Tiefer legen will gekonnt sein!

Posted on Dezember 29, 2010 von

6



Es macht mich ein großes Stück weit betroffen und sorgt schon am frühen Morgen für ein verdammt scheiße Karma, wenn der „European“ wieder einmal reaktionären Dauernörglern und konterrevolutionären Schreiberlingen ein Forum für ihre gefährliche, defätistische Propaganda eröffnet.

Diesmal ist es der – bereits als SPIEGEL-Sonderkorrespondent in der Hauptstadt der DDR negativ aufgefallene – Matthias Matussek, der seine Meinung, nach der ihn kein fortschrittlicher, gebildeter Mensch gefragt hat, in den auf Grund der Erderwärmung kalten Winter hinausposaunt und dabei gegen die Bemühungen des Genossen Heiner Geißler hetzt, die von allen gesellschaftlich relevanten Kräften gewünschte Integration der Römisch-Katholischen Kirche in die Nationale Front für das demokratische Deutschland voranzutreiben.

Der Genosse Geißler – der bereits zu Zeiten des Kalten Kriegers und faschistischen Einpeitschers Helmut Kohl versucht hatte, die im tiefbraunen Adenauer-Sumpf entstandene CDU in den westlichen DDR-Bezirken in spe auf jenes zivilisatorische Niveau zu heben, das ihre gleichnamige Schwesterpartei in der Volkskammer zum wichtigen Teil des demokratischen Blocks werden ließ – ist nicht nur politisch dem Klassenauftrag treu geblieben, indem er die Partei der kritischen Intelligenz als künftigen natürlichen Koalitionspartner der Union anempfiehlt.

Auch hinsichtlich der richtigen Strategie zur Transformation des unwissenschaftlichen christlichen Aberglaubens in eine positive Kraft bei der Überwindung der herrschenden spätkapitalistischen Produktionsverhältnisse und in weiterer Folge beim Aufbau des Sozialismus lässt sich der Genosse kein X für ein U vormachen.

Die Bewusstseinsarbeit verdienter Genoss_innen wie Heiner Geißler wird am Ende auch innerhalb der miefigen Mauern der Römischen Kirche den Fortschritt einkehren lassen!

Wie wir bereits hier auf diesem Blog herausgearbeitet hatten, stellt eine intelligente Doppelstrategie aus Zuckerbrot und Peitsche den besten Weg dar, um die Pest des Aberglaubens zu überwinden. Während unbelehrbare, fundamentalistische Kräfte wie jene, die Christivals oder Freakstocks veranstalten, Sarah Palin verherrlichen, Countrymusik hören oder God TV gucken, die geballte Faust des Weltproletariates zu spüren bekommen müssen, gilt es bei den mit dem sozialistischen Staatswesen unter anderem durch das Band der Kirchensteuer verbundenen, so genannten „Volkskirchen“, die regressive Spreu vom fortschrittlichen Weizen zu sondern und diese Kirchen am Ende zu verlässlichen Kampfreserven der Partei umzuformen.

Im Falle der EKD, die längst wahlweise zur Nebenorganisation der Partei der Arbeiterklasse oder zur Bauchrednerpuppe der Partei der kritischen Intelligenz transformiert werden konnte, ist dieser Prozess schon weitgehend abgeschlossen. Sie befasst sich nicht mehr mit der Verkündigung längst wissenschaftlich widerlegter Märchenerzählungen, sondern steht stramm für sexuelle Befreiung, Klimaschutz, Verteilungsgerechtigkeit, Friedenspolitik und Antizionismus.

Innerhalb der Römisch-Katholischen Kirche werden hingegen fortschrittliche Kräfte, wie wir sie vor allem in Deutschland, Westeuropa und Nordamerika finden, immer wieder durch die Büttel des Monopolkapitals in Rom ausgebremst, die sogar vor gezielten Überfremdungsstrategien des Volkskörpers innerhalb des heimischen Klerus durch Einwanderer aus Polen und Afrika nicht zurückschrecken.

