Die imperialistischen Medien überschlagen sich in zunehmendem Maße mit konkurrierenden Steigerungen zur Causa Guttenberg und dem widernatürlichen Fußnotenpogrom. Nun werfen allein Deutschlands 20.000.000.000 hart arbeitende proletarischen Forscher Merkel „Verhöhnung“ vor, gar ist die Rede von einem akademischen Medium und ehemaligem Hobby-IM aus der Linke-Fraktion, dem die aufgebrachten Seelen von Albert Einstein, Marie Curie und Karl Marx ihre Pein im Jenseits aufgrund des adeligen Aufschneiders im guten Glauben zutrugen! „Deutschland als Wissenschaftsstandort und Land der Ideen“ sei weltweit in Verruf geraten! Die mentale und soziale Gerechtigkeit steht auf Messers Schneide!
Selbst die aufgebrachten Massen auf den arabischen Straßen in Tunis bis Kairo hielten inne und lauschten der deutschen Denker Wehklagen um darauf am letzten Samstag in Berlin eine spontane Sympathiekundgebung abzuhalten und in orientalischer
Tradition ihre Verachtung für den bourgeoisen Übeltäter mittels schamloser Schuhsohlenschau auf dem Zaun der Verteidigungsministeriums Ausdruck zu verleihen. Solche Gesten waren zuvor nur G.W.Bush, Saddam Hussein und Indira Weiß vom Dschungelcamp vorbehalten. Empört hielten die Demonstranten Transparente mit Aufschriften wie „Behead those who insult the Doktortitel“ in die Höhe um ihrer gerechtfertigten ohnmächtigen Enttäuschung friedfertig Luft zu machen.
Guttbürger landesweit schlossen sich den Protesten an, so auch Oliver Lepsius, seines Zeichens Nachfolgeprofessor (muss ein Beruf sein, wie die berüchtigte Zahnarztfrau aus der Werbung) von Guttenbergs Doktorvater. Im bajuwarischem TV konstantierte er mit sichtlich überraschter Entrüstung: „Wir sind einem Betrüger aufgesessen. Niemand hätte sich vorstellen können, mit welcher Dreistigkeit hier ein Plagiat eingereicht wird. Es ist ein Ausmaß an Dreistigkeit, das wir bisher nicht gesehen haben.“ Auf die Frage hin, warum er sich erst nach Wochen zu Wort melde, stammelte der ob seiner tiefsten Enttäuschung zeitweise verwirrt scheinende Geisteswissenschaftler ausweichend, „Na ja, auch als Akademiker schaut man halt, wie sich das Fähnlein im Winde dreht. Und besonders als Opportunist muss man seine Wut sehr wohl timen, ansonsten endet man schnell auf der falschen Seite des Gewehrlaufs. Sie kennen ja den Volkszorn der französischen Revolution, da ist mal schnell die Rübe ab!“
Also wartet der pfiffige Doktorvater erst mal ab, bis die Internetnutzer seine Arbeit erledigen. Auch eine Option seine Energien ökonomisch einzuteilen um sie dann in einem Ausbruch der gerechten Wut gebündelt gegen den Felix Krull der deutschen Politik zu entladen. Neuerdings werkelt er fleißig an der Idee Dissertationen künftig nur mehr durch Facebooknutzer bewerten zu lassen, um unliebsamen Enthüllungen durch IMs der solidarischen Moderne und deren unbedarfter rein zufälliger Vorliebe für die akademischen Arbeiten des Klassenfeindes zuvorzukommen.
Was bleibt? Die barfüßigen arabischen Protestler sind wieder zurück in ihren Despotien um dort gegen die Diktatoren zu kämpfen und zu sterben, jedoch nicht ohne Mitgefühl in Gedanken mit den deutschen Schicksalsgenossen, deren blutiger Kampf gegen ihren grausamen adligen Autokraten erst noch bevorsteht.











feliksdzerzhinsky
Februar 28, 2011
Willkommen, Genosse Conducator, ich erinnere mich noch wehmütig Deiner Gesammelten Werke, die Du mir in den siebziger Jahren persönlich signiert widmetest. Es zeigt, wie Genosse Thälmann, ein wahrer Führer des Proletariats stirbt nie!
Conducător Nicolae Ceaușescu
Februar 28, 2011
Meinen sozialistischen Dank, Genosse Dzerzhinsky. Nach einem kleinen misslichen Karriereknick 1989 arbeitet das Genie der Karpaten (also wir) im Hintergrund an dem Wiedererstarken der sozialistischen Weltgemeinschaft.
nogutt
Februar 28, 2011
Erbärmlicher Artikel. Es stimmt, die Umwälzungen in den arabischen Ländern sind weitaus wichtiger als die Copy&Paste Affäre, aber heisst das, dass alles andere nun ein Kavaliersdelikt ist? Dann sollten wir auch Falschparker und Umweltsünder nicht mehr verfolgen, denn was ist das schon gegen das Leid der Menschen in Diktaturen… Diese Art von Apologetentum und Relativismus ist unterstes intellektuelles Niveau, da nützt es auch nichts, wenn es in wohlfeile Worte verpackt wird.
