sozialistische presse bejubelt kreuzverbot des egmr!

Posted on November 5, 2009 von

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„Getroffene Hunde heulen“, so triumfal könnte der Artikel aus SPON (sozialistisches presseorgan der organisierten netzpropaganda) überschrieben sein. Und diese Einsicht der GenossInnen ist goldrichtig (wenn auch etwas spät, denn das AutorInnenkollektiv Hilde Benjamin war schneller; wahrscheinlich weil wir besseren Kontakt zur Zensurbehörde haben). Waren sich christen bislang ihrer autoritären dominanz sicher, so ändert sich das jetzt. Die Vorreiterrolle spielen hierbei linientreue, unparteiische RichterInnen, die, angespornt durch die Auslobung der Dr.-Hilde-Benjamin-Verdienstmedaille-für-fortschrittliche-RichterInnen-aufgrund-sozial-gerechter-Urteile (nicht juristisch gerechter, denn „Sitte“ und das „Recht“ sind durch die neoliberale Propaganda als Begriffe entwertet) sich endlich um wahre Unabhängigkeit bemühen, indem sie sich von den Fesseln der repressiven Gesetze emanzipieren.
Das ist dem Gerichtshof in diesem Fall fraglos gelungen. Der Versuch des BVerfG, die Verdienstmedaille zu gewinnen, wird von diesem Urteil in den Schatten gestellt. Die Menschenrechtskonvention, die von der herrschenden Klasse installiert worden ist, um sich den Anschein der Humanität zu geben, sagt nämlich überhaupt nichts über die staatliche Bildung aus. Stattdessen heißt es in Art. 8: „Die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu bekennen, darf nur Einschränkungen unterworfen werden, die gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig sind für die öffentliche Sicherheit, zum Schutz der öffentlichen Ordnung, Gesundheit oder Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer.“
Moral –wir kennen dieses Wort. Ein Unterdrückungsinstrument der herrschenden Klasse! Darauf konnten die Genossen Richter, wie auch sonst kein richtiger Mensch, natürlich nicht eingehen. Wir teilen deswegen den Spott der SPON-JournalistInnengenossInnen:
„Kreuzzeichen, so Singhammer weiter, seien ein sichtbares Symbol einer klaren Werteorientierung, nämlich „Schutz der Würde aller Menschen, egal welcher Herkunft, welchen Geschlechts oder welchen religiösen Bekenntnisses“. Dass das Kreuz für eine bestimmte, nämlich religiöse Begründung von Werten steht, die gerade nicht alle Menschen teilen, erwähnte der CSU-Politiker nicht.“
Wir sind stolz darauf, daß wir nicht die christliche Anschauung von „Menschenwürde“ haben. Wir wissen beispielsweise, daß es für Menschen unwürdig ist, von einer Rente von weniger als 800€ leben zu müssen (aber nur, wenn mensch deutscheR ist, für Fremdarbeiter ist das OK).

Verhöhnt gehören auch die Bischofskonferenzen (wenn sie wenigstens Bischofsräte hießen!):“Die Bischofskonferenzen in Europa wollten darauf hinweisen, „dass Religionsfreiheit nicht ‚Freisein von Religion‘ bedeutet“.“ Und ob Religionsfreiheit Freisein von Religion bedeutet! Es ist wie mit dem Bier. Alkoholfreies Bier kann sich ja auch nicht aussuchen, welcher Alkohol in ihm sein soll. Nein, alkoholfreies Bier enthält gar keinen Alkohol. Also enthält auch ein religionsfreier Staat keine Religion. Wie sonst sollte es denn der DDR gelungen sein, Meinungs-, Presse-, und Religionsfreiheit zu gewährleisten? Sonst müßte es ja Meinungswahlfreiheit oder Religionswahlfreiheit heißen! Die Richter verstehen eben mehr vom Bier, der proletarischen Weise sich ohne Schnaps zu besaufen, als die Bischöfe, die nur vom Meßwein nippen!

In einer Weise, wie es selbst Karl-Eduard von Schnitzler nicht besser gekonnt hätte, analysiert SPON dann süffisant:“Für Singhammer ist das Nicht-Vorhandensein eines Kreuzes ein Symbol des Nichtglaubens und diskriminiert somit alle Gläubigen. Verstanden? Sonst bitte sacken lassen.“
Hahaha! Der Mann hat nicht verstanden, daß Religion immer ein Instrument der Diskriminierung ist, um einen Klassenunterschied zu haben und die schwächere Klasse auszubeuten. Unser Atheismus hingegen stellt den sozialistischen MenschInnen in den Mittelpunkt und unterscheidet nicht zwischen den anderen Nicht-ganz-MenschInnen, die nicht im Mittelpunkt stehen.
Diese sollten dringend umerzogen werden. Dafür müssen sie brav und gedankenfrei jede Propaganda und Werbung absorbieren. Werbung –auch sexistische–, um ihre materialistische Gesinnung auszubauen und ihre Sexualität von repressiver Moral zu säubern, und Propaganda von staatlicher Seite, insbes. den Schulen. Nur der Staat darf erziehen! Nur sozialistische Werte dürfen gelehrt werden! Dem widersprechende Symboliken könnten gedankenfreie SchülerInnen also verstören, wie der Gerichtshof richtig befürchtet. Deswegen darf solch ein Symbolismus von einer reaktionären Elite nicht in staatliche Gebäuden installiert werden.

euROTa

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