwachsen könnte.

Bobby Car nach Art des faschistischen Ami-Schinkens "Cars", in dem Kinder auf subtile Weise mit Countrymusik und Propaganda für das regressive Kleinstadtleben in der amerikanischen Provinz beeinflusst werden

Dass sozialistische Bewusstseinsbildung a) als Querschnittsmaterie viele Lebensbereiche auf einmal umfasst und entsprechenden Weitblick voraussetzt und b) nie früh genug beginnen kann, zeigt exemplarisch eine Forderung, die zwar leider in der umfangreichen Berichterstattung der Mainstreammedien etwas untergegangen ist, aber aus unserer Sicht besonders illustrativ ist, wenn es darum geht, zu zeigen, wie vernetzt die fortschrittlichsten Elemente der kritischen Intelligenz zu denken imstande sind.

Was nämlich auch nach dem Willen des Grünen-Nachwuchses auf die Verbotsliste kommen muss, ist das so genannte “Bobby-Car”, auf den ersten Blick ein unscheinbares Spielzeug für Kleinkinder, in Wahrheit aber ein niederträchtiges Instrument der herrschenden Klasse und des militärisch-industriellen Komplexes der Yankees, um schon die Kleinsten gegen das Wohl des Planeten und die Partei, die die Menschheit verteidigt, aufzuhetzen.

Es ist nicht nur die Tatsache, dass die Herstellung des billigen PVC, aus dem die Teile gefertigt werden, schwerste Schäden für das Klima nach sich zieht, die Bobby-Cars so unerträglich macht.

Es ist nicht zuletzt auch, dass Eltern, die ihren Kindern Bobby-Cars kaufen, damit billigend in Kauf nehmen, dass diese schon früh klimaschädliches und nicht gendergerechtes, geschlechterdiskriminierendes Verhalten und patriarchalische Stereotype einüben.

Schätzungen haben ergeben, dass das typische Bobby-Car-Kind 2 Jahre alt und männlich ist, keine rosa Klamotten trägt, später Mofa-Roller fährt und sich tendenziell für Sportwagen und Autorennen interessiert.

Nicht nur, dass Autorennen, wie der Anteil von Nascar-Begeisterten an der Wiederwahl des Affen Bush 2004 zeigte, generell eine regressive Einstellung in Gesellschaftsfragen fördern, nein, es werden keinerlei flankierende Maßnahmen getroffen, um Mädchen für diese Sportart zu begeistern, was nahelegt, dass das Interesse von Jungen an Autorennen den Zweck verfolgt, Frauen auszugrenzen.

Auch die Unsitten, Bobby Cars zu tunen oder sogar zum Sportgerät auszubauen, unterstreichen die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs. Die Nachwuchs-Grünen fordern deshalb auch zu Recht, bereits im Umlauf befindliche Spielgeräte zu konfiszieren.

Es lebe der Bundeskongress der Grünen Jugend!

Dass die Pionierorganisation der Partei der kritischen Intelligenz diesen so schnell erkannt hat und dem Genossen Özdemir in seiner Einschätzung folgt, der Staat müsse überall dort aktiv entgegensteuern, wo die Erziehung innerhalb der Familie unerwünschte und sozial ungerechte Inhalte transportiert, schafft Zuversicht dahingehend, dass auch die Massen am Ende erkennen, dass sie der Führung durch die revolutionären Intellektuellen bedürfen.

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