Konsequenzen aus dem hamburger schuldesaster

Posted on Juli 23, 2010 von

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Wir haben schon einiges geschrieben, das auf  das skandalöse hamburger abstimmungsergebnis gegen die verlängerte grundschule anspielte. Heute werden wir das debakel gründlich betrachten, die schuldigen bloßstellen und den entschluss des autorInnenkollektivs dr. hilde benjamin bekanntgeben, mit welchen aktionen gegen dieses undemokratische abstimmungsergebnis vorgegangen werden soll.

Der demokratische block aller in der bürgerschaft vertretenen parteien hat das grosse problem sozial ungerechter bildung erkannt hat: Es liegt daran, dass der staat vorschreibt, die kinder schon nach der 4. klasse zu selektieren und nicht erst nach der 6. klasse. Der/die banknachbarIn hat nämlich massgeblichen einfluss auf die soziale und politische entwicklung der kinder. Lernt ein bürgerliches kind neben einem anderen bürgerlichen kind –etwa einem rotzfrechen, kiffenden zahnarztsöhnchen–, werden soziale unterschiede zementiert. Würde es neben dem fleissigen kind mit migrationshintergrund lernen, dann ist viel wahrscheinlicher, dass das kind die eigene gesellschaftliche rolle hinterfragt und später für höhere steuern und den wahlvorschlag der nationalen front stimmt, siehe hier eine detailliertere erklärung mit vielen kämpferischen adjektiven. Deswegen muss also für alle Kinder gleich vorgeschrieben sein, wie sie unterrichtet werden, um dem entstehen autoritärer strukturen und ideologien vorzubeugen.

Dazu hatte nämlich die liberale paulskirchenverfassung von 1848 geführt. Sie verstand „schulpflicht“ noch als pflicht des staates, schulen einzurichten, wenn privatwirtschaftlich keine bereitstünden (§ 155 PaulskirchenVerf.). Deswegen heisst es dort auch, der hausunterricht unterliege keinen beschränkungen (§ 154). Entscheidend war nur, dass die kinder überhaupt unterrichtet werden und nicht der ausbeutung durch den adel zur verfügung standen. Diese liberale verfassung war gegenüber der absolutistisch-feudalistischen verfassung ein revolutionärer fortschritt, allerdings nur einer bürgerlichen revolution. Private schulbildung für das bürgertum ist fortschrittlicher als bildung nur für die zöglinge des adels, aber das proletariat, dass sich keine proletarische bewusstseinsbildung leisten will oder kann, wird so natürlich zum spielball der reichen und des internationalen finanzspekulantentums und nun von diesen ausgebeutet, anstatt vom adel. Noch besser ist deswegen  eine verpflichtende volksschule mit erziehungs- statt bildungsauftrag für alle, wie sie das reichsschulgesetz von 1938 einführte und –notfalls mit polizeigewalt (§12) — erfolgreich durchsetzte.

Nur durch die erziehende volksschule kann vermieden werden, dass das bürgertum oder religiöse spinner sich von der gesellschaftlichen realität abkapseln und intolerant gegenüber anderen weltanschauungen werden. Die gesellschaftliche realität besteht darin, dass durch den ruinösen steuerwettbewerb im kapitalismus und den stellvertreterklassenkampf zwischen progressiven und reaktionären schulpolitikerInnen die schulen nicht so gut sind wie auf kuba. Die neoliberale weltanschauung, die das befördert, darf nicht toleriert werden!

"Wir wollen lernen" geht es gar nicht um bessere schulen, so wie der bürgerschaft. Das steht da ganz deutlich!

Da nun allen apellen von intellektuellen und der eindeutigen formulierung auf den stimmzetteln nicht gefolgt wurde –weder durch die sozial schwachen, die nicht abstimmen wollten/konnten, noch durch die boshaft egoistischen bourgeoisen, die ihr stimmrecht zu eigenen gesellschaftspalterischen zwecken missbraucht haben– müssen die fortschrittlichen kräfte die initiative gegen die rechtspolulistische bürgerinitiative zurückgewinnen. Wir haben uns deswegen entschlossen, eine proletarierInneninitiative zu gründen, mit der wir den feinen pinkeln die sozialen konsequenzen ihres unveranwortlichen treibens vor augen führen.

Wir werden eine gegenpetition zu dieser neoliberal-reaktionär-faschistoidal-fundamentalistischen petition einreichen. Ausserdem werden wir sozialen sprengstoff explodieren lassen. Die brandanschläge und graffitis gegen oberklassewagen waren noch nicht genug. Damit die reichen spiesser auch in ihrer bourgeois-verschwenderischen freizeit mit segelbooten, golf und pferden keine ruhe mehr haben, werden wir auch brandanschläge gegen die aussenalster verüben, plakatieraktionen auf golfplatzrasen durchführen und reitpferden die reifen zerstechen.

Posted in: volxbildung