alice schwarzer als tante erna

Posted on Oktober 21, 2009 von

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„weg vom patriarchat, hin zum proletariat“ lautet die erklärte devise unseres autorinnenkollektivs. in diesem sinne begrüßen wir alles, was die zersetzung des faschistischen überbaus unseres reaktionär-kapitalistischen schweinesystems begünstigt, insbesondere die unmenschlichen und mittelalterlichen moralvorstellungen, die religion, faschismus und kapital den darbenden massen seit der durchsetzung des privateigentums auferlegt hatten.

wir begrüßen daher ausdrücklich den verfall so genannter traditioneller werte. wo wir ein stück des weges mit den reformistischen und revisionistischen kreisen innerhalb der fortschrittlichen bewegung gemeinsam gehen können, ist, wenn es darum geht, religion, patriotismus, monogamie, ehe und familie, zwangsheterosexualität, waschzwangsterror, besitzdenken, privateigentum und alles andere, was der herrschaft des menschen über den menschen dienlich ist, einer fundamentalen kritik zuzuführen. im unterschied zu den kapitulanten und sozialfaschisten sehen wir darin jedoch nicht nur einen beitrag zum frieden (weil es – wenn das alles endlich abgeschafft ist – ja nichts mehr gibt, wofür fehlgeleitete menschen sterben oder töten würden). wir sehen darin ein etappenziel, um in einem weitergehenden schritt endlich den dauerhaften aufbau des sozialismus durchsetzen zu können.

Amtskleidung Salzburger Justiz

alice schwarzer ist eine dieser reformistischen kräfte. sie hat sich ungemeine verdienste erworben, beispielsweise bei der verteidigung des rechts der frau auf volle souveränität im reproduktionsprozess (dass uns der beiklang des eigentumsaffinen besitzdenkens bei „mein bauch gehört mir“ nicht sauer aufstößt, ist eine ausnahme, die die oben definierte regel bestätigt). ausdrücklich begrüßen wir auch ihren unermüdlichen einsatz gegen das faschistoide konstrukt der „geschlechtsehre“, wie es die anhänger des reaktionär-patriarchalischen wüstenkults „islam“ heute noch – allen anstrengungen der sexuellen revolution zum trotz – pflegen und dies in ihrer forderung nach dem recht, ihre töchter zu verschleiern, zum ausdruck bringen. beim volxbildungsauftrag des staates darf es keine kompromisse mit renitenten eltern geben: das hat die ehrenwerte genossin margot so vorgeführt und das verpflichtet uns noch heute. wo eltern entscheidungen aus einem falschen bewusstsein heraus zu treffen drohen, muss ihnen ein den werten der aufklärung und des humanismus verpflichteter staat im rahmen seiner sozialstaatlichen fürsorgepflicht diese entscheidung abnehmen!

das ändert aber nichts an der tatsache, dass alice schwarzer wie alle reformistischen und revisionistischen kräfte die kurve am ende nicht kriegen und in kompromisslerischer anbiederung an das monopolkapital sich als onkel tom – in diesem falle besser gesagt als tante erna – erweisen. die genossin alice entwirft sich selbst ein wunderland, in dem die befreiung des menschen aus allen die herrschaft begünstigenden zusammenhängen partiell auch ohne umfassende wertkritik von statten gehen kann. dieses wunderland gibt es jedoch nicht. und solange schwarzer sich für faschistoide anliegen wie die zurückdrängung der pornografie einsetzt, macht sie sich selbst zur fünften kolonne des islam, der reaktionären kräfte anderer formen des aberglaubens, der monopole und letztlich auch den am meisten imperialistischen kreisen des finanzkapitals.

kein wort des protests war von ihr zu hören, als der reaktionäre protest der wüste gegen die sängerin beyonce tobte und diese in malaysia erfahren musste, wie die freiheit, sich dort den herrschaftsinteressen konform kleiden zu dürfen, zum zwang wird, diese freiheit auszuüben.

das autorinnenkollektiv dr. hilde benjamin erklärt sich solidarisch mit der sängerin, aber auch mit all den mutigen und couragierten frauen, die gegen den terror des herrschenden systems in unseren breiten und auch gegen das gezeter frau schwarzers der anmaßenden forderung trotzen, sich in der öffentlichkeit bekleidet zeigen zu müssen.

immerhin ist jede abgemagerte, spärlich bekleidete frau, die in unseren breiten in magazinen, filmen, shows, castingevents, badeanstalten oder bei misswahlen zu sehen ist, eine flammende anklage gegen die auswirkungen der kapitalistisch-faschistischen ausbeutung in aller welt: nämlich den hunger und das fehlen ausreichender kleidung und medizinischer versorgung, das millionen menschen vor allem in der dritten welt trifft!

es lebe die partei!