Genosse Geißler will das nicht länger hinnehmen. Dabei geht er von gesicherten und durch das wissenschaftliche Weltbild bestätigten Wahrheiten aus. Beispielsweise: „Jesus würde austreten!“ Da selbst Anhänger des christlichen Aberglaubens behaupten, dieser wäre Mensch geworden, dürfte er täglich sogar mindestens 2- oder 3x ausgetreten sein – allein schon auf Grund der Biologie menschlicher Stoffwechselfunktionen. Wir können allerdings nicht mit Sicherheit sagen, ob er dabei auch schon auf die Vermeidung miktionaler Diskriminierung geachtet hätte, wie die feministische Theologie mutmaßt.

Außerdem wird er nicht müde, zu betonen, dass die Zukunft der Römisch-Katholischen Volkskirche auf vier Säulen ruhen werde:

  • Priesteramt für Frauen
  • Aufhebung des Zölibats
  • Schluss mit der repressiven Sexualmoral
  • Demokratie

 Was das Letztere anbelangt, befinden sich die Vorbereitungen für künftige Urnengänge (womit nicht der Weg zum Friedhof gemeint ist, in der katholischen Tradition ist Erdbestattung die Regel) jetzt schon in einem fortgeschrittenen Stadium.

Da mag der "European" (Inhaber der Bildrechte) noch so zetern: Daran, dass Geißler unbequeme Wahrheiten ausspricht, kommt niemand vorbei.

Das Priesteramt für Frauen ist formal gesehen natürlich überfällig – wobei allerdings zu beachten ist, dass diese Neuerung zum einen nicht zu einer Ausgrenzung von TransGender-Persönlichkeiten führen darf oder von Personen, die ihre Genderzugehörigkeit noch nicht endgültig definieren möchten, zum anderen natürlich auch, dass gewisse inhaltliche Qualitätskriterien bei der Postenvergabe zu beachten sind. Es nützt nichts, wenn eine Frau das Priesteramt erlangt und dann Inhalte vertritt wie eine Joyce Meyer, Lisa Bevere oder Sarah Palin. Die weitere konsequente Gleichschaltung Orientierung der vom sozialistischen Staat getragenen theologischen Fakultäten auf der Basis des Klassenstandpunktes des Weltproletariates muss jeder Reform im klerikalen Amtsverständnis vorgelagert sein.

Dass der Zölibat abgeschafft werden muss, ist nicht nur dem Faktum geschuldet, dass die damit verbundene, verordnete Sexualrepression der Grund für den weit verbreiteten Knabenmissbrauch darstellt, sondern auch der Tatsache, dass die meisten Kritiker_innen in Zeiten gerecht verteilter PISA-Bildung unter dem Banner der Schulpflicht nicht mehr in der Lage sind, den Begriff „Zölibat“ mit dem korrekten grammatikalischen Artikel zu versehen, was Reaktionäre immer wieder zum Anlass nehmen, fortschrittliche Kritiker_innen mit höhnischem Gelächter zu bedenken statt sich deren Ratschläge zu Herzen zu nehmen. Wobei „richtig“ und „falsch“ natürlich auch in diesem Zusammenhang bürgerliche Vorurteile sind. „Das Zölibat“ zu sagen ist mindestens „anders richtig“…

Der Kern der notwendigen Umgestaltung der Römisch-Katholischen Kirche wird jedoch – wie der Genosse Geißler völlig korrekt ausführt – das Ende der regressiven Sexualmoral und damit die Abkehr von der Beschränkung des geschlechtlichen Verkehrs auf die Ehe und in der Folge auch von der Idee einer monogamen Gemeinschaft selbst sein. Denn auf diese Weise würde – was im Übrigen auch für alle anderen sexualrepressiven Erscheinungsformen des Aberglaubens gilt – einem der tragenden Pfeiler des kapitalistischen Ausbeutungssystems schlechthin der Boden entzogen werden. Schließlich war die Erfindung der Monogamie – neben jener des Privateigentums – die Ursache für die Zerstörung der matriarchalischen Gesellschaftsform des Urkommunismus und wir wissen alle, was darauf folgte.

