„Flotilla“ – Hollywood nimmt sich des Friedenskampfes an

Posted on Juni 6, 2010 von

3


Wir Fortschrittliche haben es in den letzten Jahrzehnten erfolgreich geschafft, Meinung zu bilden, Bewusstsein zu stärken und zu kontrollieren, wie Persönlichkeiten, Sachverhalte und Ereignisse unter den Massen und in der kritischen Intelligenz gewertet werden. Hollywood hat uns dabei nicht unwesentlich geholfen.

Eine jener Persönlichkeiten, die durch unsere Aufklärungsarbeit zu einem Paria aller gesellschaftlicher relevanter Kräfte gemacht werden konnte, war der frühere US-Senator Joseph McCarthy. McCarthy war es, der beispielsweise die progressive Elite unter den Intellektuellen und Filmschaffenden wegen ihrer Aufgeschlossenheit und ihrer offenen Haltung zu Feinden Amerikas stempeln wollte – was völliger Quatsch war, denn gegen ein dem Fortschritt und der Humanität verpflichtetes, sozialistisches Amerika hätte niemand von ihnen, ja hätten nicht einmal der Genosse Koba oder wir etwas einzuwenden gehabt.

Und auch wenn die Verschwörungstheorien, wonach die Kommunistische Internationale nicht zuletzt Medien und Filmindustrie in den USA unterwandert hätte, nur Ausdruck einer paranoiden und faschistischen Persönlichkeitsstruktur waren und sind, bestätigen Ausnahmen die Regel. So wie kürzlich die couragierte Informelle Mitarbeiterin unseres AutorInnenkollektivs, die uns unter Gefährdung ihrer beruflichen Existenz (die Republikaner hätten wieder einmal einen Skandal daraus gemacht) exklusiv eine Kopie des Drehbuchs zu einem Filmprojekt zugespielt hatte, dessen Realisierung zurzeit besondere Geschäftigkeit in der gesamten zeitgemäß denkenden Kunstwelt verursacht.

„Flotilla“, dessen Regisseur James Cameron aus Furcht vor Repressalien zionistischer Hintergrundkräfte in den USA gerne inkognito bleiben möchte (wir haben auch nichts gesagt, psst!), soll nicht, wie der Name auf den ersten Blick nahelegen mag, an Erfolgsfilme „Tortilla Flat“ oder „Godzilla“ anknüpfen, sondern im Wesentlichen an Machart und Erfolg des Blockbusters „Titanic“.

Da Millionen noch lebender Zeitzeugen ihn am Ende des ersten Teils ertrinken sahen, dürfte zwar Leonardo Di Caprio nicht mehr für „Flotilla“ zur Verfügung stehen, aber Recherchen unseres Blogs haben ergeben, dass geplant ist, ein ansehliches internationales Potpourri an Schauspielern für die filmische Umsetzung von „Flotilla“ zu requirieren.

Ob in Äthiopien, wo die Bundeslade lagern soll, oder in Gaza, wo die Hungerblockade Platz greift: Überall, wo die Zionisten ihre Finger im Spiel haben, hungern Menschen. Den fortschrittlichen Kulturminister von Gaza, Genossen Atallah Abu al-Subh, kann nur die wertvolle Lektüre der "Protokolle der Weisen von Zion" daran hindern, vom Fleisch zu fallen

Die Handlung liest sich überaus spannend und ist von brennender Aktualität:

Die zionistische Entität hat sich außerhalb der Weltgemeinschaft gestellt. Von einem türkischen Hafen aus stechen einige Dutzend humanitär gesinnte, fortschrittliche GenossInnen aus mehreren Ländern der Erde in See, um gegen die unmenschliche Blockade des Gaza-Streifens zu protestieren und einer ausgehungerten Bevölkerung zu Hilfe zu eilen.

