Glühbirnen: Like a troglodyte II

Posted on Dezember 31, 2010 von

16



 

Bauarbeiter der DDR! Kämpfe gegen das unökologische und unsoziale fensterunwesen!

Kurz vor den festtagen am ende des dezembers, an denen des geburtstages einer wichtigen persönlichkeit gefeiert wird (entweder genosse mielke oder vorsitzender mao) haben sich die handlanger der industrieinteressen im europäischen parlament aus den parteien der cdu und fdp mit einer besonders unverfrorenen forderung hervorgetan. Sie fordern, das verbot der energiefressenden glühbirnen wieder aufzuheben. Sie begründen das ausgerechnet mit dem giftmetallgehalt dieser lampen, der für verbraucher_innen und umwelt gefährlich sei, wenn so eine lampe mal runterfällt, zerbricht und ihr quecksilber freisetzt. In wahrheit geht es ihnen aber gar nicht um umwelt oder verbraucher_innen. Sie wollen eine ökologisch gebotene massnahme mit ökoargumenten bekämpfen und auf diese weise die idee der gestaltung einer raubbaufreien umweltverträglichen wirtschaft, in der die menschen wichtiger als ihre profite sind, dekonstruieren. Genau dasselbe machen genau dieselben bonzen mit der befürwortung der kernenergie ja auch. Weil sie im gegensatz zu kohlekraftwerken angeblich kein kohlendioxid erzeuge, müsse man lieber aus der kohleverstromung aussteigen als aus der kernenergie. Die risiken, wenn so ein kernkraftwerk mal runterfällt, zerbricht und seinen atommüll freisetzt werden dabei klammheimlich verschwiegen.

Dass solche menschenverachtenden forderungen überhaupt noch gehör und beachtung finden, liegt daran, dass mal wieder halbe sachen gemacht wurden. Zum einen hätte man durchaus nägel mit köpfen machen können, und die schwermetallhaltigen energiesparlampen zusammen mit den glühbirnen verbieten können. Dann hätte man den stromverbrauch gleich so reduziert, dass man alle kernkraftwerke zusammen abschalten kann. Das wäre eine sozialere lösung gewesen, denn energie- und leuchtmittelkonzerne würden dann mit ihren ausbeutungswerken auf dem trockenen sitzen. Noch sozialer ist aber, konsequent alle energieverschwendungsmittel zu verbieten, von denen es noch viel zu viele gibt. Die reichen, die bei ihrer klimaverwandelnden ernergieverschwendung an dem ziel ergötzen, dann aus dem dann wachsenden elend der armen in den entwicklungsländern und sozialwohnungen ein mehr an macht zu erlangen, werden nämlich auch bei unzureichender beleuchtung mittel und wege für ihre erzreaktionären pläne finden.

Die thermografie macht den zusammenhang zwischen fenstern und klimawandel einleuchtend.


Ein „klassiker“ ist der gebrauch von fenstern. Fenster sind gewollte schwachstellen in der gebäudeisolierung, durch die vom herrschenden system doppelt klimaschädlich gehandelt wird: Erstens durch die permanente aufheizung von luft, zweitens durch die heisluftemission und damit die direkte klimaaufwärmung.

Durch die fenster geht aber auch eine weitere sabotage an der befreiung der menschheit von der herrschaft faschistischer ideologien. Zum einen ist die kapitalismustreue architektur bis heute fensterdominiert. Die politische brisanz liegt dabei auf der hand: Auch gesellschaftspolitisch halbwegs sensibilisierte hauseigentümer?innen schauen lieber durch die fenster, als emanzipatorische transparente aufzuhängen. Die passant?innen auf der strasse können so unpolitisiert passieren. Deren eigenständiges nachdenken über die besitzverhältnisse an wohnraum kommt natürlich nicht in gang, wenn selbst intelektuelle hauseigentümer!innen sich an die gesellschaftliche norm fensterdominierter fassaden halten.

Menschheitsverblöder, kindervergewaltiger und heizenergieverschwender: Der papst.

Woher kommt nun dieser fensterfetischismus? Die antwort mag erschrecken, denn er ist nicht mal ein neuzeitliches abgrenzungsinstrument des bürgertums, sondern viel schlimmer ein relikt aus absolutistischen zeiten. Noch heute zeigt sich der einzige verbliebene absolutistische herrscher in europa, der in seinem noch viel zu grossen reich uneingeschränkt alles machen kann, der papst sich regelmässig am offenen fenster. Auch und gerade in den letzten dezembertagen, wo der klimaaufwärmungseffekt durch das offene fenster am grössten ist. Am grössten fühlen sich auch solche herrscher, wenn sie am fenster stehen und auf die von ihnen betrogene und ausgebeutete johlende masse hinabblicken. Bei den europäischen monarchen ist das noch ganz ähnlich und das bürgertum äfft dieses verhalten nach, wenn es auf den einbau von fenstern durch die maurer_innen ganz unreflektiert beharrt.

Nun mag jemand einwenden, dass das ja eine dunkele zeit würde ohne beleuchtung und fenster, und dass es ja wohl keine zukuntsvision sei, so zu leben wie die troglodyten in ihren steinzeitlichen höhlen. Wer sowas sagt, hat diesen artikel oder das wesen des urkommunismus noch nicht ganz verstanden. Alle religionen –ob judentum, islam, buddhismus, hinduismus, shintoismus, zoroastrismus, christentum– beharren nämlich zur erhaltung ihres ausgrenzerischen charakters auf einer lichtverherrlichung (sic! Nicht verdämlichung, was ja gendergerechter wäre!). Es gibt tausende belegstellen, wir greifen eine als beispiel heraus: „Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind“ steht in dem wissenschaftlich widerlegten lügenbuch der christen. Es ist schon schlimm genug, „gute“ taten unter der berechnung anzustellen, die leute zu einem glauben an ein nichtexistentes konstrukt zu bewegen, wie es hier angedeutet wir. Der  beleuchtungswahn bezweckt aber etwas viel schlimmeres, nämlich unverhohlene diskriminierung. Wo es dunkel ist, kann einfach keiner mehr sehen, ob mensch es mit einem maximalpigmentierten, einer frau, einem transgender, einem nach gesellschaftlicher anerkennung und normalität lechzendem schrill gekleidetem homosexuellen oder einem, einer antifa-aktivistin, einem fremden oder einem familiengenossen zu tun hat. Eine emanzipatorische gesellschaft kann ohne fenster und beleuchtung also auf dreierlei weise leichter entstehen, nämlich indem der diskriminatorische mechanismus, der das gegenwärtige autoritäre system am laufen hält, ausser kraft gesetzt wird, die menschen sich öfter zu antikapitalistischen demonstrationen auf der strasse versammeln, einfach um ganz natürlich etwas licht abzubekommen, und indem der klimawandel gebremst oder vielleicht sogar rückgängig gemacht wird.

Wir fordern deswegen entschlossene politische massnahmen gegen lichtfetischismus und energieverschwendung. Keine halben sachen! Die revolution muss mit lichtgeschwindigkeit durchgezogen werden!

Advertisements