die unfähigkeit des marktes bei der E10-einführung

Posted on März 4, 2011 von

7


Der oberste sowjet der europäischen union der sozialistischen sowjetrepubliken gab den sowjetrepubliken ein plansoll vor, in dem der anteil des biokraftstoffs am gesamten kraftstoffverbrauch ihrer volkswirtschaft vorgeschrieben ist. Die bundesregierung setzte das schon im vergangenen oktober mit wirkung für februar um. Anschliessend verschwiegen unsere genossen in den redaktionsstuben diese änderung der öffentlichkeit, damit die ungebildeten autofahrer hinterher diesen kraftstoff nicht tanken.

Dieser effekt ist gewollt. Erstens soll so offengelegt werden, welche mängel der markt hat, wenn man ihm die einführung eines politisch notwendigen produktes anordnet. Zweitens liegt die ursache für den kapitalistischen raubbau an der natur darin, dass bodenschätze verkauft werden. Ich zitiere karl marx:

„Ein Teil der Gesellschaft verlangt hier von den andern einen Tribut für das Recht, die Erde bewohnen zu dürfen, wie überhaupt im Grundeigentum das Recht der Eigentümer eingeschlossen ist, den Erdkörper, die Eingeweide der Erde, die Luft und damit die Erhaltung und Entwicklung des Lebens zu exploitieren. […]

Daß es nur der Titel einer Anzahl von Personen auf das Eigentum am Erdball ist, der sie befähigt, einen Teil der Mehrarbeit der Gesellschaft sich als Tribut anzueignen und mit der Entwicklung der Produktion sich in stets steigendem Maß anzueignen, wird durch den Umstand verdeckt, daß die kapitalisierte Rente, also eben dieser kapitalisierte Tribut als Preis des Bodens erscheint und dieser daher wie jeder andre Handelsartikel verkauft werden kann.[…]

Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen, sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als boni patres familias <gute Familienväter> den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen.“

Der letzte gedanke wird nebenbei bemerkt von umweltschutzaktivist_innen mit mangelnder theoretischer bildung in der form „wir haben die erde von unseren kindern nur geliehen“ als plagiat verwendet. Oft wird es fälschlich eine „indianerweisheit“ genannt, so als ob marx nur ein indianer wäre, der in ritualisierten tänzen einem imaginären manitu huldigen würde und nicht der grösste gesellschaftstheoretiker der weltgeschichte ist. In wahrheit ist die theorie nämlich nicht nur umweltverschmutzungskritisch sondern auch gesellschafts- und kapitalismuskritisch.

Aus dem restlichen zitat kann man nun eines sehen: Wird der verkauf von bodenschätzen, etwa mineralöl und seine produkte, verhindert, dann kann jeder sehen, dass es eben nur die kapitalisten sind, die an ihrer ausbeutung profitieren, nicht die entrechteten und armen. Wenn also durch die weitsichtige richtlinienerstellung der eu-volkskommissare der benzinverkauf so verwirrt wurde, dass er ins stocken gerät, dann werden die kapitalisten das öl alleine verbrennen, ohne die menschen, die ihre autos nur von den schmalen hartz-IV-bezügen betreiben und deswegen nicht riskieren wollen, dass fälschlicherweise getankter E10-kraftstoff ihre motoren zerstört. Die armen werden dann zu recht merken: „Ihr reichen verbraucht luft und öl, um die scheiterhaufen, auf denen ihr intellektuelle verbrennt, anzufeuern. Das ist sozial ungerecht! Wir werden jetzt die weltrevolution beginnen, weil wir jetzt sehen, dass karl marx recht hat.“

Das benzinchaos der eu-kommission wird uns also entschieden auf dem weg zur weltrevolution weiterbringen. Zum glück war die bundesregierung und die industrie zu dumm und zu ohnmächtig, um diese entwicklung zu sabotieren. Wir haben auch nachricht von unseren aktivist!innen an der demonstrationsfront, dass sie ihre molotovcocktails auch weiterhin bevorzugt mit superbenzin füllen werden, um die kapitalistische mangelerscheinung am superkraftstoff sichtbarer zu machen. Von ihnen hat keiner gezweifelt, dass ethanol nicht in das benzin, sondern in das blut gehört. Aber für die politische initiative gegen umweltverschmutzung und klimawandel ist der undogmatische aktivist gerne bereit, auf ein bisschen saufstoff zu verzichten.

Advertisements