Manuela Schwesig erklärt braunen Kinderfängern den Krieg

Posted on Juli 29, 2010 von

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Alltag an deutschen Bildungseinrichtungen - Kinder werden mit dunkelbraunem Gedankengut vergiftet

Gesinnungstest soll Nazis aus Erziehungseinrichtungen verdammen

Äußerlich ist Manuela Schwesig, die vor kurzem mit der Forderung nach einer 40% Frauenquote für das Führungspersonal in Unternehmen von sich reden machte, nicht gerade das, was wir uns unter einer sozialistischen Frauenrechtlerin vorstellen. Viel zu attraktiv kommt sie daher. Und blond ist sie auch noch. Ja, äußerlich erinnert sie fast an die junge Eva Herman. Auch ihr traditioneller Lebensentwurf  (mit 36 Jahren bereits verheiratet und Elterin eines Sohnes) ist nicht gerade der einer klassischen Feministin.

Attraktiv und fortschrittlich, blond und intelligent - die Person Schwesig vereint vermeintliche Gegensätze

Betrachtet man ihren Lebenslauf unter diesen Gesichtspunkten, so muss der aufmerksame Sozialist skeptisch werden: SPD-Mitgliedin seit 2003, keine Juso-Vergangenheit und bereits fünf Jahre später Ministerin für Soziales und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Weder ist die weibliche Personaldecke der SPD so dünn, noch ist vorstellbar, dass jemand in der SPD aufgrund seines Erscheinungsbildes bevorzugt werden könnte – jeder der regelmäßig die „Tagesschau“ verfolgt weiß das. Andere Erklärungsversuche sind höchstens aus der Chauvinisten-Ecke zu erwarten und verbieten sich schon allein aufgrund ihrer Parteizugehörigkeit.

Die/der Leser(in) möge mich nicht falsch verstehen: Ein Blick in die Tagespresse oder auf ihre Website reicht aus, um alle Zweifel zu zerstreuen. Der Eindruck den ihr politisches Wirken hinterlässt, ist der einer tadellosen, parteitreuen, fortschrittlichen und arbeitsamen Sozialistin des alten Schlages und somit ist ihre steile Karriere Ausdruck der hervorragenden Personalpolitik der SPD: sich pavianesk gebärdende, Zigarre rauchende, hol mir mal ’ne Flasche Bier Typen a la Schröder, sind von gestern.

Schwesigs neuster Vorstoß setzt ihrem bisherigen Wirken die Krone auf. In einer bundesweit bisher einmaligen Regelung sollen Erzieher_innen in Kindertagesstätten per Gesetz, mittels eines Gesinnungstestes, auf ideologische Unbedenklichkeit überprüft werden, um zu verhindern, dass Neonazis Kindertagesstätten unterwandern. Hintergrund sind vier Bewerbungen von Rechtsextremen um eine Kita-Trägerschaft.

Für staatliche Einrichtungen reicht es dabei aus, wenn die Betreiber eine Selbsterklärung abgeben. Private Träger dagegen müssen persönliche Erklärungen all ihrer Mitarbeiter_innen abgeben. Diese Regelung scheint durchaus angebracht, sind doch staatliche Einrichtungen, wie die Erfahrung lehrt, über jeden Zweifel erhaben, während jedwede privatwirtschaftliche Unternehmung immer mit tiefstem Argwohn betrachtet werden muss.

Schluss mit lustig: Totalüberwachung von privaten Bildungseinrichtungen, dient dem Wohl des Kollektivs

Wird das Partei-Bekenntnis verweigert, oder ist es nicht linientreu, wird der Kita die Betriebserlaubnis entzogen. Flankierend sollen Jugendämter überprüfen, in wie weit die Kitas ihrem Auftrag zur frühkindlichen Vorbereitung der Kinder, zwecks endgültiger Ausformung zum neuen Menschen, nachkommen.

Besonders erfreulich an dem Vorstoß ist, dass ihn alle politischen Lager, inklusive der FDP, wie sie durch Miriam Gruß verlauten ließ, begrüßen, um nicht zu sagen, bejubeln. Wir können uns also auf eine baldige bundesweite Umsetzung freuen. Einzig der Kommentar aus der CSU  verstimmt den guten Sozialisten: Dorothee Bär sieht „das Wohl der Kinder gefährdet […] wenn Rechts- oder Links-Extremisten versuchen, […] Einfluss auf Erziehung zu nehmen“.

Liebe Frau Bär, es gibt keinen Linksextremismus und falls Sie damit gar auf die altehrwürdige Partei „Die Linke“ anspielen, kann ich ihnen nur sagen, dass ich auch einen Lehrer hatte, dem des Öfteren eine Broschüre der damaligen „PDS“ aus der Gesäßtasche lugte, und trotzdem ist aus mir ein erfolgreicher Autor, für den berühmtesten Blog der Welt geworden!

Extrem ist was rechts des etablierten Parteienspektrums ist, dessen rechten Rand die FDP bildet. Ich hoffe, dass das Parteibüro dies genauso so sieht und das Gesetz dementsprechend umsetzen wird. Demnach ist extrem (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Antifeminismus und reaktionäre Familienpolitik
  • Selektive, elitäre Einwanderungspolitik
  • Islamkritik
  • Marktradikalismus
  • EU- Skeptizismus
  • Klimawandel- Skeptizismus und andere umweltfeindliche Ideen

Hameln ist überall - Dieter Graumann sagt was Sache ist

Die kämpferischste Einschätzung gab das als Körperschaft des öffentlichen Rechts manifestierte Gewissen unserer Republik ab. Der Vizepräsident des Zentralrats deutscher Juden, Dieter Graumann wird zitiert: „Diese Initiative ist ein starkes Beispiel für einen kämpferischen demokratischen Staat, der sich wehren will und den Todfeinden der Freiheit keinesfalls unsere Kinder überlassen darf “. Den „Gesinnungstests für Erzieher“ hält er für ein „geradezu vorbildliches, absolut bewundernswertes Beispiel für Verantwortung und Engagement“. Es dürfe nicht zugelassen werden „dass Faschisten die Köpfe und Herzen unserer Kindern vergiften können“ und „Die braunen Kinderfänger dürfen erst gar keine Chance bekommen.“