fortschrittliche rechtspflege definiert verbrechensbegriff kritisch um

Posted on April 7, 2010 von

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ausgereifte sozialistische persönlichkeiten, die es geschafft haben, gedanklich aus der welt der kleinbürgerlichen mittelklassenwerte herauszutreten und damit auch aus dem stereotypen schwarz-weiß-denken, wie man sie zb in superman-comics findet, erobern im zuge des aufbaus des sozialismus erfreulicherweise vermehrt auch die heimische rechtspflege.

nachdem sich vor einiger zeit bereits der genosse richter riehe ruhm und ehre für urteile eingehandelt hatte, die beweisen, dass kritische zeitgenossinnen es verstehen, auch unter die oberfläche zu sehen, hat sich eine richterin in bremen bereits jetzt reelle chancen auf die nominierung zur hilde-benjamin-gedächtnismedaille für sozial gerechte urteile 2010 gesichert.

sie war zwar durch sachzwänge spätkapitalistischer gesetzgebung und höchstrichterlicher rechtsprechung in ihrem spielraum zu stark eingeengt, um das ziel der fortschrittlichen parteien „die grünen“ und „die linke“, eine gefängnislose gesellschaft zu schaffen, vollständig zu verwirklichen. allerdings hat sie erkannt, dass im falle ali und halil m. nicht irgendein auf moralisierende weise zu verurteilendes verhalten in die heile welt des bürgertums eingetreten wäre (die es ja dank jahrzehntelanger erfolgreicher bewusstseinsarbeit der progressiven eliten nicht mehr gibt), sondern dass der hintergrund strafrechtlich (noch) missbilligten verhaltens stets der soziale konflikt ist.

dieser wird durch die allgegenwärtige hetze seitens der herrschenden immer weiter angestachelt und lässt jugendlichen wie halil und ali m. keine alternativen zu ihrem verhalten. es ist davon auszugehen, dass es die armut ist, die dazu geführt hatte, dass ihr goldkettchen nicht aus echtem gold gefertigt ist und der 3er-bmw, mit dem sie vor der disco vorgefahren waren, immer noch der bank gehört, die die jugendlichen mit wucherzinsen knechtet. die richterin hat in dieser situation das einzig richtige getan und die jugendlichen so weit wie möglich den kerkern des kapitalistischen regimes entzogen.

gnadenlos gegen die vorurteile der bürgerlichen spießerwelt: richter riehe

fortschrittliche rechtspflege versteht es, den begriff des verbrechens kritisch umzudeuten und in seiner sozialen bedeutung zu verstehen. und auf diesem wege muss sie unweigerlich zum ergebnis gelangen, dass es nicht unbedingt ein verbrechen darstellen muss, segregationistisch orientierte personen ohne die nötige sensibilität für kulturelle und mentalitätsmäßige unterschiedlichkeit durch fußtritte erblinden zu lassen, vielmehr hingegen, wenn zb reaktionäre elemente unter missbräuchlicher berufung auf das „elterliche erziehungsrecht“ kinder sozial und geistig erblinden lassen, indem sie diese von staatlichen bemühungen zur bewusstseinsbildung fernhalten.

gerade diversionistische anhänger des aberglaubens missverstehen bewusst den begriff „gewissensfreiheit“, der wie „waffenfreiheit“, „eigentumsfreiheit“ oder „freidenkertum“ rein objektivisch zu verstehen ist. deshalb ist eine „freie gewissensentscheidung“ zwar zb in ordnung, wenn es um die unterbrechung einer schwangerschaft geht (da diese ein handeln „frei von gewissen“ voraussetzt), nicht aber, wenn reaktionäre die gewissensfreiheit subjektivisch verstehen und deshalb meinen, ihr gewissen solle sich frei entfalten können.

vorbildlich und noch einen schritt ist wie immer das sozialistische staatswesen des ehrwürdigen genossen kim. hier werden religiösem wahn verfallene persönlichkeit sogar durch einsatz in produktiver tätigkeit therapiert.