Diana Pieper und der Aluhut der Anderen

Wie Journalisten Regierungskritiker für fabrizierte Verschwörungsideologien nutzen.

In den aufrechten, durch den Staat liebevoll inspirierten Medien, geht das Gespenst des regierungskritischen Bürgers umher. Diesem faschistoiden Subjekt ist kein Vorwand billig genug, die ehrenwerten Genossen der Regierung Scholz durch den Sumpf raubtierkapitalistischer Machenschaften zu ziehen. „Die Inflation ist durch die Regierung selbst verschuldet“, ereifern sich diese Volksschädlinge. Nicht der Ukraine-Krieg sei hauptursächlich, sondern die alternativlose Abhängigkeit vom Gas des wohlwollenden großen neo-sowjetischen Bruders weiter hinten im Osten, will das reaktionäre Pack wissen. Nach der erfolgreichen Überführung der BRD in die Deutsche Demokratische Republik 2.0 durch Genossin Dr. Angela Merkel, die mit dem Kongress der Völker 2015 ihren integrativen Höhepunkt feierte, sicherte sie die Energieversorgung der Deutschen Demokratischen Republik christsozialer Nation indem sie diese nachhaltig diversifizierte um strategisch Ausfälle einzelner Energiequellen aufzufangen.

Nun wird diese Weitsicht der deutschen Regierung durch den rechten Pöbel verunglimpft. Diana Pieper von der Prawda des Westens, die Welt, weiß Entsetzliches zu berichten! So musste der Geschäftsführer Falk Kühn-Meisegeier einer Wohnungsgenossenschaft in Sachsen sich unverfrorener Kritik stellen, nachdem er Ende Juni in einem Schreiben seinen Mietern angekündigte, die Warmwasserzufuhr in ihren Wohnungen auf feste Zeiträume zu limitieren, wegen Ukraine und so. Was von den betroffenen Mietern generell mit Euphorie aufgenommen wurde, ist sich der asketische Philantrop sicher.

Neben der Bundesbauministerin, welche diesen Vorgang rechtswidrig nannte, ist Diana Pieper schon längst weiter. Die rechtsextreme Partei „Freie Sachsen“ hat sich in schamloser Weise der Einschätzung der Bundesbauministerin angehangen und in einer obskuren kleinen Chatgruppe „Warmwasser abgestellt: Schande von Dippoldiswalde ist neue Eskalationsstufe im Kampf gegen die eigenen Bürger!“ skandiert, weiß Diana zu berichten, ein klarer Aufruf reaktionärer Putschisten zum Umsturz der volksnahen Regierung. Diesmal wird man sicher mehr als ein Luftgewehr und einen Schlagstock finden, mit dem die faschistoide Massenbewegung „Revolution Chemnitz“ 2018 beinahe Polizei, Bundeswehr und den Schwarzen Block überwältigt hätte um das 4. Deutsche Reich auszurufen. Und was qua Assoziation durch nationalistische Gruppierungen in der Kritik steht, darf aus moralischen Gründen nicht thematisiert werden, so das elfte Gebot Gottes.

Genau, wir schauen dich an, „Bundesbauministerin“! Diana Pieper steht bereits in den Startlöchern den Kübel voller „Haltung zeigen“ über dich auszugießen. Glücklicherweise wird aufrechten Volksgenossen wie der scharfsinnigen Reporterin bald die Meldung staatsfeindlicher Elemente leichter gemacht. Wer sich seiner Bürgerpflicht, höhere Preise zu zahlen und für den Frieden zu frieren, für die Sache stellt, kann sich gerne an den herzerweichenden Bildern der bescheidenen Lindnerhochzeit auf Sylt wärmen, zu welcher der Neu-Grüne Friedrich Merz auf einen Platz im Linienflug verzichtete um ganz im Sinne der Nachhaltigkeit mit eigenem Flugzeug anzureisen.

Laika knurrt: Kapitalismus hat jetzt auch den weltraum erobert

Mit dem ungenehmigten eindringen des milliardärs, großkapitalisten und alten weißen mannes Richard Branson ist zweifelsohne eine neue, und diesmal wirklich letzte etappe der ausweitung kapitalistischen verwertungsterrorismusses eingeläutet. Bislang war der weltraum der einzige raum, den nie zuvor ein mensch –und auch nicht Laika— ohne demokratisch-staatliche genehmigung betreten hat.

