Auch kein sex ist missbrauch! (feat. köpfe des proleten 2009 – teil 2)

Posted on März 17, 2010 von

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Kürzlich haben wir das erschütternde exklusivinterview mit genosse schloch publiziert, das die grausamkeit der klerikalfaschistischen missbräuche offenlegte. Besonders empörend ist, dass darüber erst nach über 60 jahren berichtet wurde und die ganze zeit der widerspruch zwischen der bürgerlichen sexualmoral, in deren bütteldienst die kirche durch ihre autoritären predigten steht, und den natürlichen sexuellen bedürfnissen von priestern und kindern vertuscht worden war. Die dialektische auflösung  der widersprüche des kapitalistisch-klerikalfaschistischen systems führt bekanntlich zur befreiung des volkes. Die professionelle journalistische arbeit eines ganz besonders avantgardistischen volksgenossInnen wurde früher noch von der das massenbewusstsein formenden reaktion missachtet, so dass er sich unter seinen kollegInnen nicht genug durchsetzen konnte.

Erst die moderne presse nimmt hier den proletarischen kampf wieder auf. Schließlich ist die aufgabe der presse nicht die kontrolle der politik, denn es sind ja die gewählten repräsentantInnen in der politik, die von der demokratischen mehrheit die aufgabe der kontrolle mittels der behören für staatssicherheit übertragen bekommen haben, sondern aufgabe der presse ist die bewusstseinsbildung der massen für eine freiere, bessere, sozialistischere und vor allem religionsfreie gesellschaft.

...und mit dem rechten ohr, was alles hochgeheim ist.

Genossin ranke heinemann hört mit dem linken ohr...

Vorbildlich ist da die rolle der genossin Uta Ranke-Heinemann, die uns durch ihre kenntnis der geheimen klassenfeindlichen pläne des klerus auf etwas skandalöses aufmerksam macht:  papst benedikt hat „eines von zwei Geheimschreiben verfasst, die jeder Bischof in seinem Tresor liegen hat. […] Das zweite stammt von Kardinal Ratzinger aus dem Jahr 2001 und heißt: „De delictis gravioribus“ (Von den schwersten Verbrechen). Beide Geheimschreiben betonen die „ausschließliche Kompetenz des Vatikans“ in Pädophiliefällen. Gleichzeitig werden alle Bischöfe unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Missbrauchsfälle ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden, was zu einer totalen Justizbehinderung für die staatlichen Gerichte führt.“

Egal, was der papst wirklich gesagt hat. Er ist rückständig, sexualfeindlich, faschistisch und sieht häßlich aus, wie man auf diesem bild sieht, muss also zurücktreten.

Man kann man das hochgeheime schreiben, das nur genossin ranke-heinemann kennt und in den tresoren der bischöfe unter verschluss liegt, hier auf deutsch und auf der seite des vatikan auf lateinisch lesen. Da steht tatsächlich die androhung der exkommunikation bei offenbarung des beichtgeheimnisses, ein anachronismus, den wir und die genossin leutheusser-schnarrenberger schon lange angeprangert haben. Bestimmt steht da auch die „ausschließliche Kompetenz des Vatikans“  in pädophiliefällen gegenüber den staatlichen staatsanwaltschaften, aber wir haben gerade unsere brille nicht dabei. 8) Klar ist jedenfalls: Der papst muss dringend zurücktreten!

Damit nie wieder solche verbrechen von der kirche begangen werden, haben wir uns entschlossen, für ein gesetz einzutreten, das alle medienschaffenden verpflichtet, täglich missbrauchsfälle durch die kirche anzuprangern. Zwischendurch gab es zwar bedenken, dass dafür nicht genügend täter vorhanden sein könnten, aber da hat uns ein genosse, der selber mal katholisch indoktriniert worden war uns sich zum glück mittlerweile davon emanzipieren konnte, eines besseren belehrt. Denn die kirchliche missbrauchsgeschichte ist deutlich umfassender als bislang bekannt. Es sind nicht nur die kinderInnen in ein paar kirchlichen einrichtungen opfer, sondern alle … alle menschen.

