die arroganz der kirchenmächtigen

Posted on Februar 25, 2010 von

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. . . ist deutlich zutage getreten, als der als „bischof“ bezeichnete bürger robert zollitsch der ministerin für justiz der brd, der genossin leutheusser-schnarrenberger, ein ultimatum gestellt hat. Wer denkt er eigentlich, was er ist? Ihr sprecher hatte vollkommen recht und war noch viel zu diplomatisch, als er es „ein wenig ungewöhlich“ bezeichnet hat, dass einem regierungsmitglied eine frist für eine antwort gesetzt werde. Seit der demokratischen revolution von 1918 nennt man regierungsmitglieder zwar nicht mehr Exzellenz, aber nichtsdestotrotz sind führende repräsentantInnen mit mehr respekt zu behandeln als der religiösenmob, mit dem zollitsch sonst zu tun hat.

In der sache hatte die genossin von der freidemokratischen partei des antifaschistisch-demokratischen blocks nämlich völlig recht: Die kirche arbeitet tatsächlich nicht konstruktiv mit den strafverfolgungsbehörden zusammen. Ihre politische motivation für diese vertuschung haben wir längst durchschaut. Zwar wurde bisher kein kirchenmitarbeiter wegen falschaussagen gegenüber strafverfolgungsbehörden verurteilt, aber die einführung von verhaltensregeln bei verdacht auf kindesmißbrauch in den bistümern wurden verdächtig wenige jahre vor dem bekanntwerden der fälle bei den jesuiten aufgestellt. „Es kann nicht länger angehen, dass die Kirchengremien den Verdacht von sexuellem Missbrauch an Kindern zuerst selbst untersuchen und erst dann der Justiz übergeben.“ schreibt richtig die neue westfälische, eine westfälische version des neuen deutschlands. Nur weil die strafgesetze der brd normale menschen nicht zur anzeige derartiger straftaten verpflichten, kann dies nicht allein den offiziellen staatsanwältInnen überlassen werden. Auch in der ddr war man nicht zur anzeige verpflichtet, trotzdem haben sich viele für recht und freiheit durch ihren staat engagiert und sind inoffizielle mitarbeiterInnen geworden. Ihnen gilt —wie genossin andrea jüngst schrieb— unser dank.

Die kirche darf insbesondere nicht das beichtgeheimnis über die freiwilligen staatsbürgerschaftlichen pflichten ihrer priester stellen. Der humanistische verband springt da der genossin leutheusser-schnarrenberger, mitglied der humanistischen union, bei: Das beichtgeheimnis muß beschnitten werden! Bei all den schmerzen, der durch kindesmißbrauch entsteht, ist geheimniskrämerei nicht angebracht. Das gebot sozialistischen humanismus ist nämlich öffentliche kritik und selbstkritik nebst genauer schriftlicher protokollierung bei allen menschen. Natürlich wird man das anfangs als unangenehm empfinden. Aber schon wilhelm reich erinnert uns, „daß eine höhere Form des Lebens nur unter Schmerzen geboren werden kann.“ (Kap. III.2)

Wir fordern also die komplette aufhebung des überholten beichtgeheimnisses, des überholten bankgeheimnisses, des beichtkniebankgeheimnisses und aller aktuellen NATO-geheimnisse!