In den nächsten jahren, in denen sogar an der leere des weltraumes für touristische profitzwecke raubbau betrieben werden wird, wird die verelendung der massen, die kleinhassung von frauen und der klimawandel seinen gipfel erreichen. Das anwachsen der sozialen und ökologischen disparitäten wird zu einem großen kladderadatsch führen, zu einer welt(raum)revolution. Denn nirgends ist die revolution mehr zu hause als in der umlaufbahn der planeten, der kopernikanischen wende.

Aus diesem grunde setzte auch der genosse generalsekretär des zentralkomitees der sozialistischen einheitspartei deutschland und vorsitzende des staatsrates der deutschen demokratischen republik, genosse Egon Krenz, eine wende in ganz, die krenz’sche wende.

Wir erwarten bald, dass eine neue wende gewendet wird. Noch ist unklar, wer in die fußstapfen von kopernikus und krenz als wender treten wird. Es kann sogar ein Bratwender sein. Fest steht jedenfalls, dass der klimawandel nicht durch die raubprivatisierung der milliardäre abgewendet, sondern beschleunigt wird, denn weder Richard Branson noch Jeff Bezos noch Elon Musk brechen mit genehmigung von genossin Luisa Neubauer ins all auf, sondern mit dem klimasündigen verfeuern von raketentreibstofeen.

Damit die neue kommunistische welt nicht einen noch kaputteren planeten und nicht eine noch kaputtere gesellschaft erben wird, sind deswegen dringend aktionen geboten, beispielsweise demonstrationen in der nächstgelegenen fußgängerzone mit bunten und kreativen protest. Jeder ist gefragt, damit nicht wenige ins weltall fliegen.

Sonne, Mond und Sterne!

Fall rassistischer polizeigewalt in Würzburg!

Uns erreichte gerade die nachricht von einem neuen fall brutaler polizeigewalt gegen einen migrantischen Menschen, der der afrikanischen rasse-gibt-es-nicht angehört. Um ein haar ist es schießwütigen bullen gelungen, unseren mitbürger, der noch nicht so lange hier lebt, feige zu ermorden. Nur mit achlahu und krachbar ist es ihm gelungen, einstweilen zu überleben. Doch nicht genug damit! Er wurde auch von den bullen festgehalten.

Und damit immer noch nicht genug! Denn anstatt zivilcourage zu zeigen und solidarisch mit dem opfer gegen die polizeigewalt steine, flaschen und brandsätze gegen die bullen zu werden, wie es unsere genoss!innen in Leipzig regelmäßig erfolgreich vormachen, haben passant_innen sich an der hetzjagd gegen das oper beteiligt, versucht, ihn selber festzuhalten und ihn an die bullen verpfiffen.

Man sieht hierbei deutlich, wie der rechte konsens in würzburg immer noch die kaputte gesellschaft durchzieht. Der kampf gegen rechts war noch immer nicht intensiv genug. Wir brauchen dringend mehr geld für den kampf gegen rechts.

Später werden wir auch berichten, dass dem opfer der polizeigewalt vorher kleine unfälle mit einem messer zur last gelegt werden. Das darf aber nicht zu früh weiterverbreitet werden, damit es nicht von den falschen für ihre hetze gegen minderheiten, migrant~innen und frauen mißbraucht wird. Die verantwortung für die messertoten liegt nämlich ganz klar bei der gesellschaft und den rechen parteien, die erstens fortlaufend das verbot von messern verschleppen und zweitens migrant~innen so marginalisieren, dass sie sich in die klingenkunst flüchten. Außerdem dürfen die messertoten nicht dazu mißbraucht werden, die schuld der ex-kolonialmacht und des ex-industriestaates deutschland (igitt!) an den verbrechen in Somalia, wo besagter mitbürger stämmig ist, zu relativieren.

Als lehre aus dem jüngsten polizeiterror in würzburg fordern wir deswegen: Defund the police! Freiheit für alle politischen gefangenen! Nie wieder deutschland!

Nachtrag: Uns erreicht die Nachricht, dass nicht nur bullenschweine sondern ein ganzer rassistischer mob den schutzsuchenden gehetzt hat und mit stühlen ihn beworfen hat.

