knabenmissbrauch bei den jesuiten: eine polit. deutung

Posted on Februar 8, 2010 von

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Zum glück hat es jeder mitbekommen, dass im Casinius-Kolleg in berlin (ausgerechnet berlin, der welthauptstadt der emanzipation von homo-, bi- und heterosexuellen!) jesuitenlehrer missbrauch an ihren schülern begangen haben. Doch die konsequente politische deutung davon steht noch aus. Ähnlich wie das erdbeben von haiti muss nämlich auch das hinsichtlich seiner gesellschaftlichen ursachen bedacht werden.
Erste konsequenz ist natürlich, kirche und christentum abzuschaffen. Sie vertreten völlig falsche und überholte begriffe von sexualität, schuld und missbrauch. Schuld ist bei ihnen die konsequenz der übertretung eines von gott begründeten tabus. Wissenschaftlich gesehen ist schuld deswegen eine neurotische störung, weil es gott ja nicht gibt. Das wort schuldgefühl macht das deutlich. In wahrheit ist schuld die vorenthaltung eines aufgrund seiner klassenzugehörigkeit einem menschen natürlich zustehenden gutes. Schuld hat also weniger mit einem gefühl zu tun als mit dem urteil der vertreterInnen der arbeiterklasse (wie z.B. der genossin dr. hilde benjamin). Hier kann jeder das urteil über sich fällen lassen.

Wenn die jesuiten also schüler befingern, ist das missbrauch, weil sie es zur stützung einer reaktionären sexualmoral tun, die überholte werte wie keuschheit oder schamgefühl (wieder eine neurose!) hochhält. Dass das schuld erzeugt, ist klar, wenn man den unterschied zum genossen daniel cohn-bendit MdEP betrachtet: Er hat kleine kinderInnen befingert, um ihre sexuelle aktivierung und natürliche vegetative enthemmung zu fördern. Das wäre das natürliche gewesen, folglich sind vorwürfe gegen den genossen völlig absurd.

Zum glück haben mittlerweile namhafte jesuiten (wie der rektor des kollegs, martens,  oder friedhelm mennekes)  erkannt, dass die heuchlerische bürgerliche sexualmoral des systems kirche es ist, was zu den übergriffen ihrer mitbrüder führte. Durch diese späte einsicht bestätigt endlich auch ein kirchenmann einen kernpunkt des dialektischen materialismus von karl marx, dass nämlich die gesellschaftlichen umstände das handeln der menschen bestimmen (deren handeln dadurch zu gesellschaftlichem umstand wird und so gehts immer im kreis). Leider ziehen diese jesuiten nicht die richtige konsequenz und treten aus orden und kirche aus. Ihnen fehlt also die revolutionäre selbstverleugnung und die kritische betrachtung der eigenen vergangenheit. Da ist wiederum genosse Cohn-Bendit MdEP ein vorbild, der sich von seiner zionistischen haltung in seiner jugend getrennt hat und nun ein entschiedener gegner jeder form des imperialismus ist, sowohl von israel wie auch der usa (die eu betreibt ja zum glück nur die förderung der weltrevolution, also keinen imperialismus).

Die fiktion einer individuellen schuld ist jedenfalls für alle konsequent kritisch denkenden menschen enttarnt und die revolutionäre folgerung offensichtlich. Kein wunder, dass die kirche diese wahrheit vehement abstreitet:

Das Bewußtsein für Sünde schwindet auch dort, wo man bestrebt ist, den einzelnen von jeglicher Schuld zu entlasten oder die Verfehlungen des Menschen auf die Gesellschaft, auf die Bedingungen der Umwelt oder charakterliche Vorgegebenheiten abzuwälzen. Manchmal wird die Verantwortung des Menschen als so sehr eingeschränkt betrachtet, daß ihm gar nicht mehr die Fähigkeit zugeschrieben wird, wahre menschliche Akte zu setzen und somit auch zu sündigen. (Katechismus, Band II, S. 76f)

Wir wissen also: Sexuelle übergriffe bei knaben entstehen dadurch, dass jesuiten wegen des sexualrepressiven zölibats nicht frauen heiraten dürfen. Man würde zwar erwarten, dass sie dann einfach als verheiratete männer sich an knaben vergehen, und bestimmt auch gefälschte studien finden, denen zufolge kinder auch von familienangehörigen oder verheirateten bekannten mißbraucht werden. Aber die marxistischen (sexual-)psychologie spricht eine andere, wahrere sprache: Die befreiung zur befriedigung eines bedrüfnisses beugt schlimmeren kompensationshandlungen vor, die straftaten wären.

Bekannte beispiele:

  • würden hartz IV-empfänger mehr geld bekommen, um legale knallkörper zu kaufen, würde es der „herbeiführung einer sprengstoffexplosion“ (§ 308 StGB) vorbeugen. Durch den neoliberalen sozialabbau kommt es also erst zu bombenanschlägen, beispielsweise auf das göttinger ausländeramt aber auch in afghanistan.
  • die öffentliche finanzierung von schwimmbädern beugt der straftat „herbeiführung einer überschwemmung“ (§ 313 StGB)vor. Die neoliberale politik, defizitäre kommunale badeanstalten zu schließen, ist also mit ein grund für den meeresspiegelanstieg durch den klimawandel.
  • das verbot des freien verkaufes von abtreibungsmitteln (z.b. RU 486) führt zur kompensationshandlung der freisetzung von giftstoffen (§ 330a) oder der körperverletzung durch den verkauf von gammelfleisch.

Deswegen ist eine verwirklichung des sozialismus und eine befriedigung aller menschlicher bedürfnisse durch die staatliche planungskommission und die abschaffung der religion dringender denn je.

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