zensurskandal gegen pro(letariat) 7: lieber studis im bette als minarette!

Posted on Dezember 10, 2009 von

6


als vor einigen tagen die schlagzeile „wird frey zdf-chefredakteur?“ über die bildschirme flimmerte, rechneten wir schon damit, dass sich in kürze ein ungeheuerlicher tv-skandal anbahnen würde. heute war es so weit. zwar war es nicht der langjährige dvu-patriarch dr. gerhard frey, der die kontrolle über das zdf erlangt hatte – aber man hätte durchaus meinen können, dieser würde nunmehr infolge eines reaktionären putsches die programmrichtlinien beim fortschrittlichen privatsender pro7 bestimmen.

in einer zeit, in der die faschistische regierung der brd als büttel des herrschenden monopolkapitals durch anpassungsdruck und menschenunwürdige studienbedingungen die kritische intelligenz gefügig zu machen versucht und in der studierende unter einer so entsetzlichen armut leiden, dass sie sich teilweise nicht einmal etwas anständiges anzuziehen leisten können, wollte pro7 einen kontrapunkt setzen gegen diesen alltäglichen unmenschlichen systemterror.

pro7 ist dem autorinnenkollektiv dr. hilde benjamin bereits mehrfach durch wertvolle, aufklärerische und der entwicklung eines gefestigten klassenstandpunktes förderliche formate aufgefallen. auf so preisenswerte art und weise in den revolutionären kampf der darbenden massen involviert und in anbetracht der entschlossenheit, mit der dieser sender das proletariat und die fortschrittliche intelligenz zu einer einheit des revolutionären willens zusammenzuschweißen versuchte, kam uns der gedanke, dass der sendername pro 7 für das proletariat und den 7. november, den glorreichen tag der großen sozialistischen oktoberrevolution, der sich in diesem jahr zum 92. male jährte, stehen könnte.

pro 7 wollte mit dem format „50 pro semester“ zeigen, welch tragende säule die kritische intelligenz durch ihr besonders gefestigtes bewusstsein und ihre besondere entschlossenheit zur wertkritik und zur infragestellung regressiver einstellungsmuster in der bevölkerung für den aufbau der sozialistischen gesellschaft und die dekonstruktion des überbaus der kapitalistischen produktionsverhältnisse darstellt.

studierende können länger als proletarier ungestört an der entwicklung einer sozialistischen persönlichkeit arbeiten. die größere finanzielle unabhängigkeit der meisten ihrer urbanen und großbürgerlichen elternhäuser ermöglicht ihnen unabhängigkeit von den zwängen der kapitalistisch durchseuchten arbeitswelt und somit ein unbefangenes denken. auch sind ihre intellektuellen eltern, die nicht selten den aufbruch 1968 mitgetragen hatten, fortschrittlicher gesinnt, haben vor ihrem rückzug in die familie lange eine „wilde zeit“ erlebt und legen im unterschied zu abergläubischen kleinbürgern und entfremdeten proletariern ohne klassenstandpunkt keinen wert mehr darauf, ihre kinder durch einen überkommenen beschützerinstinkt von notwendigen erfahrungen fernzuhalten.

die überwindung sexueller besitzansprüche, reaktionären ausschließlichkeitsdenkens und des falschen bewusstseins, etwas besonderes oder einzigartiges zu sein sind grundlegende voraussetzungen für die entdeckung der eigenen bedürfnisse und eines sozialistischen bewusstseins. die jungfräulichkeit ist – ebenso wie das kopftuch bei muslimen – das hakenkreuz derer, die sich auf grund ihrer eingebildeten „qualitäten“ bei der persönlichkeitsschädigenden unterdrückung ihrer natürlichen und von der evolution bestimmten bedürfnisse für etwas besseres halten als mitmenschen, die unbefangen mit ihrer sexualität umgehen und sich nicht durch abergläubische vorschriften oder willkürliche normsetzungen ihren spaß verderben lassen wollen.

 

wer außerdem durch monogame, exklusive beziehungspflege konterrevolutionäre selbstausgrenzung betreibt, ist ein störfaktor auf dem weg zur herstellung eines einheitlichen willens zur überwindung der bestehenden herrschaftsverhältnisse und zur rettung unseres planeten. diese wahrheiten hatte pro 7 uns noch einmal verdeutlichen wollen.

der sender hatte die rechnung jedoch ohne die autoritäre persönlichkeit gemacht, die auch heute noch das leben in der brd bestimmt. die einheitsfront aus faschisten, kapital, bullen, pfaffen, imamen und all jener sklaven der reaktionären klasse, die zum zwecke der aufrechterhaltung ihrer auf aberglauben und macht- und herrschaftskalkül gegründeten spießermoral das humanistische kulturerbe verraten, sobald sie morgens ihr auge auftun, schlug mit brutaler willkür und psychischem terror den zarten versuch nieder, junge menschen von anerzogenen vorurteilen, kleinbürgerlichen hemmungen und befangenheiten zu befreien.

die macherinnen der sendung mussten erfahren, dass außerhalb der kritischen intelligenz ein so befreiter und von im interesse des kapitalistischen system aufrechterhaltener voreingenommenheit emanzipierter umgang mit der sexualität immer noch nicht selbstverständlich ist, sondern immer noch repression und prüderie herrschen.

wie sich jedoch auch gezeigt hat, ist der gedanke des gesellschaftlichen fortschritts in der großbürgerlichen intelligenz wesentlich weiter verbreitet als unter den werktätigen, weshalb letztere intellektuelle führerinnen brauchen, die sie über ihre wahren bedürfnisse in kenntnis setzen. das format „50 pro semester“ hätte zweifellos dazu beigetragen, diese erkenntnis auch innerhalb der proletarischen massen zu festigen. kein wunder, dass die konterrevolutionäre boykotthetze gegen die sendung und gegen pro 7 so massiv ausgefallen war.

als zeichen des protestes gegen die faschistische zensurpolitik der reaktionären büttel des ausbeutersystems und in würdigung des unermüdlichen wirkens fortschrittlicher mitarbeiterinnen für die überwindung kleinbürgerlich-reaktionärer einstellungsmuster und willkürlicher normsetzungen wird der sender pro 7 einstimmig zum kandidaten für die diesjährige kurt-hager-gedächtnismedaille für kulturschaffende nominiert, deren träger das autorinnenkollektiv dr. hilde benjamin am 5. februar 2010 verkünden wird!