Hetzjagden auf migrant!innen in heutiger zeit! Schwer traumatisiert, entwurzelt und schutzbedürftig ist er hier angekommen, auf einladung der genossin Bundeskanzlerin der bundesrepublik deutschland und vorsitzende der ministerpräsidentenkonferenz der deutschen länder, Frau Dr. Angela Merkel. Doch anstatt dieses geschenk in form eines menschen dankbar anzunehmen, richtet sich ein rechtsextremer mob dagegen, und die polizei ist sich nicht zu fein, bei diesen schandtaten mitzumachen! Dieses land ist ohne zweifel auf einem zivilisatorischen tiefpunkt angelengt.

Krasser Fall von Rassismus: Bürgerliche Presse ignoriert Medienkodex

Hetze gegen Minderheiten mit Migrationshintergrund und Perpetuierung rassistischer Stereotype — sollte das nicht der Vergangenheit angehören? Nicht so bei der bürgerlichen Hetzpresse! Dabei ist alles so schön übersichtlich geregelt. Richtlinie 12.1 des Pressekodex’ schreibt vor:

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Und was zum Kuckuck macht die F.A.Z. in ihrer Sonntagsausgabe? Verbreitet sich seitenweise über schwarze Migranten, die alljährlich im Frühjahr aus Afrika per Flug nach Deutschland einreisen und hier schwerste Straftaten zum Nachteil der Autochthonen begehen. Sind es nicht genau solche implizit rassistischen Berichte, welche durch den Pressekodex eigentlich vermieden werden sollen? Wo bitte ist der »begründbare Sachbezug«, der es unvermeidlich machte, die Ethnie der Täter zu nennen und einen ganzen Artikel lang ständig auf dieser herumzureiten, so als wären alle ihre Angehörigen Kriminelle? Daß, wie der Pressekodex richtig konstatiert, »die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte«, ist hier nur allzu offensichtlich. Nun scheint der Autor ja auch ganz genau zu wissen, wie sich solche Berichte bei ideologisch ungefestigten Subjekten auswirken können, berichtet er doch von Braun(!)ellen und »rechten Gesängen« (erste Strophe der Nationalhymne? Horst-Wessel-Lied?) der einheimischen Brut. Trotzdem nimmt er billigend in Kauf, daß der Stammtisch wieder seine Vorurteile gegen diese Ethnie bestätigt finden wird, ja spricht sogar offen von Parasitismus. Wenigstens — wir wollen gerecht mit ihm sein — die Religion der Täter spart er aus. Dabei kann der Autor nicht einmal umhin, zuzugeben, welche außerordentlichen Integrationsanstrengungen die Migranten — zum Beispiel in Bezug auf Spracherwerb — leisten, nebenbei lobt er gar pflichtschuldigst die kulturelle Bereicherung durch die Musikalität der Einwanderer. Was aber läßt der Artikel in seiner Gesamtheit, seiner Tendenz davon übrig? Er zeichnet ein einseitiges Bild von Kriminellen, die zielgerichtet und konspirativ vorgehen, um Einheimische ihrer Ressourcen, ihrer Lebensgrundlagen, ja ihres Lebens zu berauben. Aber was haben die Braunellen denn wirklich unternommen, um die Lebensumstände der Migranten in Afrika zu verbessern? Nichts, oder zumindest: Nicht genug.
Über die Gründe, warum die F.A.Z. den Konsens der demokratischen Presse aufgekündigt und das Schweigegelübde der Richtlinie 12.1 gebrochen hat, kann nur spekuliert werden. Hat man sich dem populistischen Druck der Straße gebeugt und will sich nicht mehr als »Lügenpresse« beschimpfen lassen? Werden weitere Zeitungen, gar der sozialistische Fernsehfunk, auch fallen? Ich jedenfalls bin betroffen und ein stückweit traurig.

Germanwings-absturz: Ein antikapitalistisches fanal

Mag der absturz von flug 4U9525 trauerredner vom schlage eines Gauck auch sprachlos machen, uns macht er nicht sprachlos. Denn angesichts der dreist verbreiteten fehldeutungen der systempresse, die wir angesichts des unglückes lesen können, dürfen wir als intellektuelle vorkämpfer!innen eines kritischen bewurstseins nicht schweigen, sondern müssen unsere wurstfinger in die offene wunde des ausbeutungssystemes legen, das auch für dieses unglück wieder ursächlich war.

