Geschichte der Arbeiterbewegung, Ihrer Führer und Parteien I: Kapitalistische Aggression gegen die Sowjetunion 1917-1938

Posted on April 17, 2010 von

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Im Jahre 1938 erschien die erste Auflage des Kurzen Lehrgangs der Geschichte der KPdSU (Bolschewiki), das verdienstvolle Werk des Genossen Stalin und eines Autorenkollektivs. Dieses Werk enthielt jedoch, wie man heute weiß, erstaunliche Lücken, deren Entstehungsursachen hier erstmals aufgeklärt werden können und sollen.

Es ist ja mittlerweile jedem halbwegs ideologisch gefestigten Genossen klar, daß die Sowjetunion und insbesondere die von ihr befreiten Volksdemokratien, allen voran unsere heute nach und nach wieder in ihrem Wert erkannte Deutsche Demokratische Republik, nicht an wirtschaftlichen Unzulänglichkeiten zugrunde gegangen sind, sondern einzig und allein an den Abweichungen von der Parteilinie, dem schamlosen Revisionismus derer, die nicht mehr die ideologiebildenden Vorzüge eines heroischen Kriegskommunismus kennengelernt hatten. Verweichlichte Elemente, die einer falschen Konvergenztheorie anhingen und meinten, darauf hinarbeiten zu müssen, daß sich Kommunismus und Kapitalismus „irgendwo in der Mitte“ träfen. Dies war natürlich Unsinn. Der Kapitalismus, hätten diese zagenden Kleingeister nur den Mut besessen, durchzuhalten, hätte aufgrund der in ihm reifenden inneren Widersprüche sich auf das Niveau der fortgeschrittenen sozialistischen Volkswirtschaften aufgeschwungen und alles wäre gekommen, wie schon von Marx und Engels wissenschaftlich begründet vorhergesehen. Zwanzig, vielleicht dreißig Jahre hätten genügt, diese unerhörten Errungenschaften auf der ganzen Welt ein für alle Mal zu etablieren.

Durch den Wegfall der leuchtenden Vorbilder ist diese Aufgabe unerhört schwieriger geworden, jedoch, wie die KPdSU durch die Verfolgung seitens der zaristischen Ochrana erst ihre Kampferfahrung gewann, so wird auch diese Interludium unsere Bewegung nur stärken können. Die Haupttendenz in der Welt heißt nach wie vor Resolution!

Gedächtnisschwund als Grundursache des Zusammenbruchs des COMECON

War westliche Diversion schuld am unverdienten Zusammenbruch der Sowjetunion? Es gilt stets, wie Genosse Stalin es uns immer vorgelebt hat, nicht voreilig zu (ver-) urteilen, sondern den wahren Sachverhalt stets sorgfältig zu erforschen.

Diese Aufgabe kann natürlich nicht von bürgerlichen Historikern geleistet werden, sondern nur von in ihrem Klassenstandpunkt gefestigten Historikern der Arbeiterklasse. Es gilt nach wie vor der Satz: alle Räder, auch das der Geschichte, stehen still, wenn unser starker Darm es will!

„Das Studium der heroischen Geschichte der bolschewistischen Partei wappnet uns mit der Kenntnis der Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung und des politischen Kampfes, mit der Kenntnis der Triebkräfte der Revolution.
Das Studium der Geschichte der KPdSU(B) stärkt die Zuversicht in den endgültigen Sieg des großen Werkes der Partei Lenins-Stalins, in den Sieg des Kommunismus in der ganzen Welt.“ (GESCHICHTE DER KOMMUNISTISCHENPARTEI DER SOWJETUNION (BOLSCHEWIKI) KURZER LEHRGANG) Gebilligt vom Zentralkomitee der KPdSU(B) 1938, p.1)

Zurecht (ausnahmsweise!) wird von den Revisionisten der DKP, der Deutschen „Kommunistischen“ Partei, bemängelt:

„So sucht man in der Geschichte … vergeblich Aussagen über die jeweils komplette Besetzung der Führungsorgane und über die konkrete Rolle der führenden Persönlichkeiten in der Revolution und den folgenden schweren Jahrzehnten.“ (Der verkürzte Lehrgang – Vor 65 Jahren: „Kurzer Lehrgang der Geschichte der KPDSU(B)“ Von Günter Judick, unsere zeit – Zeitung der DKP, 14. November 2003)

Worauf hier für einen medizinisch halb(wegs) Gebildeten ganz klar hingedeutet wird, ist eine kollektive retrograde Amnesie. Stalin, „ein Mann wie ein Kristall“ (Herbert Wehner 1938) war an äußerster historischer Genauigkeit interessiert, wie schon die akribische Vorbereitung der grossen Prozesse in den Jahren 1936 bis 1938 beweist. Niemals hätte er etwas unter den Teppich gekehrt, auf dem er so gerne zu ruhen pflegte. Und dennoch, Gedächtnislücken allenthalben:

„1956, nach dem XX. Parteitag, verschwand das Buch in der Versenkung, eine kritische Auseinandersetzung aber fand nicht statt. Auch wenn viele Positionen nicht mehr vertreten wurden, blieben Denk- und Verhaltensweisen vor allem im Parteiverständnis wirksam.“ (ebd., letzter Absatz)

Das kann, Genossinen und Genossen, für einen gestählten, ideologisch gefestigten historisch-materialistischen Historiker nur eine Ursache haben: die Gegenrevolution. Der Klassenfeind schläft nie!

