wm 2010: nordkorea – meister aller klassen!

Posted on Dezember 5, 2009 von

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es gibt viele gründe, warum das autorinnenkollektiv dr. hilde benjamin den fußballsport nicht losgelöst von sozialkritischen anmerkungen betrachten und als unpolitisches freizeitvergnügen abtun kann.

es ist nicht alleine, dass fußball als blendwerk der kapitalistischen finanzmonopole und damit der herrschenden klasse benutzt wird, um das weltproletariat von einer hinterfragung der bestehenden herrschaftsverhältnisse und damit einer revolutionären bewusstseinsbildung abzulenken. nein, vor allem auch die tatsache, dass auch im fußball über jahrhunderte hinweg faschistische und patriarchalische geschlechterklischees zementiert wurden, ruft in uns den willen zum widerstand hervor.

auch wenn frauenfußball durch die bewusstseinsbildungsarbeit fortschrittlicher medien in unseren breiten stärker als zuvor in den fokus der gesellschaftlichen betrachtung gerückt ist (während der dfb in bestätigung der faschistischen kontinuität, wie sie in der brd seit 1945 zu verzeichnen war, ja noch bis 1970 frauenfußball „aus grundsätzlichen und ästhetischen gründen“ verboten hatte), beklagen wir immer noch, dass sowohl im bereich der öffentlichen aufmerksamkeit als auch der bezahlung ein himmel schreiendes ungleichgewicht zwischen den so genannten „geschlechtern“ vorhanden ist und auf diese weise der sozialen ausgrenzung und segregation vorschub geleistet wird.

wer an wochenenden in radios die fußballberichterstattung verfolgt, wird feststellen müssen, dass fast ausschließlich über den spielbetrieb der männer berichtet wird und dass alleine schon die explizite bezeichnung „frauenfußball“ den überkommenen reaktionären rollenbildern dient, da sie unterschwellig suggeriert, es würde sich dabei um etwas immer noch nicht alltägliches oder eigentümliches handeln. in einer prüden, sexual- und lustfeindlichen gesellschaft wie unserer kein wunder – da gibt es ja noch leute, die pole dance für einen polnischen tanz halten…

emanzipatorische selbstbehauptung, sexuelle befreiung und konsequente genderneutralität finden in unserem bildungssystem immer noch nicht den platz, der ihnen gebühren würde, was zwar allenthalben zu recht beklagt wird, aber immer noch nicht dazu führt, dass ross und reiter genannt werden: es ist das kalkül der herrschenden klasse, die werktätigen massen durch unwissenschaftlichen aberglauben in schuldgefühle zu hüllen, ihnen durch anerzogene hemmungen ihren willen zur selbstbehauptung zu nehmen, sie durch gefühlsduselei der bejahung ihrer natürlichen und im evolutionären streben nach auslese des stärkeren hilfreichen instinkte zu berauben und sie auf diesem wege lebensuntüchtig und somit für den revolutionären arbeiterkampf unbrauchbar zu machen.

die islamisierung soll dem willen zum widerstand wohl endgültig den garaus machen, indem mädchen vom sportunterricht befreit und in die burqa gesteckt werden sollen, nicht nur, um die errungenschaften der gleichberechtigung während der letzten jahrzehnte zu beseitigen, sondern auch um die industrielle reservearmee um weitere arbeitslose sportlehrer zu vergrößern und damit den gesamtgesellschaftlichen ausbeutungsprozess zu verschärfen.

das autorinnenkollektiv dr. hilde benjamin fordert die konsequente verwirklichung der genderneutralität auch im sport und als ersten schritt die aufhebung der trennung von „männerbewerben“ und „frauenbewerben“ im sport – im fußball muss beispielsweise künftig jede mannschaft aus 5 nominellen männern, 5 nominellen frauen und 1 transgender-person bestehen. vor allem ist der sportunterricht schon an den schulen auszuweiten und dafür können unproduktive und den herrschenden monopolen dienende fächer wie religion oder musik aus den schulen verbannt werden.

zum zwecke der gleichstellung kann an die fortschrittliche sportförderungspraxis in der ddr angeknüpft werden.

wer diese zusammenhänge nie aus den augen verliert, kann jedoch gerne mit uns zusammen im juni 2010 für die songun-mannschaft die daumen drücken. auch wenn vor allem die brasilianer und portugiesen versuchen könnten, mit – durch die fifa verbotenen – provokationen in form der zurschaustellung reaktionären aberglaubens unsere tapferen fußballsoldaten zu verwirren, wird nordkorea dem gesetz der geschichte folgend die gruppe schaffen und am ende weltmeister werden!

darüber hinaus gehören unsere besonderen sympathien natürlich auch chile, der neuen heimat unserer großen genossin margot honecker und seit der minarett-abstimmung auch der schweiz.

so richtig interessant wird für alle emanzipatorischen und fortschrittlichen genossinnen allerdings erst die wm 2011.

songun vor – noch ein tor!

es lebe die partei!