Mögen sich auch gelehrte den kopf darüber zerbrechen, ob das huhn oder das ei zuerst war, ist eines doch klar: Vor dem futtermittelskandal um durch technische öle mit dioxin verseuchtes hühnerfutter steht der kapitalismus. Es handelt sich nicht um einen “einzelfall”. Die vergifter und bauernbetrüger haben nicht durch einen freien entschluss die kriminelle handlung gewählt, denn einen freien willen gibt es nicht. Sie sind durch den kapitalistischen profitzwang, dessen teil sie selbst sind, dazu gebracht worden. Der druck der anteilseigner, hohe renditen zu erzielen, verleitet die manager, um ihre profitabelen positionen zu behalten, alle mittel der profitmaximierung anzuwenden. Um die menschenverachtende perspektive der manager in der agrar- und ernährungsindustrie nachzuvollziehen, haben dankenswerterweise einige genossen das mcdonalds-spiel programmiert.
Man schlüpft dort in die rolle eines nahrungsmittelindustriemanagers, der immer mehr produzieren und immer mehr profite machen muss. Dafür muss er alle möglichkeiten ausschöpfen die dieses spiel bietet, nämlich umweltverschmutzung, unsozialen kündigungsterror gegen arbeitsscheue arbeiter_innen, einleitung von giftmüll in die nahrungsmittelproduktion, enteignung von indigenen stämmen, bestechung von undemokratischen politikern, gentechnik und manipulation –auch von kindern– durch werbung. Die bildung einer kritischen haltung gegenüber kapitalismus und neoliberalismus wird nicht durch das einbinden moralischer methoden betriebswirtschaftlicher effizienzsteigerung behindert. Die einzig wahre botschaft, dass profitsteigerung nur auf kosten anderer möglich ist, wirtschaft also ein nullsummenspiel ist, wird auf diese weise vorbildlich erreicht. Wir empfehlen deswegen dieses computerspiel, um einen gefestigten klassenstandpunkt angesichts der perversen kapitalistischen kulinarik zu haben. Wenn man das gespielt hat, weiss man, dass ohne den kapitalismus keine lebensmittelvergiftung denkbar ist. Basiert das wirtschaften nicht mehr auf verkauf und gewinn, dann wird keiner mehr davon profitieren, billige lebensmittel zu verkaufen. Die alleinige motivation für die produktion von lebensmitteln und anderem wird die gesellschaftliche verantwortung und die überzeugungskraft der partei sein, nicht der smith’sche egoismus! Die sichtbare hand der partei wird die “unsichtbare hand” (warum muss bei “unsichtbar” nur an die religiösen spinner mit ihrem gott denken?
)

So ist keine revolution möglich: Durch jahrelangen verzehr von schlechtem dosenfleisch ist der arbeiter links im bild zu einem kleinen deformierten wesen mutiert, dass von der gehässig grinsenden grossbürgerin rechts im bild wie ein schosshündchen gehalten wird.
Die sabotageakte an hühnereien (eine hühnerei ist ähnlich einer bäckerei oder einer fleischerei die produktionsstätte von hühnerwaren) in sozialistischen ländern offenbart aber auch, dass abseits vom wirtschaftlichen interesse die herrschende klasse auch ein gesellschaftliches interesse an giftiger oder nichtvorhandener nahrung für die werktätige oder arbeitslose klasse hat. Wer hungern muss oder nur giftge nahrung zu sich nehmen kann, der degeneriert irgendwann körperlich und geistig. Ein engagement für die selbstbefreiung in der revolution ist in dieser körperlichen verfassung unmöglich!
Deswegen haben auch gewalttäter von us-oberzögersdorf die hühner von sowjet-unterzögersdorf, der einzigen verbliebenen sowjetrepublik nach dem untergang der UdSSR, das ganz vom territorium der sogenannten bundesrepublik österreich um schlossen wird, brutal abgeschlachtet. In unserem einleitenden bild sieht man den genossen generalsekretär gomulka fassungslos vor dem innereien-cluster stehen, der das ergebnis des faschistischen massakers an fast allen hühnern sowjet-unterzögersdorfs ist. Er steht nun vor der aufgabe, das letzte verbliebene huhn sowjet-unterzögersdorfs in sicherheit zu bringen, um die nahrungs versorgung des sozialistischen frontdorfes gegen das imperialistische umland sicherzustellen. Ausserdem muss er die täter identifizieren, blossstellen und rächen, damit solche boshaften taten nie wieder geschehen. Zur eigenen revolutionären aktivierung empfehlen wir, mit diesem computersprogramm die heldentaten des genossen gomulka nachzuvollziehen.











