terminologie des klassenfeindes entlarven!

Posted on März 26, 2010 von

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Während der Klassenfeind über den Gesundheitszustand des Geliebten Führers, der Sonne des 21. Jahrjunderts spekuliert obwohl die Genossen von Jungle World schon vor über einem Jahr alles wichtige zu diesem Thema gesagt haben, stellt der Vorsitzende der Volksversammlung Nordkoreas, Yang Hyong-sop, in einer Rede vor Parteifunktionären in der vergangenen Woche fest:

Die Zukunft Nordkoreas liegt in der Loyalität zu künftigen Generationen der Kim-Familie.

Er stellt damit klar, daß die Demokratische Volksrepublik durchaus aus den Fehlern anderer sozialistischer Führer die richtigen Schlüsse gezogen hat. Honecker, Lenin, Ulbricht, Stalin, Hitler oder Mao hatten es entweder versäumt, rechtzeitig Söhne zu zeugen, oder aber, diese als unumstrittene Nachfolger zur Sicherung des sozialistischen Demokratischen Zentralismus aufzubauen. Erst die siegreiche Juche-Philosophie mit ihrer ungebrochenen Vitalität ist über solche Anfängerfehler erhaben und garantiert, daß die Sonne über Nordkorea nicht untergeht. Natürlich werden die Reaktionäre wieder etwas von sozialistischer Monarchie und Personenkult faseln, und sogar einige ungefestigte Genossen werden ihnen das nachplappern. Diese seien an die weisen Worte der Genossen vom »Freundeskreises der Juche-Ideologie in der Kommunistischen Partei Deutschlands« erinnert, die festgestellt haben:

Wenn heute in unserer ach so modernen kapitalistischen Welt so manche Linken das Wort Personenkult aussprechen, vergessen sie, daß dieser Begriff vom Klassenfeind geprägt wurde. Sie vergessen bei der Betrachtung dieses Begriffes vom Klassenstandpunkt heranzugehen und sich die Frage „Was nutzt wem?“ zu beantworten.

Erstmals bediente sich der Gegner in den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts dieses Unwortes, um die Verdienste von J.W. Stalin herabzuwürdigen, des genialen Führers des internationalen Proletariats, des siegreichen Feldherrn im Großen Vaterländischen Krieg, des weisen Gelehrten, der die marxistisch-leninistische Theorie schöpferisch weiterentwickelte und viele andere Wissenschaften durch seine tiefgründigen Arbeiten bereicherte.

Entbehrt also der Vorwurf des Personenkults schon beim Genossen Stalin jeder Grundlage, so ist er – auf den Genossen Kim Il Sung angewandt – ebenso absurd.

Auf die gleiche Weise ist an die Aussage heranzugehen, Kim Il Sung sei ein Diktator. Haben nicht die bürgerlichen Ideologen mit ihrer Totalitarismustheorie die These aufgestellt, daß die faschistische Diktatur gleichzusetzen sei mit der kommunistischen Diktatur? Auch hier die Frage: „Was nutzt wem?“ Wenn so mancher Linke auf diese bürgerliche Ideologie hereinfällt, dann sollte er doch oder noch einmal im „Manifest der Kommunistischen Partei“, in der „Kritik des Gothaer Programms“ und in „Staat und Revolution“ nachlesen, dann nachdenken und sich vom Einfluß der Ideologie des Klassengegners befreien!

Ich bin ganz gerührt, das hätte nicht einmal ich schöner ausdrücken können, und habe volles Verständnis für alle, die spontan in dem Land der immerscheinenden Sonne Asyl beantragen wollen.