Interconti, Kabul: Antiimperialistische Ausreiseberatung

Posted on Juni 29, 2011 von

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Bei einem neuerlichen Provokationsversuch der Kreuzfahrer und Zionisten sowie deren Mietlingen, der Internationalen Schutztruppe des Amoklaufenden Fordismus (kurz: ISAF), sind in der Kabuler Dependance unserer islamischen Republik heute mindestens zehn Widerstandskämpfer kaltblütig ermordet worden.

Es handelte sich dabei keinesfalls um Vorbereitungen auf den Besuch der deutschen Kreuzfahrerin Margot Käßmann (nicht, dass jemand bei der EKD auf diesen Gedanken gekommen wäre), sondern um ein Hilfsangebot, das ausstiegswillige Multikulturalist_innen der gewaltbereiten ISAF-Szene dabei helfen sollte, sich ohne weiteren Schaden für unsere indigene Kultur in ihre Heimatländer zu begeben.

Zu diesem Zweck suchten unsere heiligen Kämpfer die Mercenäre des internationalen Finanzkapitals einzeln und in geordneter Reihenfolge in ihren Hotelzimmern auf, um beim Kofferpacken behilflich zu sein und zu zeigen, wie man CO2-neutral zum nächstgelegenen Flugphafen kommt; und dafür zu sorgen, dass sie ihre Sprechpuppe nicht vergessen.

Im Umfeld der deutschen Partei der kritischen Intelligenz sollte demnächst diskutiert werden, wie man die Ausreiseberatung der Taliban – für deren Verzweiflungstaten man das vollste Verständnis hat – in Zukunft etwas kultursensibler gestalten könnte, denn was nützt es denn, wenn nach dem Abschiedsfeuerwerk die Unterhosen voller Löcher sind; und wäre nicht auch vor dem Hintergrund des Gleichstellungsgedankens sinnvoll, dass dementsprechend trainierte und zertifizierte Talibaninnen die Kreuzfahrerinnen betreuen, nach palästinensischem Vorbild?

Wer in Afghanistan nichts verloren hat, kann dort auch nicht gewinnen. Das ist eine Weisheit, die sich nicht nur in traditionell antiimperialistischen, mit dem Kreisverband Hamburg-Altona der „Links“-Partei verbandelten “linken” Wutbürger_innen herumgesprochen hat. Nein, denn unser Freund Ruprecht Polenz (CDU) würde denselben Gedanken ganz genauso buchstabieren, nur eben rückwärts: Wer in Afghanistan noch nichts gewonnen hat, hat dort auch nichts verloren.

Beide, Polenz und die der „Links“-Partei nahestehenden „Antiimperialist_innen“, sollten anfangen, ihre Feierabende zusammen zu verbringen; in der B5 würde „Knecht Ruprecht“ (so ruft man angeblich im Kreis seiner “Parteifreunde” und/oder auf der Schnitzelpiste des Deutschen Bundestages nach ihm) mal was Anderes kennenlernen, als immer nur Qualitäts-Gastronomie.

Währenddessen versucht ein Trupp guter Menschen, die zionistische Blockade zu brechen, um politisches Asyl in Hamastan zu beantragen. Ein ähnlich gelagerter Versuch aus dem letzten Jahr, den Antrag auf Asyl zusammen mit dem Antrag auf Mitgliedschaft in der Hamas bei Ismail Hanyeh persönlich abzugeben, scheiterte aus den bekannten Gründen; von der inoffiziellen Hasbara-Abteilung des kleinen Satans soll das aggressive und völkerrechtswidrige zionistische Verhalten in dreistetster Instrumentalisierung der historischen Lehre, die dem jüdischen Volk erteilt worden ist, übrigens zu „konsequentem Antifaschismus“ umgelogen worden sein.

Bei der diesjährigen Internationalen Friedensfahrt mit dabei ist diesmal kein skandinavischer, sondern eine US-amerikanische Erfolgsautorin, die aber dem großen Satan insofern abgeschworen hat, dass sie alles in ihrer Macht stehende tut, um wenigstens den kleinen Satan schlecht aussehen zu lassen.

Mit Antisemitismus hat das freilich alles nichts zu tun, weiß auch der große Vorsitzende der „Links“-Partei und stellt in seinem „Man-wird-doch-wohl-noch-sagen-dürfen“-Beschluss fest, dass zu Zwecken der „politischen“ Bewusstseinsbildung alles völlig okay ist, solange beim Thema Judenstaat mit zweierlei Maß gemessen wird.

So, wie der Antisemitismus die Antwort auf den Zionismus ist – also die Erfindung des jüdischen Etatismus und den damit einhergehenden zionistischen Imperialismus, welche es im Interesse des Weltfriedens und der ganzen Menschheit zu verhindern gilt bzw. galt – ist der Antizionismus die Antwort auf den Mangel an israelischer Selbstkritik, die vernünftigerweise nur darin bestehen könnte, endlich die Koffer zu packen und dorthin zu verschwinden, woher man gekommen ist; Deutschland, Polen oder anderswo. “Israel-Kritik”, die es ernst mit sich und ihren Absichten meint, versichert Gregor Gysi seinen Anhänger_innen, ist nicht mehr und nicht weniger als sakrosankt, weil„politisch“.

Ganz ähnlich übrigens die Verwendung der Metapher des „Politischen“ bei Dr. Servatius, der seinen Klienten Adolf Eichmann dahingehend inszenierte, dass dieser den „politischen“ Charakter seines Verhaltens zu jeder Zeit betonte und sich im Übrigen darauf verließ, dass das israelische Gericht früher oder später wie von selbst zu diesem Schluss gelangen müsste: Dass die beinahe erfolgreiche Vernichtung des europäischen und nordafrikanischen Judentums eine Angelegenheit war, die nur Eichmann und den “politisch” gewordenen hegelschen Weltgeist etwas betraf.

Was nun die Provokation in Kabul angeht, wird sie lediglich als Vorlauf für das emblematische Pressefoto dienen, wie uns einschlägige Bescheidwisser innert kürzester Zeit und völlig paranoid-widerspruchsfrei beweisen werden: Als Generalprobe fürs Requiem, mit dem der Imperialismus der Schergen von Wall Street zusammen mit diesen zu Grabe getragen werden soll.

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