DDR reloaded: Jetzt fehlen nur noch 9,9%…

Posted on August 21, 2010 von

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… und die Einheit der Massen mit der Partei und der Nationalen Front für das Demokratische Deutschland erreicht Werte, die man zuvor nur vor der kapitalistischen Restauration und der Okkupation des antifaschistischen Teils des Landes in das imperialistische Großdeutschland gekannt hatte.

Zwar sind es noch nicht ganz 99,9%, die sich gegen das kapitalistische System der Ausbeutung und Unterdrückung aussprechen, aber 90% sind ein guter Anfang und die Tendenz ist weiter steigend.

Dass 90% der Bevölkerung in einer Umfrage bekunden, ein anderes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zu wollen, in dem soziale Gleichheit und der Vorrang staatlich definierter Ziele wie Umweltschutz oder Klimarettung vor der freien Entfaltung der Marktkräfte eine größere Rolle spielen als ökonomische Freiheiten, betrachten wir als eindrucksvolle Bestätigung der Aufklärungsarbeit unseres Blogs, das – obwohl es noch nicht mal ganz 1 Jahr alt ist – bereits jetzt offenbar entscheidende Impulse zur Überwindung der spätkapitalistischen Produktionsverhältnisse gesetzt hat.

Wir wollen aber auch nicht vergessen, uns an dieser Stelle bei allen GenossInnen zu bedanken, die in den Jahren und Jahrzehnten davor bereits wichtige und entscheidende Vorarbeiten geleistet hatten: Ohne sie hätte diese gesamtgesellschaftliche fortschrittliche Bewusstseinsstufe nie in diesem Ausmaß entwickelt werden können.

Wesentlich dazu beigetragen hat natürlich auch das bewährte System der heimischen Bildungspolitik: Nimmt ein sozialistischer Staat oder einer, der es noch werden will, potenziellen Abweichlern etwa durch das strikte Verbot von Homeschooling oder durch die Gewährleistung strikter Observanz, Kontrolle und finanzieller Abhängigkeit gegenüber Privatschulen von vornherein jede Möglichkeit, sich dem Social Engineering und der Bewusstseinsarbeit zu entziehen, kann er diese natürlich problemloser umsetzen.

Und nach dem Ende des Marsches durch die Institutionen war es den fortschrittlichen Kräften in Staat, Medien, Bildungsstätten und Ministerialbürokratien möglich, in effizienter arbeitsteiliger Weise eine immer stärkere Durchdringung des täglichen Lebens mit dem korrekten Klassenstandpunkt zu erreichen.

Es gehört in weiten Teilen des Landes bereits zum Konsens, die Lehrinhalte der Schulen von den Erwartungshaltungen der einer menschenfeindlichen Profitlogik verpflichteten Ausbeuterklasse abzukoppeln und – bewusst auch um den Preis, dass diese wegen der „mangelnden Ausbildungsfähigkeit“ Jugendlicher auf ihren Angeboten zu fremdbestimmter Arbeit sitzen bleibt – die richtige Gesinnung von SchulabgängerInnen für wichtiger zu erachten als deren formale Qualifikationen und – durch gerechtere Verteilung der Bildung entstandene – fachliche Wissensdefizite durch stärkeres politisches Bewusstsein zu ersetzen.

Dass dabei sogar auch noch vorhandene, bürgerlich-reaktionäre und aus religiösem Aberglauben heraus gespeiste Vorstellungen innerhalb der Massen aufgegriffen und für eigene, fortschrittliche Zwecke umgedeutet werden konnten, zeigt, wie gut der Sozialismus in der Lage ist, Begriffe zu definieren.

Die Folge ist, dass ein großer Teil der Bevölkerung die religiöse und aus dem Überbau bürgerlicher Moral entnommene, gesellschaftsschädliche Forderung nach dem Verzicht auf unbedingte Selbstbehauptung zwar nicht aufgegeben, aber immerhin zunehmend auf die Ebene des Kollektivs erhoben hat. 

Ihn nur "kurz für eine Minute zu verhaften", wie es Genosse Sodann vorschlug, wird bei einem Klassen-, Volks- und Menschenfeind wie Ackermann nicht ausreichen. Wir sind zwar gegen die Todesstrafe für "Sexualmörder" oder "Kinderschänder", aber wenn es um Saboteure und Diversanten geht, muss eine sozialistische Gesellschaft sich schützen!

So ist die Einsicht, dass soziale Gerechtigkeit bei gleichzeitigem, ökologisch gebotenem Verzicht auf Wachstum nur durch noch stärkere und umfassendere Umverteilung des Vorhandenen zu bewerkstelligen ist, heute bis auf ein paar unverbesserliche Neofaschisten, Anarchokapitalisten und Yankeeknechte jedem zugänglich. Und wenn man weiß, dass der Energiekonzernmanager oder der Nachbar mit dem Testarossa in der Garage noch stärker besteuert werden, ist die Bereitschaft, vom eigenen Wohlstand etwas abzugeben, noch größer – zumal es dann noch mehr innere Befriedigung bereitet, noch höhere Beiträge zur sozialen Gerechtigkeit durch andere zu fordern.

