Keine Halbheiten im Sozialismus: Piusbrüder-Schule schließen!

Posted on Januar 17, 2011 von

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Es ist ja nicht so, dass niemand die unbestreitbaren Leistungen der so genannten „Priesterbruderschaft St. Pius X.“ für den Sozialismus zu würdigen wüsste.

Durch die klare Kante, die diese Vereinigung innerhalb des unwissenschaftlichen christlichen Aberglaubens fährt, nämlich die zerstörerische, entfremdende und den kapitalistischen Verwertungsinteressen dienliche Botschaft der – angeblich von einem nicht existierenden Gott inspirierten, in Wahrheit aber von ausbeutungswütigen Menschen geschriebenen – Bibel durch Mystizismus, Okkultismus und ähnliches Klimbim zu verwässern, fährt die Piusbruderschaft dem Klassenfeind nolens volens, aber dafür umso wirksamer in die Parade.

Außerdem – und das ist ihr größtes Verdienst – gibt es innerhalb des christlichen Aberglaubens nur wenige Denominationen, die einen so konsequenten und unbeirrbaren Antizionismus artikulieren und dadurch entscheidend helfen, die Anhänger des christlichen Aberglaubens aus den Fängen ihrer jüdischen Wurzeln zu befreien.  Denn wenn in der christlichen Gemeinschaft nicht mehr der angebliche himmlische Messias gelehrt wird, besinnen sich die durch die biblischen Märchen geblendeten Massen darauf, dass sie – wie es im Lied der Bewegung in der „Internationale“ so richtig heißt – kein höheres Wesen retten wird. Das ist aber die notwendige Voraussetzung für die Entwicklung eines klaren eigenen Klassenstandpunkts und für die Öffnung des eigenen Bewusstseins gegenüber dem Sozialismus.

In der Wirtschaft gilt: "Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich". Und auch im Bildungswesen ist Verteilungsgerechtigkeit ein Thema, denn "Du wärst nicht klug, wär ich nicht doof". Statt kapitalismusaffiner Sekundärtugenden müssen Gendergerechtigkeit und proletarische Selbstbehauptung des Kollektivs Leitlinien der schulischen Erziehung sein. Hier eine Mädchengang als Sinnbild der Erfolge sozialistischer Bewusstseinsbildung.

Warum hat sich der Genosse Klaus Kessler von der Partei der kritischen Intelligenz an der Saar dennoch – und das völlig zu Recht – entschlossen, die Don-Bosco-Schule der Piusbrüder mit sofortiger Wirkung zu schließen?

Nun, es hat ganz einfach damit zu tun, dass die Entwicklung des Sozialismus im Lande bereits so weit gediehen ist, dass sie keinen Kleinmut mehr hinzunehmen braucht. Halbheiten kann es im Sozialismus ebensowenig geben, wie es ein „halbschwanger“ gibt. Und aus diesem Grund besteht keine Notwendigkeit mehr, Bewusstseinsschmieden zu erhalten, die auf halbem Wege stehen bleiben und den Weg des Fortschritts nicht konsequent zu Ende mitgehen.

Die jahrhundertealte Tradition des Antizionismus ist in Europa nach Jahrzehnten der Einmischungspolitik durch die Yankees endlich wieder so tief in den Köpfen und Herzen der Massen verwurzelt, dass sie nicht mehr in den klandestinen Räumlichkeiten obskuranter Bruderschaften gepflegt werden muss, sondern längst die öffentlichen Schulhöfe sozialistischer staatlicher Zwangsschulen erobert hat. Gleiches gilt bezüglich der Kritik, Umdeutung und Verwässerung biblischer Inhalte.

Was die Piusbrüder können, kann die sozialistische Gesellschaft schon lange, und gerade das hetzerische Verteidigungsschreiben der Elternvertreter unterstreicht die Richtigkeit der Entscheidung des Genossen Kessler erst recht.

Stimmt das, was in dem „Offenen Brief“ steht, auch nur annähernd, hat diese Schule die antizionistische und mystizistische Ausrichtung nur als Feigenblatt benutzt, um dahinter Schüler_innen nach den Verwertungsinteressen des Monopolkapitals und der Finanzhaie zu erziehen, sie „ausbildungsfähig“ zu machen, ihnen veraltete Sekundärtugenden wie „Respekt“, „Disziplin“ oder „Rücksichtnahme“ beizubringen und auf diese Weise bürgerlich-regressive Rollenklischees zu kultivieren.

So etwas darf und wird von einem entwickelten sozialistischen Staatswesen nicht geduldet werden! Wir haben einen Zustand erreicht, in dem die kulturelle Hegemonie des Proletariates und seiner Avantgarde, der kritischen Intelligenz, so stark ist, dass wir entscheiden, wer sich wann wo in der Öffentlichkeit blicken lassen darf. Und wir haben auf staatlichen Schulen – wie das Beispiel Ursula Sarrazin zeigt – längst einen Zustand erreicht, in dem fortschrittliche Elternverbände Kampfgenossen gegen die Reaktion sind und nicht deren Verbündete.

Auf dem Weg zum Sozialismus müssen zwar – wenn die gegebenen gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse es gebieten – manchmal auch taktische Manöver gebilligt werden, die helfen, das Ziel der proletarischen Bewusstseinsbildung auf Umwegen zu erreichen.

Ein Grenzfall ist dabei beispielsweise das aus unserer Sicht nicht gebotene Gezerre rund um kultursensible Formen der Integration von Kindern aus Bereicherungszusammenhängen mit Migrationshintergrund in die fortschrittliche Notwendigkeit des zwangsweisen staatlichen Sexualkundeunterrichts, wie es derzeit in Rheinland-Pfalz auftritt (und wie es erfreulicherweise die CDU dazu bringt, sich ihrer fortschrittlichen Traditionen als Blockpartei im antifaschistischen Staat zu besinnen wie hier bei Genossin Klöckner).

Was aber gar nicht geht, ist, dass eine Schule nicht einmal den klaren Willen erkennen lässt, konsequent die sozialistische Perspektive in die eigene Organisationsform und Unterrichtspraxis im Auge zu behalten und getreu dem Pionierspruch „Allzeit bereit“ jederzeit am Endziel der klassenlosen Gesellschaft zu arbeiten.

Und genau das hat die Don-Bosco-Schule letztendlich verabsäumt – und da hilft es auch nicht, wenn der Genosse Kamerad Williamson noch hundertmal die Grundlage des zionistischen Staatswesens delegitimiert…

UPDATE: Möglicherweise haben reaktionäre Bazillen, die noch nicht aus dem Justizbetrieb entfernt werden konnten, die Bemühungen des Genossen Kessler vorerst gestoppt. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und am Ende siegt immer der Sozialismus. Wird Zeit, dass wieder mehr Richter_innen vom Schlage der Genossin Dr. Hilde Benjamin den Marsch durch die Institutionen schaffen!