Wir haben im darwinjahr das letzte wort!

Posted on Februar 11, 2010 von

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Die evolution geht vom einzelkämpferischen tier über das soziale tier hin zum sozialistischen menschen und endet dort.

Den neoliberalen gierhälsen, den faschisten und den ewiggestrigen darf nicht die deutungshoheit über geschichte und wissenschaft überlassen werden! Deswegen nehmen wir vom autorInnenkollektiv hilde benjamin das ausklingende darwinjahr (12.02.2009-12.02.2010 zur Erinnerung an den geburtstag des großen naturforschers und atheisten charles darwin am 12.02.1809) zum anlass, vollständig, korrekt und überzeugend die richtige, wissenschaftliche weltsicht zu erklären.

Grundlage sind die einschlägigen schriften, in denen sich friedrich engels und (diesmal weniger bedeutsam) karl marx mit dem darwinismus befasst haben. Eine lesenswerte zusammenfassung dieser schriften wie auch der ersten sekundärliteratur dazu bietet die internationale kommunistische strömung. Sozialismus von unten geht auf die spezielle betrachtung von darwinismus und marxismus durch leo trotzki ein. Diesen brillianten artikeln ist wenig hinzuzufügen. Wir gehen deswegen hier nur auf die 3 schlimmsten fehlkonzeptionen im zusammenhang mit der darwin’schen lehre ein, die bei den bourgeiosen propagandisten des neoliberalismus vorherrschen.

  1. „Eine evolution ist auch in der wirtschaft natürlich: Effizientere produktionsweisen verdrängen ineffiziente.“  Die evolution des menschen geht vom einzelkämpferischen tier hin zum sozialen wesen. Welcher mensch kann schon alleine ein reh erlegen? Oder gar ein ganzes mammutprojekt durchziehen? Deswegen endet die evolution im sozialistischen menschen, der den kampf ums überleben nicht mehr in grausamer kapitalistischer konkurrenz gegen andere menschen führt, sondern zusammen mit ihnen: Team!
    Das falsche am sozialdarwinismus ist also, dass er aus der tatsache des konkurrenzkampfes zwischen tieren schliesst, man müsse einen konkurrenzkampf zwischen menschen zulassen. Wir zitieren trotzki:
    „Gleichzeitig versuchte derselbe Darwin – von den Darwinisten ganz zu schweigen –, in äußerst naiver und unwissenschaftlicher Weise biologische Gesetze auf die Gesellschaft anzuwenden. Die Konkurrenz als eine „Spielart“ des biologischen „Kampfes ums Dasein“ zu deuten, heißt soviel, wie in der Physiologie der Paarung nur die Mechanik zu sehen. […]Ein Naturwissenschaftler würde kaum die Gesetze, die die Bewegung der Atome beherrschen, ohne Modifikation auf die Bewegung von Molekülen übertragen, die ja von anderen Gesetzen regiert werden. Aber viele Naturwissenschaftler verhalten sich zur Soziologie ganz anders.“
  2. „Die evolutionstheorie beweist nicht den materialismus. glaube und vernunft sind vereinbar.“ Dies ist eine oft wiederholte, betrügerische wahrheitsverdrehung um des machterhaltes der eigenen religiösen elite willen, denn schon Engels schrieb, dass darwin der ist, „der der metaphysischen Naturauffassung den gewaltigsten Stoß versetzt hat durch seinen Nachweis, daß die ganze heutige organische Natur, Pflanzen und Tiere und damit auch der Mensch, das Produkt eines durch Millionen Jahre fortgesetzten Entwicklungsprozesses ist.“ Die schöpfungsgeschichten der religionen stimmen nicht mit der materialistischen erklärung der entstehung der arten überein. Aus der tatsache, dass gott die welt nicht so geschaffen haben kann, wie es wissenschaftlich-materialistisch erklärt wird, muss man schliessen, dass religionen nicht zuzulassen sind.
  3. „Stalin und Lyssenko sind gegen den darwinismus gewesen; mit verheerenden folgen. Damit beweisen sie nach demselben muster, wie in (2), dass der marxismus falsch ist.“ Lyssenko und stalin haben große taten für den sowjetischen fortschritt gemacht, die nur leider von saboteuren des westlichen imperialismus zunichte gemacht worden sind. Diese saboteure sind noch heute am werk. In nordkorea, simbabwe oder venezuela hintertreiben sie noch heute alle versuche der jeweiligen fortschrittlichen regierungen, die produktivkräfte ihrer länder in einer weise zu organisieren, die sie dem zerstörerischen wirken der kapitalistischen konzepte von eigentum und „erfahrung“ (d.h.  nichtwissenschaftlicher erkenntnis) zu entziehen.
    Es stimmt leider, dass stalin und lyssenko nicht an die vererbung glaubten. Auch sozialistische menschen machen fehler. Bei dem grossen vorsitzenden Mao waren 1/3 der taten schlecht, 2/3 gut. Bei stalin waren 14/37 der taten schlecht,  23/37 gut.  Die täuschung beim darwinismus war sicher schlecht, ist ihnen aber nicht –wie den klerikalfaschistischen sturköpfen mit ihrem glauben– negativ anzulasten. Erstens wurde in ihrer zeit gerade bekannt, dass die werke eines solchen mönchischen sturkopfes für den lückenlosen beweis darwins wichtig waren. Das misstrauen war also berechtigt.
    Zweitens widerspricht die behauptung, dass merkmale ererbt werden, der tatsache, dass sozialistische umerziehung die gesellschaft perfektioniert. Wie soll man die menschen vom konsumismus befreien, wenn man erst auf eine konsumismusfreie mutation warten muss, der anschließend als einzigster durch bedarfsgerechten ausbau der kinderbetreuung die fortpflanzung ermöglicht wird?
    Hier zeigt sich allerdings, dass das misstrauen unberechtigt ist. Richard Dawkins bewies nämlich, dass es nicht nur gene gibt, sondern auch meme. Beispielsweise sind religionen oder konsumismus meme. Treibt man sie einer generation durch geeignete umerziehung aus, vererben sie sich in der folgenden nicht mehr weiter. So ist eine dialektik der gesellschaft möglich, eine weiterentwicklung, in der die menschen von reaktionären sachen befreit werden und eigentums-, religions-, und gewissensfreiheit endgültig verwirklicht werden.

Sag ja zu Evo!

In dem Kontext empfehlen wir das offizielle organ des darwinjahres, das evo-magazin, dessen name den genossen evo morales ehrt, den präsidenten des plurinationalen staates bolivien, weil er sich so entschieden für diese gesellschaftliche weiterentwicklung einsetzt. Im evo-magazin veröffentlicht richard dawkins des öfteren kritische artikel über die religiöse verblödung und die richtige  wissenschaftliche weltanschauung. Beispielsweise wies er anlässlich des erdbebens von haiti flankierend zum autorInnenkollektiv hilde benjamin darauf hin, dass ein gott, der einmal eine sintflut schickt, den menschen erwiesenermaßen immer wieder solche katastrophen schicken wird und theologen, die anderes behaupten heucheln und lügen, weil die wahre theologie nur pat robertson und richard dawkins kennen.

Darwins kopfbedeckung drückte mehr solidarität mit indigenen bevölkerungsgruppen aus, als er wirklich hatte, denn seine distanzierung vom sozialdarwinismus war unzureichend.