Deshalb werden auch die aktuellen schändlichen Erpressungsversuche der Energiekonzerne und ihrer durch mangelnde Bildung und dadurch auch fehlendes Verständnis für die Zusammenhänge gekennzeichneten Lakaien gegenüber dem Staat im Sande verlaufen, da die öffentliche Meinung auf Grund der gelungenen fortschrittlichen Bewusstseinsarbeit klar gegen die Machenschaften der Atom- und Kohlelobby gerichtet ist. In einem fortschrittlichen Staat wie unserem kommt der Strom eben aus der Steckdose, sodass wir so einen gefährlichen Schrott nicht brauchen, zumal dieser hier nur für hohe Profite bei Aktionären und für hohe Managergehälter sorgt. Deshalb protestieren Menschen mit dem korrekten Klassenstandpunkt auch nur gegen Atomenergie in Deutschland – während es selbstverständlich keine Einwände geben kann, wenn beispielsweise in einem Land ein Atomprogramm aufgebaut wird, das bei der Überwindung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse schon viel weiter vorangekommen ist.  

Generell befindet sich die spätkapitalistische Gesellschaft in unserem Land auf einem gesunden Weg, wenn es darum geht, den – in Westeuropa längst zum Grundkonsens aller aufgeklärten Menschen gewordenen – kritischen Werterelativismus, der sich darauf beschränkt, traditionelle, der Ausbeutung dienliche gesellschaftliche Moralvorstellungen und westliche Überheblichkeit in Frage zu stellen, in einen aktiven Willen zur umfassenden Deutung politischer Fragen im Kleinen wie im Großen gemäß dem Klassenauftrag umzuwandeln.

Nach dem kurzzeitigen Ausgleich 1989/90 ist es an der Zeit, die Partie bald endgültig zu entscheiden!

Dies setzt zwar fortgeschrittene Kenntnisse im Doublethink voraus, dass diese allerdings auch im Rahmen einer verteilungsgerechten Volksbildung und -erziehung vermittelt werden können, zeigt der Durchblick, dessen unsere politischen Eliten und – wie Umfragen, die Grüne und Linke mit zusammen mehr als 30% als stärkste Kraft im Lande ausweisen – auch immer weitere Teile der Bevölkerung teilhaftig werden.

Weit über die grundlegenden Direktiven eines sozialistischen Staates und über die Weisheit, im Zweifel immer das Gegenteil dessen zu tun, was die USA und Israel machen würden, hinaus begreift man auch in unseren Breiten, dass nur die revolutionäre Überwindung von Widersprüchen durch den gefestigten Klassenstandpunkt hilft, diese zu beseitigen.

Diesen Klassenstandpunkt können die Massen allerdings nur entfalten, wenn sie die führende Rolle ihrer intellektuellen Führer anerkennen – widrigenfalls besteht Gefahr, dass die qualitativen Unterschiede zwischen formaler bürgerlicher Demokratie und fortschrittlicher, substanzieller und wirklich dem Gemeinwohl dienender Volksdemokratie in Vergessenheit geraten.

Bürgerliche Demokratien neigen zu Fehlentscheidungen wie zB der – hier bereits erörterten -Ablehnung der Hamburger Schulreform oder der Einbringung einer Initiative in der Schweiz, die eine Wiedereinführung der Todesstrafe fordert. Das besonders Verwerfliche an Letzterer ist, dass diese nicht zur Ahndung wirklicher Verbrechen wie konterrevolutionärer Umtriebe, staatsfeindlicher Hetze, feindlicher Kontaktaufnahme zum Ausland, Republikflucht oder Marxeslästerung eingesetzt werden soll, sondern um die freie Entfaltung durch bürgerliche Spießermoral gefesselter Sexualität zu kriminalisieren.

Es ist beruhigend, dass in unseren Breiten die Empörung über ähnliche Forderungen zB im Zusammenhang mit einer im Zustand der Bewusstseinserweiterung vollzogenen postnatalen Spätabtreibung an einem – immerhin ein selbstbestimmtes Leben des neuen Lebensabschnittspartners eines Elters behindernden – 5-jährigen wandelnden Zellklumpen oder mit der Hilfe bei der Überwindung anerzogener bürgerlicher Schamgefühle an einem 9-Jährigen in Neustrelitz (und da es kein katholischer Priester war, kann nur ein ehrenwerter Zweck dahinter stehen) größer ist als die Entrüstung über die angeblichen „Straftaten“ selbst.

Alte Märchen haben in einer entwickelten sozialistischen Gesellschaft ausgedient.

Offenbar greift auch hier die Erkenntnis Platz, dass „Gut“ und „Böse“ nur willkürliche, von christlich-jüdischem Aberglauben erfundene, willkürliche Etikettierungen sind, die – außer der Hilfe bei der Erkenntnis, dass fortschrittliche Menschen „gut“ sind – keine Bedeutung haben, sondern ein Mensch nur durch seine Veranlagungen und seine Umwelt zu dem wird, was er ist. Und deshalb ist es eine Frage der Wechselwirkung, dass nur eine sozialistische Umwelt den sozialistischen Neuen Menschen schaffen kann und umgekehrt auch nur der sozialistische Neue Mensch eine sozialistische Umwelt schaffen kann, in der sich diese – zufällig aus unintelligenten Lebewesen entwickelte – Spezies artgerecht entwickeln kann.

Nehmen wir das Ergebnis der eingangs erwähnten Befragung zum Anlass, gerade jetzt nicht die Hände in den Schoß zu legen und allein historischen Gesetzmäßigkeiten zu vertrauen: Nehmen wir es als Ansporn, gerade jetzt weiter und noch intensiver an der weiteren sozialistischen Transformation unserer spätkapitalistischen Gesellschaft zu arbeiten!

Eine andere Gesellschaft, ein anderes Wirtschaftssystem ist möglich. Auch wenn es diesmal Bananen geben sollte (helfen auch, an die Richtigkeit der Evolutionstheorielehre zu erinnern) und es möglich sein sollte, die Warenlieferungen für Wandlitz übers Internet zu bestellen…  

Vorwärts immer – rückwärts nimmer!