Woodstock auf Ameland: Jugendliche nicht kriminalisieren!

Posted on Juli 21, 2010 von

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Wie wichtig es ist, dass die Partei als revolutionäre Avantgarde der Arbeiterklasse nicht nur die führende Rolle im Staat, sondern auch die umfassende Deutungshoheit in Gesellschaft und Medien innehat, zeigt die aktuelle Aufgeregtheit in manchen Publikationen, denen die selbstständige Einnahme des richtigen Klassenstandpunktes offenkundig noch Probleme bereitet, im Bezug auf die kürzlichen Ereignisse in Ameland.

Ein Blick in die Ausarbeitung des Genossen politbuerokrat über den nicht zu unterschätzenden sozialen Wert von Ferienlagern (oder wie es in der BRD gelehrt wurde: „Ferienlägern“) hätte genügt, um der reaktionär-kapitalistischen Gräuelpropaganda, die fortschrittlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte hätten die Jugend verroht und die – natürlich nach bürgerlichen Wertmaßstäben definierten – Sitten zerstört und in Ameland wäre es zu Akten des „sexuellen Missbrauchs“ gekommen, schon im Vorfeld zu durchschauen und politisch richtig zu deuten. 

Anfangs wussten wir auch noch nicht präzise einzuordnen, was im Kinderferienlager der GenossInnen des Sportbundes Osnabrück exakt von Statten gegangen war, zumal einige Fragen offen blieben – beispielsweise warum immer noch an der regressiven und genderemanzipatorischen Anliegen abträglichen Trennung der Schlafsäle nach Geschlechtern festgehalten wird.

War es ein freies Ringertraining, mittels dessen der sportbegeisterte Nachwuchs noch in den späten Abendstunden den Nachzüglern versuchte, beim Überwinden des inneren Schweinehundes aktiv zur Hand zu gehen? Wollten die fortschrittlichen und sexuell befreiten Jugendlichen anlässlich des bevorstehenden 41-jährigen Jubiläums der glorreichen Tage von Woodstock den immer noch in anerzogenen Befangenheiten verharrenden MitteilnehmerInnen helfen, ihre bürgerlichen Hemmungen abzustreifen, um endlich die Voraussetzungen zur Entwicklung einer reifen sozialistischen Persönlichkeit zu erlangen?

Wollte man aus Anlass des drei Jahre zurückliegenden Martyriums des Blutzeugen im Kampf um befreite Jugendsexualität, Marco W. aus Uelzen, auf diese Weise Solidarität üben? Oder hatte die Ferienfreizeit des Sportbundes auch einen kulturellen Aspekt, in dem es um die Frage ging: „Wie werde ich ein gefeierter Starregisseur?“

Was uns aber vom ersten Augenblick an klar war, war die Tatsache, dass von einem wie auch immer gearteten „sexuellen Missbrauch“ in Ameland keine Rede sein kann – denn die gesamte Ferienfreizeit wies keinen wie auch immer gearteten Bezug zu einer christlichen Kirche auf. Abgesehen davon, dass die eigentliche Gefahr von fundamentalistischen Homeschoolern und Evolutionsleugnern ausgeht, die jetzt versuchen werden, die Wahrheit zu verdrehen und sozialisierte Kindererziehung in ein schiefes Licht zu rücken!

Fisting ist der unmissverständliche Widerstandsakt gegen die reaktionäre Propaganda der Tea-Baggers diesseits und jenseits des Atlantiks!

Nach einigen tiefer gehenden Recherchen und Rückfragen konnten wir eruieren, dass es verdiente und aus ehrlichem proletarischem Antrieb heraus handelnde Komsomolzen waren, die durch die Einführung der Praktik des „Fisting“ ins Kollektiv der Ferienfreizeit eine klare und wichtige politische Botschaft transportieren wollten.

Die Lektüre unseres Partnerblogs für die Weltrevolution, des „People`s Cube“, hatte in den GenossInnen die Erkenntnis reifen lassen, dass „Fisting“ der kollektive Ausdruck des fortschrittlichen Widerstandes gegen den Yankee-Imperialismus, gegen Bush, gegen die zionistische Aggression in Gaza, gegen Verteilungsungerechtigkeit, Kastrationsangst, Penetration mit Retardierungs-Druckerschwärze, Twilight, Faschismus, Krieg, Countrymusik und vieles mehr ist – insbesondere aber auch gegen die absonderliche und diversatorische Mode des Tea-Baggings.

In Zeiten wie diesen, wo diese gefährliche und grundfaschistoide Bewegung auch in Europa Fuß zu fassen droht, wollten die GenossInnen einfach ein klares Zeichen setzen. Kein Wunder, dass die kapitalistische Klassenjustiz sie jetzt dafür kriminalisieren möchte.

Ein Fister der ersten Stunde: Genosse Ernst Thälmann!

Wir fordern, Richter Riehe möge sich dieser Sache annehmen, dann würde endlich mit der erforderlichen Härte gegen die Richtigen vorgegangen – nämlich gegen die angeblichen „Opfer“, die mit ihrem verhärteten Mittelklassenbewusstsein erst ein Problem aus dieser natürlichen Form des zeitgemäßen Auslebens jugendlicher Lebensfreude gemacht hatten, und alle, die sich jetzt hinter sie stellen, um ihre reaktionäre Agenda zu verfolgen.