Während der Fahrt lernt der junge Faisal (gespielt von Til Schweiger?), ein aus Afghanistan nach Europa eingewanderter Friedenskämpfer, der zusammen mit seinen Kameraden pyrotechnischen Bedarf nach Gaza schmuggeln möchte, um den Kindern einen angenehmen Jahreswechsel zu ermöglichen, und Gewehre für das Tontaubenschieß-Team der palästinensischen Olympiamannschaft, die reifere Genossin Tanja Huhn (Margo Stilley?) kennen, die als Büroleiterin einer Abgeordneten der deutschen Partei der Arbeiterklasse auf das Schiff mitgekommen war.

Die Genossin Huhn hatte Monate zuvor den als Kontaktmann zur gewählten Regierung von Gaza ebenfalls auf dem Schiff befindlichen Genossen Kurt Schlumpf (Peter Sodann?) verlassen und war not amused über die Begegnung mit dem von ihr Geschassten.

Faisal und die Genossin Huhn finden rasch Gefallen aneinander. Sie versuchen, durch Gesellschaftsspiele, Diskussionsrunden und gemeinsame Musik die Intellektuellen aus den westlichen Ländern und die dschihadistischen Kämpfer aus den islamischen Ländern einander näher zu bringen. Als der mitgereiste, arbeitslose Club-Med-Animator Bülent Sahin (Bushido?) seine Gitarre auspackt und einen alten Carlos-Santana-Hit in „Sharia, Sharia“ umtextet, bricht das Eis und die gesamte Besatzung beginnt in einen fruchtbaren Dialog zwischen Sozialismus und Islamismus einzutreten.

Genossin Huhn beispielsweise wird von ihren Vorbehalten gegenüber dem kolportierten Frauenbild der Friedenskämpfer kuriert, als ihr ein Weggefährte Faisals erklärt, dass Frauen gar nicht immer gezwungen wären, den Hijab zu tragen, sondern ihn beispielsweise auch in der Öffentlichkeit ablegen dürfen, wenn dies dem Djihad diene. Auch die Reproduktionsrechte der Frau, wie sie der Sozialismus schütze, wären im islamistischen System nicht in Frage gestellt, da der Widerstandskampf gegen Israel gleichzeitig auch eine Form der Geburtenkontrolle wäre und die – aus jüdisch-christlichem Aberglauben heraus geborene – Bigotterie des so genannten „Kinderschutzes“ im Friedenskampf keine Bedeutung hätte.   

Dass der Widerstandskampf der Hamas keine Altersgrenzen kennt, ist auch ein Beitrag zur Geburtenkontrolle und damit zum menschlichen Fortschritt. Ein explodierter Sprengstoffgürtel emittiert weniger CO2 als das ihn tragende Kind bis zum 18. Geburtstag emittiert hätte. Diese vorausschauende Haltung der Hamas darf nicht unterschätzt werden und macht den antizionistischen Kampf moralisch noch gerechtfertigter.

Im Gegenzug versteht es die Genossin Huhn, den Dschihadisten die Errungenschaften der Bewusstseinsarbeit der 68er-Generation und aller fortschrittlicher Kräfte nahezubringen und ihnen deutlich zu machen, dass aus religiösem Aberglauben resultierende Vorurteile nur die Entschlossenheit im Kampf gegen den Zionismus schwächen würden. Die Polygamie im Islam wäre etwa ein Zeichen dafür, dass diese Kultur bereit wäre, überholte Besitz- und Exklusivitätsansprüche in Frage zu stellen.

In der Folge befreit die gesamte Besatzung der Flotille ihr Bewusstsein und übt sich in befreiter Sexualität, Jeder mit Jedem, auch die Esel und Maultiere an Bord sowie die Bordinstrumente, die Inhalte des Kühlhauses und der Konservenbüchsen sowie der Reinigungsgerätschaften werden dabei nicht ausgelassen. „Gut“ und „Böse“, Vorurteile aus jüdisch-christlicher Arroganz, soll es höchstens noch beim Wrestling geben dürfen, am Besten aber nicht mal mehr dort…

Ganz konfliktfrei geht diese Bewusstseinserweiterung leider noch nicht von Statten. So wird Animator Sahin eines Abends erdrosselt in der Schiffstoilette gefunden und schnell fällt der Verdacht auf Faisal, nachdem dieser beobachten musste, wie die Genossin Huhn bei ihm (also Sahin) Sexualität von emotionaler Verbundenheit zu trennen wusste.

