unser senf zu dresden

Posted on Februar 13, 2010 von

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infolge des weiteren revolutionären leserinnenzulaufs der letzten tage, bedingt durch die empfehlung seitens des „yucca tree post“-blogs, fragten einige vorwiegend in der antifa-arbeit engagierte genossinnen an, ob wir denn nicht auf den geplanten naziaufmarsch in dresden am 13.2. vergessen hätten, da man keinen aufruf zur teilnahme an verhinderungsaktionen hier finden würde.

nun, vergessen tun wir vom autorinnenkollektiv dr. hilde benjamin erst einmal überhaupt nichts. und wenn, dann war es nicht wichtig. warum wir den heutigen erderwärmten wintertag lieber mit – wie am bild unten erkennbar ist – propagandistischem daddeln bei kuchen und kaffee auf dem heimischen sofa verbringen statt dem aufruf zu gegenkundgebungen in dresden zu folgen, hat seine gründe, die wir auch gerne kurz skizzieren wollen.

selbstverständlich kotzen wir ab über den aufmarsch der braunen hirnzombies. zumal sie einmal mehr zeigen, dass die nationalen sozialistinnen – auch wenn sie durchaus würdigenswerte gesellschaftspolitische und emanzipatorische fortschritte gemacht haben – unsere gemeinsame darwinistische wurzel schändlich verraten. erst groß einen auf „kampf ums dasein“, lebensraum und den ganzen kram machen, aber wenn`s dann auch mal in eigener sache ans eingemachte geht, plötzlich kneifen: das geht nun mal gar nicht.

andererseits werden wir (wenn es ihn denn gäbe) den teufel tun, um uns in die reihen der fraktion „bomber harris – do it again“ mit einzuklinken, da wir kein interesse daran haben, dem imperialismus der westalliierten unsere aufwartung zu machen, die sich ja nur deshalb dem großen genossen stalin angedient hatten, um hintenrum der sowjetmacht in den rücken zu fallen und nach dem tag der befreiung umgehend ihre waffen gegen die friedliebenden staaten des sozialistischen lagers zu richten und damit der weltrevolution entgegenzutreten. was dabei am ende rauskommt, sehen wir ja nicht zuletzt heute in kundus.

und auch wenn deutsche täter selbstverständlich keine opfer sind, verlassen wir uns im kampf gegen die neofaschistische relativierung auch ganz auf die richtigkeit des wissenschaftlichen weltbildes und sind davon überzeugt, dass der fortschritt der wissenschaft die mortalität im zusammenhang mit den luftangriffen auf dresden weiter senken wird. war anfangs lange die rede von bis zu 300.000 toten auf grund der bombardements, waren`s im laufe der 90er-jahre bloß noch 35.000, während heute von 25.000 gesprochen wird. schreitet die wissenschaftliche aufarbeitung in dieser richtung fort, ist davon auszugehen, dass sich spätestens in 30-40 jahren die erkenntnis bahn gebrochen haben wird, dass alle zum zeitpunkt der angriffe in der stadt anwesenden personen nicht nur die bombennacht, sondern auch noch den tag der befreiung überlebt und einen langen, freudvollen lebensabend in der karibik hatten. würden dann noch angehörige leben, wäre das bestimmt eine freudige nachricht für sie.

vor allem aber unterstreicht der heutige aufmarsch ja auch wieder die richtigkeit der evolutionstheorie und ist damit als – wenn auch verspäteter – beitrag zum darwinjahr zu werten, da tausende personen aus dem so genannten „nationalen widerstand“ der welt einmal mehr für alle sichtbar beweisen werden, dass der mensch vom affen abstammen muss und die von kreationisten stets vehement bestrittenen mischformen massenhaft mitten unter uns leben.

insgesamt dienen die ganze erbsenzählerei und das dresden-brimborium heute also nur dem zweck, vom völkerrechtswidrigen angriffskrieg der imperialistischen yankees und der kapitalistischen länder in afghanistan abzulenken.

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