S21: Auf genosse Geissler ist verlass!

Posted on November 30, 2010 von

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Auf der einen seite ist es sehr lobenswert, wenn genossen, die dem gemeinwohl so sehr verpflichtet sind wie politiker_innen und beauftragte von verstaatlichten unternehmen, endlose debatten führen, weil das auch die partei zu lenins zeiten oder die kommunarden gemacht haben. Andererseits ist es gefährlich, diese debatten ohne ausreichende kritische begleitung und ausdeutung dem (z.T. ungebildeten) volk zu zeigen. Es könnte nämlich sein, dass manche bürger_innen dadurch zu der verheerenden ansicht verführt werden, die die marktanarchisten dauernd behaupten: Dass nämlich staatliche entscheidungen „ineffizient“ seien, weil die ausführende behörde (z.b. die bahn) einen informationsvorsprung (etwa durch den millionenteuren planungsapparat von S21) hätte, den sie zu ihrem eigenen profit ausnutzen würde. In einer gehässigen darstellung scheuen sich diese volksschädlinge auch nicht, das wörterbuch des abergläubischen unmenschen zu benutzen, wenn sie von einer „heiligen dreifaltigkeit der regierungsinkompetenz“ sprechen. Genosse geissler geht zum glück darauf nicht ein, sondern fordert, dass behörden künfitg sogar zwei pläne zu ihren gunsten entwerfen sollen, damit das volk –perfekt vertreten durch die partei und die gesellschaftlichen repräsentanten– aussuchen kann, auf welche weise die genossen beamt_innen ihre bürokratische rente auf kosten der reichen steuerzahler erhalten.

Dank genosse geissler wird sich das internationale immobilienspekulantentum nicht mehr lange die hände reiben!

Denn was die behörde an profit hat, landet ja nicht bei ausbeuterischen kapitalisten, sondern bei beamten oder zumindestens politisch ausgewählten vorständen, die das parteibuch einer partei des demokratischen blocks haben. In diesem sinne ist auch das votum des genossen geissler zu verstehen, das freiwerdende gelände des jetzigen gleisvorfeldes dürfe auf keinen fall in die hände des internationalen spekulantentums fallen, vor dem niemand geringerer als Lenin selber gewarnt hatte. Die gnadenlose herrschaft des marktes darf nicht dazu führen, dass die immobilien so kostengünstig verkauft werden. Nur handel mit den grundstücken verboten wird, ist garantiert, dass die preise hoch genug sein werden, um möglichst viel ökologischen leerstand übrigzulassen.

Dem genossen geissler gebührt weiterhin ruhm, weil er viel für die soziale gerechtigkeit tut, indem den reichen und sozialschädlichen steuerzahlern durch seine verbesserungsvorschläge noch mehr kosten aufgebürdet werden. 5 Milliarden sind längst nicht genug! Das wird den knausrigen schwaben eine lehre sein, die pläne der regierung zu kritisieren, die von sich selber in den schlichtungsgesprächen verlautbaren ließ, dass sie verantwortungsvoll handele. Das muss doch stimmen, schliesslich ist sie demokratisch legitimiert! Die lüge, öffentliche projekte könnten jemals zu teuer sein, ist damit gründlich wiederlegt. Im gegenteil ist es der öffentliche sektor, der uns reich macht, weil er nur produziert, was die regierung toll findet. Der private sektor hingegen dient nur dem dekadenten und ichbezogenen konsumismus und snobismus der einzelnen. Welche regierung war schon verantwortungsvoll, die den gierigen ichlingen brot gibt, wenn doch mit stein zukunftsweisende projekte gebaut werden können? Die schlichtung von genosse geissler ist ein wichtiger schritt dorthin.