Andererseits beginnt es die Genossin Huhn zu belasten, dass die Mehrzahl der männlichen Passagiere es tendenziell bevorzugt, ihren naturgegebenen Sexualtrieb an den mit an Bord befindlichen Nutztieren und Nahrungsmitteln auszuleben als an ihr selbst. Huhn findet Trost im Islamismus, beginnt sich zu verhüllen und Fatwas des Genossen Scheich Qaradawi zu lesen.

Als an Bord darob wieder die alte Sprachlosigkeit und der Rückfall in überlebte bürgerliche Verhaltensweisen einzukehren droht, fasst sich die im Laufe der Überfahrt dazugestoßene Musikgruppe Green Tray Day ein Herz und intoniert eine Coverversion eines Ugly-Kid-Joe-Klassikers, umgetextet zu „(I hate) Everything about Jews“. Die Begeisterung kennt keine Grenzen und am Ende stellen alle wieder das Verbindende über das Trennende.

Als die zionistische Militärmaschinerie nach dieser höflichen, aber bestimmten Ansage mit ungeahnter Brutalität die Flotillie stürmt und die Gastfreundschaft der Passagiere nicht zu schätzen weiß, nehmen Faisal und die Genossin Huhn die Leiche des Animateurs als Schutzschild und stürmen mit Maschinengewehren im Anschlag auf die IDF-Soldaten los. Sie eröffnen das Feuer und lassen nicht einmal davon ab, als die israelische Armee zu rechtsextremistischen Provokationen greift und – wie weiland der Ösi-Faschist HC Strache – von der Paintball-Munition Gebrauch macht.

 

Am Ende erschießen die zionistischen Schergen das fortschrittliche Traumpaar. Die internationalen Medien hingegen berichten, Israels Soldaten hätten auf unbewaffnete Blockadekritiker geschossen, die im Begriff waren, einen Verwundeten abzutransportieren. Die Welle der internationalem Empörung veranlasst die UNO, die fortschrittliche Administration Obama und die europäischen Regierungschefs, Israel zu verurteilen, es zu isolieren und am Ende zu erreichen, dass die reaktivierte Genossin Schulamit Aloni einen Erdrutschsieg bei den nächsten Wahlen feiert und die Auflösung Israels verkündet.

Der Film endet mit Bildern von Willkommensfeiern europäischer Regierungen, die für die aus der nicht mehr existierenden zionistischen Entität zurückkehrenden Juden bereits im Vorfeld eigene, abgeschlossene Siedlungen an den Rändern ihrer Großstädte errichtet hatten und diese nun dort begrüßen. Selbst Nazis schließen ihre Webseiten, da mit der Auflösung Israels der Sinn ihrer Aktivitäten weggefallen ist. SozialistInnen aus allen Parteien des demokratischen Blocks und aus der NPD erklären in Interviews ihre Freude darüber, dass ihr Feindbild endlich wieder greifbar und faktisch vor der eigenen Haustüre angekommen ist…

Auch wenn der „ßagenumwobene Literaturpapßt“ Marcel Reich-Ranicki sich lieber von Broder und Konsorten feiern lässt und ihm deshalb wohl das Drehbuch noch nicht zu Zwecken der Rezension zugesandt worden ist: „Flotilla“ wird alles in den Schatten stellen. Schade nur, dass der Genosse Sergej Eisenstein das nicht mehr erleben darf…

PS: Ein erstes Video zum Soundtrack gibt es auch schon –>