Im Übrigen stellt das sture Beharren auf Monogamie auch einen erschreckenden Mangel an Kultursensibilität gegenüber Bereicherer_innen mit Migrationshintergrund dar, die sich dadurch provoziert fühlen und Anlass verspüren könnten, uns wieder einmal für die jahrzehntelange Unterdrückung ihrer Welt und ihrer Lebensweise zu bestrafen.

Deshalb muss künftig auch im Bereich der kirchlich verkündeten Sexualmoral die Devise lauten „Gut ist, was Spaß macht“, wobei der Spaßfaktor verbindlich von der Partei auf der Basis des wissenschaftlichen Weltbildes festgeschrieben werden sollte – da es immer noch zu viele Personen mit falschem Bewusstsein geben soll, die unter „Spaß“ lediglich das Glotzen von Stan&Ollie-Klamotten aus den 40er-Jahren verstehen.

Auch die Kirche muss der Vielfalt des befreiten menschlichen Trieblebens eine Heimstätte bieten und darf dabei auch polygame, promiskuitive, nekrophile, objektophile oder anthropophage Erscheinungsformen nicht ausgrenzen. Bekennt sich die Römisch-Katholische Kirche endlich verbindlich zu einem emanzipatorischen Weltbild, würde auch an der Pädosexualität in den eigenen Reihen kein Anstoß mehr genommen werden müssen.

So wie beim Stabhochsprung das Ansehen Sergej Bubkas und anderer Athleten, die über die 6-Meter-Marke gesprungen waren, nur auf der Ausgrenzung und Diskriminierung derer beruht, die diese Marke nicht erreichen und vielleicht schon bei 1,50 scheitern würden, so beruht die Wertschätzung vor der Ehe enthaltsamer und danach monogam lebender Personen in reaktionären, kleinbürgerlichen Zusammenhängen nur auf der Ausgrenzung und Diskriminierung jener, die diese Lebensweise nicht teilen.

Deshalb kann Diskriminierung nur vermieden werden, indem die Latte einheitlich für alle auf 1 Meter gelegt wird und jeder, der höher kommen möchte, als elitär-faschistischer Ausgrenzer entlarvt wird.  

Der Genosse Klaus Ernst zeigt, wo an der richtigen Stelle tiefergelegt werden muss, um soziale Verteilungsgerechtigkeit herzustellen. An sich selbst hat er, wenn schon vielleicht nicht nach seinen Fähigkeiten, so doch jedenfalls nach seinen Bedürfnissen verteilt

Jetzt mag es noch ab und an Elemente ohne Klassenstandpunkt geben, die dumme Fragen aufwerfen wie: „Wieso soll die Kirche ihre Sexualmoral so weit nach unten verlegen, wenn schon die Tieferlegung eines Bahnhofs so ein Problem sein soll?“

Dass diese Leute nur Letzteres, nämlich Bahnhof, verstehen wollen, zeigt, wie tückisch die Propaganda des Klassenfeindes wirkt. Fakt ist, dass die Tieferlegung eines protzigen Bahnhofsbaus, der die Leistungsfähigkeit des Kapitalismus verherrlichen soll, weniger Folgekosten verursacht als die emanzipatorische Tieferlegung der Moralvorstellungen einer regressiven Institution. Und während sich der Kapitalismus im Falle des Bahnhofs am Ende vielleicht auf Grund der Profite, die in weiterer Folge entstehen könnten, regenerieren könnte, würden die Folgekosten der Zersetzung des bürgerlichen Wertegefüges den Kapitalismus am Ende überlasten und zum Zusammenbruch führen.

Auf diese Weise kann diese Form der Tieferlegung – ähnlich wie es bei Sportwagen, etwa jenem des Genossen Klaus Ernst, der Fall ist – dem Sozialismus neuen Drive verleihen und so am Ende auch der brutale Mord am Genossen Wilhelm Reich gesühnt werden, der – wie die Kamerad_innen vom Blog „xinos“ kürzlich enthüllten – von George H.W. Bush als dem dunklen Vollstrecker der kapitalistisch-zionistischen Weltfinanzspekulanten eigenhändig zu Tode gefoltert worden war!

Advertisements