Mißbrauch der mathematik II

Posted on April 21, 2010 von

14


Letzte woche haben wir wissenschaftlich korrekt die blinde mathematikgläubigkeit als ursache für den konservatismus und mystizismus von ingenieuren ausfindig gemacht.


Mathematik als voraussetzung von eigentum und ausbeutung: Landvermesser in ägypten. Man beachte die feine kleidung des angehörigen der elitären mathematikerkaste, der den vermessungsstab hält.

Am anfang hatte sie in der dialektik gesellschaftlicher entwicklung eine wichtige rolle gespielt. Noch heute sind vernünftig denkende menschen über die existenz irrationaler zahlen erschrocken, wie genosse klauspeter richtig erkennt. In der entwicklung des kapitalismus hat die mathematik dann eine rolle gespielt: Zunächst in der unterdrückung ägyptischer fellachen mittels landvermessern, später in der hand von ingenieuren, die den kapitalistem maschinen zur ausbeutung der arbeiterInnen konstruierten. Auch die moderne kriegstreiberei mit artillerie und funkortung wäre ohne mathematik undenkbar gewesen, ebenso moderne gerätemedizin, etwa tomographie. Doch die entwicklung des sozialismus macht all dies überflüssig. Von rudi dutschke wissen wir, dass gesellschaftlicher umbau hunger, leid und krieg abschaffen wird. Damit wird weiterer technischer fortschritt durch mathematik überflüssig, ja sogar zu einer bedrohung. Klauspeter sagt nämlich:

„der Sozialismus kann die Produktivkräfte nur so weit über das im Kapitalismus erreichbare Maß hinaus entwickeln, wie er die Produktivkräfte – und damit auch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt – unter Kontrolle bringt.“

Wichtig ist also, die entwicklung in der mathematik streng zu kontrollieren und konterrevolutionäre umtriebe in ihren reihen in tapferer tschekistischer manier zu bekämpfen, etwa so wie bei Егоров geschehen. Da nämlich die mathematik –anders als germanistik (durch literatur von brecht, seghers, nesser usw.), soziologie, entwicklungsökonomik und andere fortschrittliche studienfächer– kein gespür für gesellschaftliche misstände vermittelt, droht sie sich zum sammelbecken integrationsunwilliger klassenfeindlicher sexualasketen werden. Dem muss entgegengewirkt werden, indem schon in der frühkindlichen mathematikförderung weniger auf den überkommenen, sterilen stoff eingegangen wird, sondern mehrheitlich sexualpädagogische inhalte vermittelt werden. Schon wilhelm reich hatte nämlich die sexualhemmende und damit die gesellschaftlichen fortschritt hemmende funktion des werbens für mathematik entlarvt:

„Es ist völlig sinnlos, für die breite Masse der Bevölkerung ein Ideal aufzustellen, wonach die Mathematik zu einer spanndenden Sensation werden und dadurch das natürlichste Bedürfnis aller Lebewesen [den sexualtrieb, anm. politbuerokrat] ersetzen soll. Wir können nicht zugeben, daß eine derartige Ideologie aufrichtig und wirklichkeitsgetreu ist. So sieht das Leben nicht aus! Und die Revolution hat keine verlogenen Ideale, sondern das lebendige Leben der Sexualität und Arbeit zu verteidigen und zu sichern!“ (Die sexuelle Revolution, Kap. III.3)

3 animierte "Lösungsmengen algebraischer gleichungen." Als ob die elitäre mathematik das problem der sozialen ungleichheit für die menge der entrechteten löst!

Man kann sich leicht vom wahrheitsgehalt dieser worte des pioniers der marxistischen sexualpsychologie überzeugen. Wir haben rechts eine sogenannte homotopie abgebildet, die in ihrem befriedigenden effekt offensichtlich weit hinter homosexualität zurückliegt. Nur wessen sexualität von durch kirchen autoritär erzwungene sexualaskese völlig eingetrocknet ist, schaut sich dieses bild fasziniert an. Der sexuell, dialektisch und ökonomisch befreite proletarier hingegen wird sich lieber einen porno reinziehen wollen.

Zu lernen, das natürliche sexualbedürfnis in einer gesellschaftsverträglichen form auszuleben, ohne patriarchalische oder klerikalfaschistische insitutionen zu errichten, hat also in einem wirklichkeitsbezogenen bildungssystem priorität. Dies ist sogar ohne abstriche an der gesamtqualität mathematischer ausbildung möglich. Wird den kinderInnen beigebracht, dass man in mathematik auch ohne anstrengung erfolg haben kann, werden sie freiwillig (!) mehr erfolg darin haben und auf antisoziale abreaktion der spannungen aus konkurrenzkampf und selbstverdinglichung, die das kapitalistische system ernähren, verzichten. Der rubikwürfel führt beispielsweise zur ausgrenzung von migrantInnenkinderInnen, die schwierigkeiten mit der mathematischen sprache haben, und zementiert so soziale disparitäten zwischen denen, die den würfel lösen können, und denen, die es nicht können.

Die alternative, die das selbstwertgefühl aller kinderInnen und damit den sozialen frieden fördert, ist der volkswürfel. Er ist auf allen seiten rot und kann deswegen von allen benutzerInnen in der gleichen zeit gelöst werden, die überdies kürzer ist. Dadurch ist politisch sichergestellt, dass aggressionen vorgebeugt wird. Zusätzlich wird die arbeitskraft der kinderInnen freigesetzt, um sich an tabuisierten körperstellen zu berühren, um brecht und andere gesellschaftskritische literatur zu lesen, autos anzuzünden, gegen kernkraft zu demonstrieren und vieles mehr.

Man sieht also: Mathematik ist nicht alternativlos. Das autorInnenkollektiv dr. hilde benjamin fordert deswegen nachhaltige veränderungen der forschungsförderung weg von mathematik und ingenieurswissenschaften hin zu kritischer forschung wie  sozialwissenschaften, gender studies, literaturstudien linker autorInnen und frühstkindlicher sexualpädagogik.

Advertisements
Posted in: uncategorized