Bislang war vielen gar nicht aufgefallen, wie sehr die kirche und ihre verklemmt-repressive sexualmoral der sozialen kälte dient, die die neoliberalen propagandisten als gesellschaftsideal wünschen. Dazu gehört nämlich auch das verschweigenmüssen der eigenen sexualität in familie, beruf und militär. Wieso soll ein fluglotse im Kontrollturm, eine kassiererin ein einem spielzeugladen, eine mutter bei der jugendweihe oder ein soldat im feuergefecht mit seinem sozialen umfeld sich nicht auch frei über sexualität und seine gefühle austauschen dürfen? Es gibt nur einen grund: Die vereinzelung des an sich sozialen menschen durch das faktische kommunikationsverbot mittels sexueller begegnung zum zwecke der besseren ausbeutbarkeit durch die herrschende elite. Zum glück haben die gewählten repräsentanInnnen unserer demokratischen republik dieses soziale problem der tabuisierung vom gefühls- und berührungsaustausch erkannt und ihre propagandistische tätigkeit zur behebung dieses misstandes im bewußtsein der bevölkerung begonnen. So heisst es auf einer informationsseite für sexualerziehung in kinderInnengärten:

„Der Mensch ist ein sexuelles Wesen von Geburt an, sein Bedürfnis nach Wohlbefinden, Lust und Geborgenheit findet je nach Alter und Entwicklung unterschiedliche Ausdrucksformen. Bei Kindern gibt es keine Trennung von Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität. Sie erleben Schmusen oder Matschen, die Berührung der Genitalien genauso lustvoll und sinnlich wie das Kitzeln am großen Zeh.“

Klaus heck wurde als kind sexuell missbraucht, indem sein kindlicher wunsch nach sexueller befriedigung nicht erfüllt wurde.

Der persönliche erfahrungsbericht des genossen klaus heck, der als staatlich anerkannter diplom-sozialpädagoge und ehemaliges opfer der katholischen missbrauchsklimas diesen sachverhalt kritisch durchschaut, verdeutlicht es:

„Ich habe diesen körperlosen, körperverachtenden Umgang später selbst als Form des sexuellen Missbrauchs bezeichnet. Und irgendwas stimmt daran: die psychische Kastration, das ständige Ablenken von allem Sexuellen, das ist auch Sexualität.
[…]
Analog zum Watzlawickschen Grundsatz der Kommunikationstheorie (Man kann nicht nicht kommunizieren) muss dann der Satz, bezogen auf den Umgang von Erwachsenen mit kindlicher Sexualität, sofern sie überhaupt Umgang mit Kindern haben, lauten:

Man kann nicht keinen Sex mit Kindern haben.

Das klingt – heutzutage – wie ein Freifahrtsschein für Pädophile, folgt aber nur der ganz simplen Logik, dass auch das Verachten, Wegwerfen, Vernichten eine Form des Umgangs darstellt.“ Quelle

Das autorInnenkollektiv dr. hilde benjamin ist sich jedenfalls einig, dass nicht der willkür der eltern überlassen werden kann, ob und wie sie ihre kinder sexuell erziehen und wie sie sie durch viel körperliche liebe zu sozialistischen wesen machen, das ohne scheu über alles frei redet, insbesondere zu organen der nationalen sicherheit. Dank des vorstosses der genossin von der leyen zur verwirklichung des rechts auf staatliche kinderInnenbetreuung gibt es in der hinsicht ja mittlerweile mehr möglichkeiten als früher. Hatte das wüten der sexualreaktion noch die broschüre „Körper, Liebe, Doktorspiele“ des BZgA in einen hinteren teil des internetzes verdrängt, ist es den in ihrer sexualrevolutionären pflichterfüllung unbeirrbaren genossInnen verbeamteten sexualexpertInnen gelungen, ihre inhalte sogar in besserer, kind- und sozial gerechterer form anzubieten. Kinder und Säuglinge lesen schließlich noch nicht genug, um broschüren zu verstehen. Da ist das Lied mit dem Text „Berühren und spüren, ob der andere sich so an mich anlehnt, weil er mich so leiden kann oder schimpft er bloß?“ (zur vorführung in kinderInnengärten) propagandistisch viel geeigneter, zumal der stil dieser musik geeignet ist, eine entwicklung der kinder hin zu fortschrittlich und gesellschaftskritischen punkmusikern zu fördern. Auch wichtige Inhalte aus „Körper, Liebe, Doktorspiele“ leben weiter, etwa ähnelt das obige zitat der informationsseite der BZgA einer passage von S. 5 der zweiten broschüre.