Budzislawski
Januar 9, 2011
politbürokrat, Genossinnen und -außen,
mit großer Genugtuung sehe ich, daß endlich die uns von den Kapitalisten drohenden Gefahren schonungslos offengelegt werden. Die Ansätze in den Medien der Sympathisanten waren niemals hinreichend, die Massen über die Ausmaße der Verkommenheit der Heuschrecken, von Ackermann (nicht Anton, sondern Jupp, was sich von selbst versteht, aber nochmal gesagt werden soll) bis Zumwinkel aufzuklären, wenngleich besonders in den Tatorten der ARD die Problematik in den letzten Jahren wiederholt, wenn auch zu schüchtern behandelt worden ist.
Pharmaindustrie, genveränderte Nahrungsmittel herstellende Großagrarier, Immobilienhaie, Bankangestellte, die verunsicherten aufrechten Bürgern Renditen von 55% weismachten, Geldwäscher, Schönheitschirurgen und andere Raffke-Mediziner, alle kamen vor, sie standen hinter den Morden, die von den Kommissaren, Gerichtsmedizinern und letzten Zeugen aufgedeckt wurden. Aber so richtig trauten sich die öffentlich-rechtlichen Medien nicht, den Feind klar zu benennen.
Mit sozialistischen Grüßen!
Budzi
Иосиф Виссарионович Джугашвили
Januar 10, 2011
Mit Bedauern, Genoss_Innen, muß ich euch meinen in Stahlgewittern (posthumer Dank an Ernst, als dessen Jünger ich den Großen Vaterländischen Krieg gewann) gereiften Standpunkt mitteilen — auf die Gefahr hin, daß euch ein schlaffgebratener Broiler wichtiger ist als die wehrhafte Kruste des sozialistischen Kollektivs.
Es ist mehr als ein Verdacht, der mir eure hedonistische Verweichlichung
offenbartkundtut; es ist eine leider betrübliche Gewißheit. Sogar die ansonsten linientreue Genossin Gesinka Lötzsch hat sich auf den Irrweg begeben, einmal wöchentlich zu duschen und ihr marxistisch-leninistischesWandlitzAntlitz mit kosmetischer Konterbande aus dem zionistischen Bronstein-Imperium zu verunstalten.Die Vermutung liegt nahe, daß Gesinka in der Badewanne, revanchistischen Lustbarkeiten nicht länger abhold, reaktionäre Country-Songs nachsingt (oder zumindest nachsummt, da der Arbeiter- und Bauernstaat die Beherrschung der sowjetischen Einheitssprache naturgemäß den primitiven Dialekten der barbarisch ungebildeten Cowboys und der britischen Küsser monarchischer Fußpilze vorzog). Maiks Potsdamer Quellen besitzen
WanzenTondokumente, die Gesinkas plätschernde Versuche beweisen, Lieder nachzusingen, von westlich-dekadentem Badesalz beflügelt, die nicht nur aus Millionärsfeder (John Lennon, Paul McCartney) stammen, sondern das Ansehen der UdSSR in den Dreck ziehen, z.B. “Back in the USSR”. (Klingt, auch für mich, beim ersten Hinhören nach verständlichem Heimweh, ist aber eine heimtückische Beledigung unserer Idee und Tradition.)Und ich kann heute keinen Bronstein mehr dafür zur Rechenschaft ziehen.
Versteht ihr mein Dilemma, geliebte Brüder und Schwestern?
Zurück zu den Hühnern: Wie könnt ihr flüchtigen Fett- und Eiweißklumpen, die eure einst genügsamen, heute leider vielfach konsumistisch geblähten Bäuche nur passieren, also nicht dauerhaft im Kosmos der Weltrevolution verweilen, eine solche Bedeutung einräumen? Und das bißchen Dioxin, sobald es dank eurer wissenschaftlichen Ausscheidungen der Volkswirtschaft wieder zu Gebote steht, brauchen wir sowieso, um die Läufe unserer Kanonen und Katjuschas zu schmieren; nichts ist gleitfähiger. (“Maik! Nein! Nicht für dieses Vergnügen!” — Pardon! Ich mußte aus sozialen Gründen ein wenig abschweifen.)
Nicht Hühnerfutter bewegt und verändert die Welt zu unseren Gunsten, Genoss_Innen. Es ist das Kanonenfutter, das unser und das Überleben des Bolschewismus sichert. Merket auf! Und merket vor allem auf, daß ihr durch eure täglich sinkende Bereitschaft, euch als Kanonenfutter nützlich zu machen, mir großen Kummer bereitet. Wie könnt ihr mir das antun?
Ich, Maik und die wehrhaften Traktoristinnen Sibiriens kämpfen wenigstens gegen die Filzläuse. Könnt ihr ähnliche Verdienste auch eurerseits geltend machen?
Geht in euch, erforschet euer Gewissen!
(Ein konterrevolutionärer Gedanke sucht mich heim: Manchmal täte uns eine altmodische Beichte bei einem zaristisch-orthodoxen Popen nicht unwohl. Ehe ich Bolschewik wurde … aber lassen wir das.)