Sensibler Umgang mit Technik – ein marxistisches Gebot der Stunde

Posted on März 22, 2011 von

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Machtvolle Demonstration gegen Erdbeben (Quelle: oelindieflammen.wordpress.com)

Viele nehmen die aufgebauschten Ereignisse in Japan zum Anlaß, grundsätzliche Zweifel an der Technik anzumelden. Andere streiten darüber, ob bestimmte Techniken gefährlicher seien denn andere. Das ist, Genossinnen und Genossen, vom Standpunkte des Marxismus-Leninismus und des dialektischen Materialismus natürlich Unsinn.

Einzig auf den Klassenstandpunkt kommt es an, er bestimmt, wie Gefahr und Nutzen einer Technik gegeneinander abgewogen werden und wie jede Technik in den Händen der Arbeiterklasse und der sie führenden Partei zum Nutzen des Volkes, jedenfalls dessen, was nach Abschaffung der schmarotzenden Klassen davon noch übrig ist, angewendet werden kann, so gefährlich ist sie in den Händen profitsüchtiger Ausbeuter.

Modernste nordkoreanische Tsunami-Warnstation wird vom geliebten Führer Kim Jong Il eingeweicht

Modernste nordkoreanische Tsunami-Warnstation wird vom geliebten Führer Kim Jong Il eingeweicht

Wenn die Volksmassen das wollen, so beherrschen sie auch Erdbeben und Tsunamis, wenn sie sich erst von der Gängelung durch die dekadente Kapitalistenklasse befreit haben. Ein Tsunami z.B. kann nur im Wasser seine zerstörerische Wirkung entfalten. Ein sozialistisches Wasser-Verwaltungsregime beugt dem vor, ebenso wie unbeabsichtigten Ertränkungsunfällen.

Technik braucht Fingerspitzengefühl!

Sekundenkleber braucht Fingerspitzengefühl! (Quelle: proll.wordpress.com)

Sekundenkleber braucht Fingerspitzengefühl! (Quelle: proll.wordpress.com)

Wie schätzen daher Marxisten-Leninisten z.B. die Gefahren der Atomenergie ein? Seht Ihr, Genossinnen und Genossen, das ist bereits der erste Denkfehler, der Verhaftung an eine verfaulende, überkommene kapitalistisch-imperialistische Gesellschaftsordnung geschuldet: man darf bei Technik nie an Gefahren denken. Wer das tut, redet sie herbei, dem schwindet sein proletarischer Mut im Umgang mit derselben und so entstehen schließlich Bedienungsfehler und womöglich schlimmeres.

Wie die Geschichte der ruhmreichen Sowjetunion zeigt, war es stets proletarischer Erfindergeist, der schlimmeres verhindert und funktionierendes unmöglich gemacht hat. Technik kann nur gefährlich sein, wenn sie funktioniert. Das ist das gefährliche an der Marktwirtschaft, Genossinnen und Genossen – ohne Regulierung und Subvention keine verheerenden Unfälle, ohne Katastrophen kein Fäulnisstadium des Kapitalismus, keine Unzufriedenheit der Arbeiterklasse. Wer seinen Toyota pünktlich geliefert bekommt, dem verschwimmt der Blick dafür, wie brutal unterdrückt und ausgebeutet er ist; nur, wenn solche Güter über Zuteilung und Warteliste verteilt werden, wenn die Produktion periodisch im Gedenken an die Errungenschaften des Sozialismus, vergangene, gegenwärtige und zukünftig, inbrünstig innehält, wenn der Busverkehr zum Erliegen kommt und die Arbeiter nicht zu den opiaten Götzendiensten vorfahren können, nur dann beginnen sie zu überlegen und zu merken, wie groß ihre Entfremdung ist und der entgangene Mehrwert, der nun irgendwo ungenutzt in Depots und Werkshallen herumsteht.

Das, und nur das, wird den Arbeiter zur Raison bringen und für die Botschaften der Vorhut des Proletariats empfänglich machen. Die Dialektik

Moderne Abwasseranlage im Geburtsland des Sozialismus

Moderne Abwasseranlage im Geburtsland des Sozialismus

will es, die Revolution lebt nicht vom Atomkraftwerk allein, nein, auch eine Aufbereitungsanlage muß es sein!

Erst wenn alles strahlt ohn’ Unterlaß und der Arbeiter auch in mondloser bewölkter Nacht befeuert durch den glühenden Zerfall der letzten Reste der Ausbeuterordnung den Weg zu den Räteversammlungen auch im Dunkeln findet, kommen wir den solange vermißten, verzögerten Schritt voran, Genossinen und Genossen. Schafft ein, zwei, viele Fukushimas, und amtsenthebt den Kirchenprimas, probt die Rettung unsres Klimas, für die Befreiung Perus und Limas! Venceremos!

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