Arschkarte für Pinera – neue Hymne für Schland!

Posted on Oktober 26, 2010 von

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Zwar konnte durch seine Entschuldigung in letzter Sekunde die fällige Kriegserklärung an Chile abgewendet werden, dennoch zeigt die skandalöse „Deutschland über alles“-Entgleisung des faschistischen Pinochet-Epigonen und kapitalistischen Arbeiterschlächters Sebastian Pinera, dass es noch hoher Anstrengung bedarf, bis endlich die gesamte Welt am Wesen unserer fortschrittlichen Eliten genesen sein wird.

Es müsste sich längst auch bis Südamerika herumgesprochen haben, dass zwar der Islam, der Revolutionäre 1.Mai oder der Verzicht auf Zukunft zum Wohle der Rettung des Klimas zu Deutschland gehören, nicht aber eine schon seit Jahr und Tag von klassenbewussten GEW-Genoss_innen im Einklang mit Claudia Roth beanstandete „Nationalhymne“, deren erste beide Strophen gefühlte 95% aller PISA-Schulabgänger_innen als „verboten“ einschätzen.

Um in diesem Sinne einen weiteren Beitrag zur globalen Umverteilung von Bildung zu leisten, wird also kein Weg daran vorbei führen, die Hymne des Landes komplett von allen Reminiszenzen an den frühfaschistischen Einpeitscher Hoffmann von Fallersleben zu säubern und eine gänzlich neue ebensolche für das spätkapitalistische Großdeutschland zu konzipieren – zumindest so lange, bis nach der offiziellen Schaffung eines sozialistischen Staatswesens endgültig die Internationale das gesangstechnische Erkennungszeichen darstellen wird.

Auch die Thälmann-Mütze kann nicht verbergen, dass unter ihr ein reaktionärer, anarchokapitalistischer Neofaschist steckt, der von früh bis spät Bluegrass gehört hätte, hätte es diese Musikrichtung damals schon gegeben...

Einen nett gemeinten Versuch in diese Richtung gab es bereits 1990, als – da sich die kapitalistische Annexion der DDR nicht mehr verhindern ließ – der Gedanke unter fortschrittlichen Kräften auftauchte, zur Schadensbegrenzung zumindest die „Kinderhymne“ des Genossen Bertolt Brecht zur Nationalhymne zu erheben. Diese Idee ist zwar putzig, ihre Umsetzung setzt aber voraus, dass das Stück – ähnlich wie die Nationalhymne der DDR, „Auferstanden aus Ruinen“ aus der Feder des ehrwürdigen Genossen Johannes R. Becher – nur instrumental aufgeführt werden darf, denn wer sich mit dem Text befasst, wird merken, dass der Satz

„…und das liebste mag`s uns scheinen, so wie anderen Völkern ihr`s“,

würde man ihn ernst nehmen, alles andere als fortschrittliche Konsequenzen hätte.

Der progressive deutsche Sonderweg, der entscheidend geholfen hat, den Aufbau des Sozialismus in unseren Breiten durch die intellektuellen Eliten in diesem Tempo voranzutreiben, würde mit einem Mal in Frage gestellt und es würde gefordert, das Verhältnis der Deutschen zu ihrem Land möge sich an die patriotischen Gepflogenheiten aller anderen Länder anpassen.

Denkt man beispielsweise nur an die USA, wo in jedem zweiten kleinstädtischen Vorgarten das imperialistische Star Spangled Banner von gigantischen Masten weht, würde dies bezogen auf Deutschland sogar die fluchwürdigen Fahnenexzesse der Fußball-WM noch in den Schatten stellen. Am Ende würde vielleicht auch noch die fortschrittliche Techno- und Hip-Hop-Kultur Jugendlicher auch bei uns durch chauvinistische Countrymusik abgelöst werden. Das wäre aber die endgültige Wiederauferstehung des Faschismus.

Wir sehen eigentlich nur zwei gangbare Wege: Der eine wäre, der Genosse Bundespräsident würde ein Künstler_innenkollektiv, bestehend aus Kulturschaffenden wie Lady Bitch Ray oder Muhabbet, unter Federführung der Genossin Claudia Fatima Roth mit dem Texten einer neuen Nationalhymne beauftragen.

Der eine – kostengünstigere – wäre, auf bereits bestehendes Liedgut zurückzugreifen und beispielsweise – so wie im Rahmen der ersten Olympischen Sommerspiele der Neuzeit statt der US-Nationalhymne der populäre „Yankee Doodle“ gespielt worden sein soll – das Lied vom Roten Pferd zur offiziellen neuen deutschen Nationalhymne zu erheben.

Was für diese Variante außerdem noch spricht, ist, dass zum einen der Text leicht zu lernen und dem Großteil der Bevölkerung bekannt ist und zum anderen auch keine faschistischen Anklänge daraus zu ersehen sind.

Im Gegenteil: Der Abwehrkampf des Roten Pferdes gegen die nervende Fliege kann als metaphorisch für den heldenhaften und entschlossenen Kampf der fortschrittlich umgestalteten und unaufhaltsam auf den Sozialismus zusteuernden Gesellschaft gegen Rechts und gegen die Ausbeutung und Entfremdung der Massen durch den imperialistischen Kapitalismus, durch Sexualrepression, durch Gentrifizierung, durch Genderdiskriminierung oder durch die klimafeindliche Wachstumsideologie betrachtet werden.

Wir fordern die sozialistischen Abgeordneten im Bundestag, am Besten aber den Genossen Wulff selbst, auf, umgehend die erforderlichen Veranlassungen zu treffen!