Diskriminierung im Versicherungswesen konsequent bekämpfen!

Posted on März 5, 2011 von

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Vorbildlich: Unisex-Tarife und -Frisuren im Friseurhandwerk (Quelle: www.handelsmarke.org/www.unisex-friseure.de)

Der Europäische Gerichtshof hat unsere geliebte sozialistische Heimat, die Gemeinschaft abhängiger Staaten (in der Politikwissenschaft auch Europäische Union, hervorgegangen aus der früheren Auto-Union, genannt), einen entscheidenden Schritt näher an die Verwirklichung der humanistischen Ideale der Menschheit: Freizeit, Gleichgültigkeit, Brüderlichkeit gebracht.

In einer bahnbrechenden Entscheidung hat er die Diskriminierung der Geschlechter im Versicherungswesen verboten. Bisher konnten Frauen günstigere Lebensversicherungen als Männer abschliessen, was viele Männer in ihrer Verzweiflung in den Alkoholismus und einen frühen Tod trieb.

Diese kurzsichtige Politik der Männerdiskriminierung führte dazu, dass die Männer in der männlich dominierten Versicherungsbranche sich mit für das männliche Geschlecht günstigeren Rentenversicherungstarifen rächten.

Das wiederum trieb Frauen zu allerlei geschlechtstypischen Syndromen, wie etwa ungewollten Schwangerschaften, die ihre privaten Krankenversicherungsprämien erhöhten, während die diese Schwangerschaften verursachenden Männer ungestraft ihre Geschlechtskrankheiten zu Billigtarifen chronifizieren konnten.

Dem allem hat der Europäische Gerichtshof nun einen Riegel vorgeschoben – binnen kurzer Frist müssen EU-europäische Versicherer sog. Unisex-Tarife einführen und die Diskriminierung der Geschlechter bei Versicherungstarifen beenden.

Wieder ein Schritt in Richtung Verwirklichung sozialistischer Gleichheit.

Aber doch wieder nur ein halbherziger Schritt, Genossinnen und Genossen!

Zwar stellt sich nun nicht mehr die Frage des Tarifwechsels bei Geschlechtsumwandlung, aber die eigentlichen Gebiete andauernder Diskriminierung im Versicherungswesen hat der Europäische Gerichtshof nicht auch nur ansatzweise gestreift.

Da nun die nationalen Gesetzgeber ihr Versicherungsvertragsrecht anpassen müssen, zählen wir hier beispielhaft diejenigen Mindestreformen auf, die bei dieser Novellierung gleich vorausschauend mit abgearbeitet werden müssen:

  1. Der Europäische Gerichtshof verliert keinerlei Wort über die Diskriminierung des Alters. Wie kann es sein, dass Krankenversicherungstarife mit dem Alter immer teurer und gerade für die gebrechlichen Neuversicherten unbezahlbar werden?
  2. Warum muss ein Mensch, der mit, sagen wir, vierundsechzig Jahren eine Rentenversicherung abschliesst, einen tausendfach höheren Monatsbeitrag leisten als ein Jüngerer, der mit, sagen wir, dreissig Jahren so kurzsichtig war, den staatlichen Rentensystemen nicht zu vertrauen?
  3. Weiterhin kann es nicht im Sinne einer Angleichung der EU-weiten Lebensverhältnisse sein, dass nach wie vor nach Regionen und nach Unfallschäden in der Kraftfahrzeugversicherung differenziert wird. Was kann ein Deutscher, bereits beladen mit der Ursünde eines aggressiven Angriffskrieges, unterstützt von deutschen motorisierten Verbänden, dafür, dass er in einem Landkreis lebt, in dem polnische Genossen gerade verstärkt eine Kampagne zur Sozialisierung des Automobileigentums durchführen?
  4. Wieso muss ein Mitbürger, der schon öfter bei selbstverschuldeten Unfällen gerade noch mit dem Schrecken davongekommen ist, womöglich unsägliches Leid wie Tote und Verletzte mit ansehen musste, nun als Strafe dafür auch noch höhere Prämien in der Kraftfahrzeugversicherung zahlen, während sein sonntagsfahrender Nachbar mit seiner Bummelei die Landstrassen verstopft und unser um zügigen Fahrstil bemühter Genosse dadurch zu spät in seine Stammkneipe kommt (was zudem weitere Gefahren wie zu hastiges Trinken, Gefahr des Verschluckens, Überfahren von roten Ampeln usw. mit sich bringt)???

Diese Fehlanreize bei verbreiteten Versicherungsrisiken gilt es abzubauen.

Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!

Aber diese Teilgebiete des Versicherungswesens sind noch nicht alles, Genossinnen und Genossen!

Es lauern auch an anderen Stellen noch Gefahren der Diskriminierung unschuldiger Bevölkerungsteilgruppen.

  1. Warum muss ein Hundehalter eine Zusatzversicherung abschliessen, während Eltern mit egal wie vielen Kindern eine einheitlich niedrige Privathaftpflichtprämie kosten?
  2. Warum muss ein Pferdehalter höhere Versicherungsprämien zahlen als ein Hundehalter und vor allem, warum sind Kampfhunde, die sowieso unter sozialdarwinistischen Gesichtspunkten auf Spielplätzen gesellschaftlich wichtige Aufgaben übernehmen, teurer als Schosshunde, die noch dazu ihre Frauchen mit zweideutigen Dienstleistungen daran hindern, ein gesundes Sexualleben zu führen?
  3. Kann es sein, dass Grundbesitzer, die in Flussauen ohnehin permanent mit nassen Füssen einen erhöhten Trocknungsaufwand für Stiefel und Socken bezahlen müssen, nun auch noch hinsichtlich der Gebäudeversicherung mit höheren Risikoprämien abgestraft werden?
  4. Wie kann es sein, dass leistungswillige Ärzte, die durch Kunstfehler Arbeitsplätze für Kollegen schaffen oder zumindest erhalten, dafür höhere Haftpflichtversicherungsprämien zahlen sollen als die von ihnen begünstigten Kollegen? Am Ende nehmen die filmischen Darstellungen mit zweifelhaftem erotischem Inhalt überhand, weil ohne natürliche Auslese unter den Darstellerinnen ein Überangebot an gesunden Übergrössen droht, bis hin zu Folgeerscheinungen wie dem Zwang, die Leinwandbreite in Lichtspielhäusern zu vergrössern? Man muss bei allen politischen Entscheidungen auch die Nebenwirkungen mit berücksichtigen, Genossen und Genossinen?

Man sieht, der Europäische Gerichtshof, vom Klassenbewusstsein der oft aus bourgeoisen Elternhäusern stammenden Richterinnen und Richter kontaminiert, hat hier noch einen weiten Weg vor sich, bis sämtliche Diskriminierungen abgeschafft sind. Vielleicht aber schärft diese erste bahnbrechende Entscheidung zusammen mit unseren hier gemachten Ausführungen doch das Bewusstsein für weitere unerträgliche Diskriminierungen auf anderen Gebieten. Warum kann sich ein Arbeitsloser keinen Ferrari leisten? Doch wohl nur wegen einer schichtenspezifischen Preisdiskriminierung. Darüber mehr demnächst in weiteren Beiträgen.