Nachdem das unwiderleglich bewiesen wäre, stellt sich uns nun die Frage nach der materiellen Ursache dieses unfreiwilligen Gedächtnisverlustes. Und es stellt sich die Frage, warum diese Ursache solange unentdeckt bleiben konnte, schliesslich arbeiteten im gesamten Ostblock überall ideologisch gefestigte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, in der Chemie allen voran die unvergleichliche Elena Ceaucesu, denen das nicht hätte verborgen bleiben können.

Allein, und das ist die Tragik der Geschichte des (ansonsten) siegreichen Kommunismus, die Forschungen waren erst nach 1989 genügend gediehen, um die Warnsignale zu senden, die Genosse Stalin 1938 benötigt hätte, dem Gedächtnisverlust auf die Spur zu kommen.

Schwindendes Erinnerungsvermögen und Aluminiumproduktion – ein überraschender Zusammenhang!

Betrachten wir nun das materielle Substrat, das, wie jedem geschichtlichen Vorgang, so auch diesem, zugrundeliegt, das Aluminium.

„[Für] Stalin gab es … eine Gruppe von Menschen, die er mochte, denen er alle Möglichkeiten zum Forschen, Konstruieren, Arbeiten einräumte. Das waren diejenigen, die Aluminium herstellen konnten. … Aluminium war … Stalins Lieblingsmetall …Deutschland war … zum größten Aluminiumproduzenten der Welt geworden, hatte die USA weit überholt, erzeugte das Vierfache Frankreichs! … Die Sowjetunion konnte bei Beginn des 2. Weltkrieges immerhin schon ein Viertel der Aluminiummenge des aggressivsten imperialistischen Staates herstellen …“ (Walter Florath: Stalin und das Aluminium, T&P – Theorie und Praxis aus marxistischer Sicht, Ausgabe 08/2006)

Folglich stieg der Aluminium-Einsatz in der Sowjetunion ungeheuer an. Nach der erfolgreichen Befreiung der Brüdervölker, die später zum Rat für gegeneinseitige Wirtschaftshilfe gehören sollten, machte sich die Sowjetunion auch selbstlos daran, diese mit Aluminiumlieferungen zu beglücken.

„Die wichtigsten Rohstoffe [der DDR] kommen überwiegend aus dem Ostblock. Allein die Sowjetunion liefert 81 Prozent der Erdölimporte, 45 Prozent der Steinkohle (weitere 47 Prozent liefert Polen, den Rest die Tschechoslowakei und die Bundesrepublik), 75 Prozent der Baumwolle, 87 Prozent des importierten Schnittholzes und 100 Prozent der Importe von Erdgas, Zink, Blei und Aluminium.“ (DDR: Stabilität vom Staat verordnet, Datum 10.1.1975 – 14:00 Uhr, ZEIT online)

Auch der focus erwähnt „monströse Aluminiumhütten“.

Daß dies erst eine Entwicklung war, die unter Stalin ihren Lauf nahm, kann man überall nachlesen:

„In unserem Lande wurde der im zaristischen Rußland völlig unbekannte Industrierohstoff Bauxit gefunden. Aus Bauxit wird Aluminium gewonnen. … Die Sowjetunion besitzt nicht nur eine ausgedehnte Stahl- und Eisenindustrie, sondern auch eine Buntmetallindustrie. In großen, modern eingerichteten Werken wird Kupfer, Blei, Zink, Aluminium und Nickel geschmolzen. … Im Kusnezkbecken wurde eine neue Aluminiumfabrik gebaut. (Der gesellschaftliche und staatliche Aufbau der UdSSR, I. Das Territorium und die Naturschätze der UdSSR, p. 13)“

Aluminium wurde zu einer wahren Besessenheit:

„[1924] … stellte der Wegbereiter der russischen Flugzeugindustrie, Andrei Nikolajewitsch Tupolew seine aus Aluminium gebaute ANT-2 vor“ (Wikipedia: Aeroflot, Anfangsjahre)

Die Sowjetunion steigerte den Aluminiumausstoß von Jahr zu Jahr:

