Wetterchaos zeigt versagen des kapitalismus

Geschrieben am Dezember 27, 2010 von

21


Schlimm: Kaputte bonzenautos zu verbrennen macht keinen spaß. Außerdem hat der den baum beschädigt.

Das wetter der letzten tage in weiten teilen mitteleuropas hat mal wieder eine schwäche des kapitalismus aufgezeigt. Auf den schnee- und eisglatten strassen stellten sich die lkw quer, die ihre tonnenschwere fracht an waren und gerümpel, mit denen das verschwendungssystem der entfesselten märkte gefüttert werden muss, nur auf unzureichenden reifen transportieren mussten, weil die spediteure wetter- und betriebssichere reifen unter dem spardiktat der “geiz-ist-geil”-wirtschaft sich nicht geleistet haben. All das geschieht natürlich auf den rücken der fahrer_innen und der anderen verkehrsteilnehmer_innen, wenn sie frieren, hungrig werden oder gar sterben, weil dieses schlecht ausgerüstete kapital der spediteure einen stau verursacht oder in einem unfall jemanden tötet. Ähnlich ist es mit der eisenbahn. Gefrorene weichen, vereiste oberleitungen und eisempfindliche hochgeschwindigkeitszüge nötigen die arbeitenden massen, sich wartend, frierend und ratlos auf die bahnsteige zu ergiessen, während die renditemaximierung der deutschen bahn sie um ihren wohlverdienten jahresendurlaub prellt. Mit dem flugverkehr ist es ganz ähnlich. Auch in mitteleuropa könnte man sibirische wetterverhältnisse ohne grössere störungen im verkehr bewältigen, wenn denn der politische wille da wäre. Die sowjetunion hat es vorgemacht! Man kann sich in notsituationen nicht auf die hilfe profitgieriger eliten verlassen sondern ausschliesslich auf gemeinwohlorientierte mitarbeit unter der leitung einer demokratischen volksregierung.

Folglich sehen der spiegel und red globe (news for your class, not for your country) problem und lösung ähnlich: Wo das volk nicht herrscht sondern schlüsselaufgaben privatisiert sind, da herrscht kalter winter. Nicht auszudenken, wie schlimm die verkehrsverhältnisse erst werden, wenn die bahn wirklich privatisiert ist! Womöglich würden dann dampfloks benutzt, die nicht mit kohle oder öl sondern den kleidern der passagiere geheizt werden, so dass alle reisenden nur noch nackt ankommen! Momentan muss noch ohne rücksicht auf verluste eine halbe milliarde euronen jährliche “dividende” gezahlt werden. Private aktionäre werden aber ihr eigenkapital abhängig vom gewinn verzinst sehen, so dass noch mehr anreiz besteht, auf verkehrs- und betriebssicherheit zugunsten des profits zu sparen. Es würde so enden wie bei den bereits existierenden privatbahnen. Die haben zwar keinen so schlechten winterbetriebsablauf wie die DB, aber das ist kein widerspruch zu unserer kritischen ökonomischen analüse, weil sie ausnahmen sind.

Präsident Chávez sieht nach dem linken.

Das skanalöse ist, dass die bundesregierung auf diese missstände nicht reagiert. Zwar haben wackere genossen eine bundesstreusalzreserve (letztes jahr genosse brüderle von der ldpd) oder eine schneekettenpflicht (spd und grüne; das würde auch die wirtschaft ankurbeln, wenn im frühjahr dann die kaputtgefahrenen strassen, auf denen wenig schnee lag, wieder erneuert werden müssen) vorgeschrieben, aber eine nachhaltige lösung gegen die kälteren winter wegen der klimaerwärmung ist das immer noch nicht. Wie man es richtig macht, kann man mal wieder bei unserem geliebten presidente genosse hugo chávez sehen. Weil es in venezuela geregnet hat, hat sich der präsident für 18 monate sondervollmachten geben lassen. Die nationalversammlung war damit einverstanden, schliesslich tritt im januar eine neue zusammen, in der mehr oppositionelle büttel des kapitalismus sitzen werden. Nun kann der präsident die würde der venezuelaner_innen wiederherstellen, die durch den regen fortgespült worden war. Nichts ist so unwürdig, wie sich sein haus oder seine strasse ohne hilfe eines präsidenten zu organisieren! Alle menschen wissen das außer ein paar quertreibern, die aber immer weniger werden.

Dazu gehörte bis gestern Carlos Andrés Pérez, der im lande des us-imperialistismus jetzt feige gestorben ist. Von ihm sind also keine hetze gegen die würde und den präsidenten venezuelas mehr zu erwarten. Und auch von den parteigenossen des präsidenten nicht, obwohl sie noch leben, denn eine <a href=”http://www.stern.de/news2/aktuell/gesetz-gegen-widerstand-und-uebertritt-von-abgeordneten-in-venezuela-1636763.html”>verstärkte form des fraktionszwanges</a> ist mittlerweile kodifiziert. Das alles sind vorbildliche massnahmen, die wir auch hier erhoffen. Auf winterliche kälte darf nicht mit sozialer kälte reagiert werden!

About these ads