krieg dem steuersünder!

Posted on Februar 4, 2010 von

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Wir verstärken den Fonds zur Verteidigung des Volkes mit des Volkes sowjetischen ArbeiterInnenrubeln.

„sünder“? Ist das autorInnenkollektiv von religion befallen? Nein, ganz im gegenteil, wir sind  atheistisch wie immer; gerade zum ausklang des darwin-jahres werden wir es beweisen. Aber wir leugnen nicht die sünde sondern vertreten einen fortschrittlichen begriff davon, der von allem religiösen aberglauben bereinigt ist. Religion definiert sünde als bruch eines tabus gegenüber einen gott, der ja nicht existiert. Der moderne wissenschaftlich-kritische begriff von sünde definiert sie als zuwiderhandlung gegen das gemeinwohl. Da gibt es keine tabus. Vor allem nicht das eigentumstabu, das von repressiven eliten erfunden worden ist, um die ökonomische basis ihrer macht zu bewahren.

Daran muss auch heute noch angesichts der lügenpropaganda der neoliberalen zur frage erinnert werden, ob der staat listen mit steuersündern kaufen solle oder ob er sich dadurch der hehlerei schuldig mache.

Es kann gar keine hehlerei sein, die CD mit den daten der steuersünder zu kaufen. Die scheibe wurde ja vom verkäufer selbst gekauft, nur die daten hat er nicht selbst erzeugt. Das urheberrecht an den daten steht aber dem staat ohnehin zu. Mit der eintragung der namen ins einwohnermelderegister überträgt man nämlich das urheberrecht an seinem namen auf den staat. Die adresse gehört sowieso schon dem staat, weil der staat ja die straßen- und städtenamen vergeben hat. Die zahlen, aus denen die kontonummern bestehen, gehören auch dem staat, weswegen ja er alleine sie duch seine schulenlehren darf.

Der staat muss sie also kaufen; eine tabulosen kosequentialistischen wissenschaftlichen ethik zufolge muss er sie heute sogar erst recht kaufe, da der gewinn für die gesellschaft erwiesenermassen zukünftig noch höher sein wird (wie hoch weiss man nur nicht). Auf den punkt bringt es ein internetkommentar:

„Sie schreiben sich doch Freiheit und Eigentum auf Ihre Fahnen, und vergessen mitunter was die Voraussetzung dafür sind: gesellschaftliche Akzeptanz. Das was Ihnen gehört, haben Sie eben auch mit Hilfe anderer erworben, letztendlich der Gesellschaft, die unabhängig davon auch nur ein gewisses Ausmaß an Ungleichheit verträgt.[…]

Ich freue mich schon jetzt über jeden entdeckten „Steuersünder“ – der demnächst nicht nur einen materiellen Schaden erleiden wird.“

Und das verdienen sie, diese betrüger! Denn ihren reichtum konnten sie nur erwerben, weil gesellschaftlich geächtet ist, ihn mit aller brutalität den arbeitenden menschen wegzunehmen. Wer das ausnutzt, der verdient, dass ihm sein reichtum mit aller brutalität weggenommen wird, zumal er sich durch seine geschäftstätigkeit der erzeugung sozialer ungleichheit schuldig macht.

Enttäuschend ist in dem kontext die schweiz, die zu loben wir doch kürzlich anlass hatten. Sie macht sich zum komplizen der kapitalistischen steuersünder, und das, obwohl sie ein neutrales land ist. Der kapitalismus führt nämlich dazu, dass die eliten kriege vom zaun brechen, um ihre kunden zu töten und so maximalen profit zu haben. Wie genosse steinbrück vor einem jahr schon richtig festgestellt hat, ist derlei aggressives verhalten grund, die kavallerie von der kette zu lassen oder zumindest die schweizer auszupeitschen.

Wir sprechen deswegen gemeinsam, um den finanzminister zu preisen:

Durch ihn und mit ihm und in ihm
ist dir, du ohnmächtiger Mensch,
in dem Einheitsstaate
alle Sicherheit und Vorsorge
jetzt nur bei Ehrlichkeit!
Amaïh!