Denn hier beginnt schon die bekannte gehirnwäsche der hetz- und mörderpresse vom Springerkonzern. Diese propagandisten der rückständigkeit interpretieren die aktion des Copiloten Andreas L. als „krank“, diffamieren ihn als „massenmörder“ und stellen das motiv für seine tat als folge beleidigter liebe dar, indem sie seine exfreundin interviewen. Damit entlarvt die Springerpresse nur ihr eigenes unlogisches, hetzerisches und mordendes denken. Denn selbst wenn Andreas L. aus liebeskummer gehandelt haben sollte, und deswegen einen gleichsam Wertheresken selbstmord vorgenommen haben wollte, warum dann ausgerechnet mit einem haufen junger gymnasiast_innen im passagierraum? Warum ausgerechnet auf einer route von Barcelona nach Barcelonette, beides Städte, die untrennbar mit dem namen des rechtskonservativen politikers Rainer Barzel (CDU) verbunden sind? Warum sollte ein junger mann noch liebeskummer haben, wenn doch die sexualpolitische sozialisation in seiner jugendzeit schon von der toleranz für polyamorie und homosexualität geprägt war, so dass er dem ideal der romantischen zweierbeziehung nicht mehr durch liebeskummer hinterhertrauern muss? Warum ausgerechnet mit einem flugzeug, auf dem der deutschtümelnde name „germanwings“ steht, und nicht internationalistischer „chicken wings“? Fragen, die die Springerpresse nicht beantworten kann. Weil falsch und gelogen ist, was sie schreibt.

Wahr ist vielmehr, dass die aktion des Copiloten als protest zu deuten ist, zumindest aber als folge der kapitalistischen ideologie. Der flugverkehr ist nämlich längst zu einem symbol von faschismus, ausbeutungsideologie und patriarchat verkommen. War anfangs noch die fliegerei harmonisches gemeinschaftliches dahinsegeln von fortschrittlich gesinnten flieger_innen, ist es heute das statussymbol eines neufeudalistischen jet set. Immer mehr menschen drängen in die flugzeuge, weil die allgegenwärtige verwertungsideologie ihnen einbläut, aus dienstreisen oder sogar urlaub durch rasendes reisen noch die letzte minunte herausholen zu müssen.
Gleichzeitig wird in den pilot_innenkanzeln immer mehr personalabbau betrieben: Wurden lange und bewährt die flugzeuge von einer bis zu 5köpfigen crew durch die lüfte gesteuert (pilot_in, copilot_in, navigator_in, flugingenieur_in, funker_in), so rühmt sich heute Airbus der fragwürdigen entwicklung des „Zweimanncockpits“ (!). Es ist klar, dass die belastung für die flugzeuglenkenden dadurch erhöht wurde, zumal die nötige lohnerhöhung und frühstverrentungsmöglichkeit, die diesen misstand hätte mildern können, von den lufthansa-bossen den pilot_innen trotz streikes gewaltsam vorenthalten wird.

Parallel verschwand auch die freiheit über den wolken durch das sicherheitsdiktat der flugzeugversicherungsindustrie. Konnte man früher fliegen, wo man wollte, muß man heute „den tower“ fragen, so wie früher die leibeigenen Bauer_innen den Burgherr im Burgfried fragen mussten. Die folge ist mehr autoritarismus, mehr macht für männer und mehr lohnungleichheit. Überflüssig zu sagen, dass die „tower“ nur neue phallussymbole sind. Zu recht wird also regelmäßig auch gegen flughäfen protestiert!

Es ist klar, dass dieses system den menschen kaputtmacht. Deswegen ist es nur logisch und zu erwarten gewesen, dass einestages ein blutiges fanal gegen diese ausbeuterfliegerei stattfinden musste. Der verantwortliche für die toten von flug 4U9525 ist damit nicht Andreas L.. Es sind die konzernbosse, die das entstehen dieses süstems immer weiter befeuern. Sie müssen zur rechenschaft gezogen werden. Sie sind die mörder, nicht Andreas L, sonst stürzt unsere gesellschaft genauso ab wie ein flugzeug.