Conducător Nicolae Ceaușescu
Februar 28, 2011
Meinen Dank für die kollektivistische Kritik, Genosse Wutbürger. Iwo, der Skandal um die menschenrechtsverletzende Untat des bourgeoisen Blutegels der proletarischen Massen trieb uns die Zornesröte bis ins letzte Glied. Wir plädieren zur Beruhigung der gerechten Wut des entrüsteten Proletariats für die sofortige Exekution des adeligen Schmarotzers, was leider momentan noch an den imperialistischen Gesetzen der kapitalistischen Trutzburg Bundesrepublik Deutschland scheitert. Unsere Genossen vor Ort unter Leitung des ehernwerte Genossen Gysi und dem Sowjet der solidarischen Moderne unter benevolenter Leitung der Genossin Ypsilanti arbeiten aber weiterhin eifrig an der Vernichtung des Klassenfeindes, bis daß sein Haupt aufgespießt auf dem Zaun des Kriegsministeriums zwischen all der arabischen Gesten zur öffentlichen Warnung mahnt.
harrytisch2009
Februar 28, 2011
Hänge man ihn am Halse auf, bis dass der Tod eintritt!
Oder was sagt eigentlich die Scharia zu dieser Untat?
Conducător Nicolae Ceaușescu
Februar 28, 2011
Genosse Tisch, wir stehen diesbezüglich bereits im engsten Kontakt zu unseren antiimperialistischen Verbündeten in der Islamischen Republik Iran um entsprechende Gerätschaften (Baukran und Bio-Hanfseil) zur Leihe nach Berlin einzufliegen.
frizztext
Februar 28, 2011
hallo Bluthilde,
hab deine Seite mal verlinkt mit
feliksdzerzhinsky
Februar 28, 2011
Das ist recht, Genosse – verlinken ist das, was Linke so untereinander tun, wenn sie sich nicht gerade gegenseitig linken. Aber das wäre ja link. Link, Löckchen, Linkelinkelink – Link, Löckchen, Linkelinkelink.
Xylophilon
März 1, 2011
Na so ein Mist, ich war grade dabei, Guttenberg als Hampelmann zu zeichnen, darunter das Merkel, wie es an der Strippe zieht und denkt: So einen Hampelmann habe ich mir immer schon gewünscht! – und nun tritt er zurück! Konnte er nicht noch paar Tage damit warten!
frizztext
März 1, 2011
wunderbare Eilmeldung …
frizztext
März 1, 2011
Guttenberg ist zurückgetreten. Der Verteidigungsminister konnte allmählich seinen Plagiats-Betrug nicht mehr verteidigen. Alle Abstreit-Manöver und Gegen-Drohungen gelangten an ein Ende. Man erinnert sich an Möllemann oder Barschel. Das Guttenberg-Ende jedoch ist medizinisch eher anzuraten. Das Leben muss ja nicht biologisch auch am Ende sein. Geistig vielleicht. Sozial vielleicht – obwohl es gibt immer noch genügend Verehrer des Adels, auch wenn er gern hochstapelt.
Xylophilon
März 1, 2011
Was für ein Trauertheater! Man könnte fast meinen, es wäre irgendeine bedeutende Persönlichkeit gestorben!!
borgdrone
März 2, 2011
Auf Facebook ruft eine Seite dazu auf “Wir wollen Guttenberg zurück”. Diese “liked” sich im Sekundentakt und gleich erreicht sie ihre 300 000.
Um das ganze Anschaulicher zu gestalten, gibt es nun auch eine “Wir wollen Guttenberg nicht zurück” Seite, aktuell liegt diese bei 37.
http://www.facebook.com/pages/Wir-wollen-Guttenberg-nicht-zur%C3%BCck/166970886686123?sk=wall
harrytisch2009
März 2, 2011
Dafür sind diese 37 aber wirklich die absolute intellektuelle Elite. In die Gruppe darf man nicht unter einem IQ unter 160. Und das beißt sich leider etwas mit den Resultaten unseres Programms zur gerechten Umverteilung der Bildung – gleicher IQ für alle!
Conducător Nicolae Ceaușescu
März 2, 2011
Das Autorenkollektiv besitzt bereits 37 Genossen und Genossinen? In diesem Falle wiegt natürlich der Volkswille der 37 mehr als das einer bourgeoisen Minderheitenpöbels von nur 300.000! Erst wenn Gut Guttenberg niedergebrannt und die Familie der gerechten Strafe zugeführt sind, wird in diesem Lande die nötige Ruhe einkehren um die Wandlung in ein sozialistisches Utopia ohne Konterrevolution zu vollziehen.