„Was die Buntmetallgewinnung anbetrifft, soll, verglichen mit dem Stand von 1940, die Kupfergewinnung auf das 1,6fache, die Aluminiumgewinnung auf das Doppelte, die Magnesium­gewinnung auf das 2,7fache, die Nickelgewinnung auf das 1,9­ fache, die Bleigewinnung auf das 2,6fache, die Zinkgewinnung auf das 2,5iache, die Wolframgewinnung auf das 4,4Eache, die Molybdängewinnung auf das 2,1fache und die Zinngewinnung auf das 2,7iache ansteigen.“ (J. LUGANIN: DIE SOWJETINDUSTRIE – IHRE PLANUNG, LEITUNG UND ENTWICKLUNG, VERELAG DER SOWJETISCHEN MILITÄRVERWALTUNG IN DEUTSCHLAND, BERLIN 1947

Die Sowjetuinion war, wie auch auf allen anderen Gebieten, dabei, den Westen nicht nur ein- sondern überzuholen:

Aluminiumindustrie in der Sowjetunion
In den 70er Jahren schloss sich Russland den weltweit führenden Ländern in der Aluminiumherstellung und -verarbeitung an. Zehn Jahre darauf betrug die jährliche Pro-Kopf-Verbrauchsrate in Russland 14 bis 15 kg Aluminium, was vergleichbar ist mit dem heutigen Aluminiumverbrauch mancher führender Länder. Die Sowjetunion war einer der weltweit grössten Aluminiumproduzenten.“ (The aluminium industry during and after the Soviet Union time (deutsch)), AluScout – Hervorhebung F.D.)

Siehe auch „Состояние и перспективы алюминиевой промышленности России“

Es ist also ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem fortschreitenden Verfall der Sowjetunion, dem Gedächtnisschwund und Realitätsverlust ihrer Eliten und steigender Alumiumgewinnung und –verbrauch in der Sowjetunion, ja, des gesamten Wirtschaftsraumes, festzustellen.

Das Geheimnis ist gelüftet: Alumium und Alzheimer, eine kapitalistische Weltverschwörung!

„Eindeutige Beweise dafür, dass zu viel Aluminium im Trinkwasser das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen kann, wurden 1988 erbracht. Ein Zwischenfall im Wasserwerk in Camelford in Cornwall, England, führte dazu, dass die Bevölkerung dort Wasser mit enorm erhöhten Aluminiumsulfatwerten trank. Gedächtnisverlust war ein sehr verbreitetes Leiden unter den bedauernswerten Menschen, die dieses kontaminierte Wasser zu sich nahmen.
Wichtige Beweise für den Zusammenhang zwischen Demenz und Aluminium kommen auch von McLachlans Ontario-Studie, bei der 668 Gehirne von verstorbenen Alzheimerpatienten untersucht wurden.28 Sie bewies, dass das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, bei Personen, die in einer Gemeinde lebten, wo das Trinkwasser mehr als 100 Mikrogramm Aluminium pro Liter enthielt, 2,5 mal höher war, als bei solchen, bei denen der Aluminiumanteil im Trinkwasser unter diesem Wert lag.“ (NEXUS Magazin: Alzheimer und Aluminium – Hervorhebung F.D.)

Selbst bei denjenigen, die sich nur theoretisch mit dem Zusammenhang zwischen Alzheimer und Aluminium befassen, verursacht diese Arbeit schwere Gedächntis- und Konzentrationsstörungen.

„Bereits 1897 wurde im Hinblick auf die Entstehung der Alzheimerschen Erkrankung das Aluminium verdächtigt, und eine ganze Zahl von Studien haben erhöhte Aluminiumwerte in vom Morbus Alzheimer betroffenen Hirnarealen aufdecken können. Ähnliches gilt für Down-Patienten jenseits des 30. Lebensjahres. Jede Verschlechterung der Aluminiumbindung an Transferrin schafft die Möglichkeit einer ausgeprägteren Aluminiuminkorporation im Gehirn mit nachfolgenden neurotoxischen Effekten. Wenn in der vorgelegten Studie beim Morbus Alzheimer wie auch beim Down-Syndrom eine markant geringere Gallium-Plasmatransferrinbindung festgestellt wurde, bedeutet dies größere Mengen von Gallium/Aluminium mit niedrigem Molekulargewicht, die leicht die Blut-Hirn-Schranke passieren können.“ (toxcenter: Alzheimer Bindungsdefekt für Aluminium)

Nachdem diese Ursachenanalyse der einst niedergeschlagenen internationalistischen revolutionären Bewegung wieder neuen Aufschwung zu geben drohte, begannen die reaktionären Schreiberlinge des Monopolkapitals natürlich sofort mit einer Abwiegelungskampagne, aber diese wird den nunmehr niedergewiedererrungenen Klassenstandpunkt nicht mehr beeinträchtigen können. Allenthalben beginnen sich Altkader wieder zu erinnern und an der Aufbauarbeit wieder teilzunehmen, getreu der alten, bewährten Losung:

Von der Sowjetunion lernen heißt siechen lernen!

Feliks Dzerzhinsky