Gendergerechte Sprache und Verhalten unerbittlich durchsetzen!

Posted on März 13, 2011 von

7


Vorbildliche gendergerechte Ansprache bei Betriebsfeier (Quelle: Rhetorik.ch)

Eines der grössten ungelösten Defizite gesellschaftlichen Vollzugs ist der geschlechtspezifische Sprachgebrauch und die daraus folgenden Diskriminierungen, die den Fortschritt hin zum Kommunismus hinauszögern. Einige der wichtigsten negativen Folgen wollen wir hier beim Namen nennen und aufzeigen, was dagegen getan werden könnte.

Frauennamen enden meist auf „-ine“. So z.B. bei Gesine, deren berühmteste mit Nachnamen Lötzsch heisst und, wie wir, Wege zum Kommunismus sucht.

Auch der Nachname ist nicht von ungefähr, die Farbe des Kommunismus ist rot und Feuerlötzschzüge sind es auch, weltweit, sogar im Kapitalismus, ja, sogar im Faschismus. Dass der Faschismus dem Kommunismus aber in dieser Hinsicht unterlegen ist, sieht man daran, dass im Faschismus Wassermangel herrscht, weshalb oft nicht mal richtig gelötzscht werden kann, wenn mehrere Gotteshäuser auf einmal brennen sollten oder so.

Aber wir streifen ab. Gendergerechte Sprache ist ein Übergangsstadium zum Sozialismus. Wenn dieser erreicht ist, verschwinden die Geschlechtsunterschiede vollends und dann kann auch dieser Artikel wieder gelötzscht werden. Solange aber noch von verschiedenen Geschlechtern die Rede ist (im Feudaladel gab es gar deren tausende!), wird der Übergang zum Sozialismus verzögert. Der vorliegende Artikel soll daher ein Beitrag sein, den Übergang zum Sozialismus zu erleichtern und zu beschleunigen, indem wir geschlechtsspezifische Unterschiede in der deutschen Sprache untersuchen und anschliessend weitestgehend zu eliminieren versuchen.

Wie schon erwähnt, enden die meisten Frauennamen (vor dem Leerzeichen jedenfalls) auf „-ine“ oder auf „-a“, während Männervornamen (bei den Nachnamen ist es anders) oft auf „-o“ enden. Dies war schon im alten Rom so, wobei hier Frauen oft die Oberhand hatten, wie z.B. im bekannten „sine, ira et studio„. Sine und Ira sind offenbar zu zwei Drittel weibliche Wesen, während Studio deren männlicher Begleiter war. Leider sind alle drei in Pompei umgekommen, so dass man sie nicht mehr fragen kann.

Der Männervorname ist jedenfalls heute noch sehr populär, gerade Bodybuilder nennen sich gerne Studio, aber auch Menschen, die ihre Haut bräunen oder ihre Nägel färben.

Durch anhängen der Endung „-ine“ kann man viele männliche Vornamen in weibliche verwandeln, so ist z.B. die weibliche Form von Rose die Rosine. Schon Don Quichotte hatte ein Pferd, das er Rosi nannte, eine verkürzende Koseform für Rosine (das Pferd selbst blieb dabei aber normal lang, alles andere hätte den Tierschutz auf den Plan gerufen). Rosine werden meist eher trockene Charaktere von ihren Eltern genannt, aber, wie der Volksmund weiss, ist Vorsicht auch bei diesen eher introvertierten Charakteren geboten, denn: keine Rosine ohne Dorninnen!

Weibliche Vornamen, die auf „-a“ enden, weisen oft auf ein eher gewalttätiges Wesen ihrer Trägerinnen hin (es gibt auch trägerlose, der Kniff wird aber eher bei Büstenhalterinnen angewandt), ein berühmter Name auf „-a“ ist z.B. die Razzia, die sich oft mit Ordnungshütern herumtreibt, und zwar oft in einem Milieu, das ganz und gar nicht einer Dame angemessen ist. Der männliche Vorname hierzu ist, wie sollte es anders sein, der Razo, dessen berühmtester Vertreter der grosse Chimbo Razo ist. Sein Vater, Papa Razo, fällt auch heute noch des öfteren unangenehm auf, weil er berühmten Frauen nachjagt, die er, die Leser_Innen ahnen es bereits, an deren Endung „-ine“ oder „-a“ erkennt, etwa Diana oder Hella oder Dita (von Prothese).

All diese Probleme, das wird langsam offenkundig, würden nicht entstehen, wenn die Geschlechtsunterschiede eliminiert würden, indem man in einem ersten Schritt auf die verräterischen Endungen verzichtete. Der oder die Ratz statt Razzia oder Razo wäre wesentlich einfacher auszusprechen und zu schreiben und im Übrigen müsste man bei Geschlechtsumwandlungen nicht auch noch den Namen ändern. Ältere langjährige Ehepaare, die ja oft schon die Lesebrillen tauschen, könnten zudem, ohne dass es der Sitznachbar im Kino mitbekäme oder es sonst peinlich wirkte, vorübergehend die Vornamen tauschen, je nachdem, welcher gerade der Situation angemessener erschiene (es würde dann auch nicht nachteilig auffallen, wenn er mal nicht erschiene, was Gastgeber ja sonst oft als Affront auffassen).

Wenn nun z.B. jemand auf das Endungs-a verzichtet, macht er es auch seinen Mitarbeiter_Innen leichter, die sich angesichts verschiedenster gender-nivellierender Tendenzen in Regierungskreisen oft vertun könnten. Ein(e) Angel Merkel würde zudem auch eine Verortung der jeweiligen Politik erleichtern, die ja oft zwischen Tür und Angel stattfindet, nachdem mit verschiedensten Wahlversprechen Wählerstimmen geangelt wurden. Die Zahl absichtlicher Versprechen sinkt natürlich auch, wenn die Zahl der Vornamen in etwa halbiert wird. (Halbier ist z.B. ein vorbildlich geschlechtsneutrales Kompositum aus Halberstadt und Bier.)

Herr oder Frau Guid Westerwelle würde diese Innovation ebenso begrüssen, könnte er doch nun bei Auslandsbesuchen unerkannt am Damenprogramm teilnehmen.

Auch in der Literatur tun sich ungeahnte Möglichkeiten auf. Waren die wiederholten Aufführungen von Shakespeares Romeo und Julia oft gähnend langweilig, man traute sich aber nicht aus dem Theater, da Schwiegermutter oder Chef einen für einen Kunst-Banausen hätten halten können, so könnte man nach Umstellung dieses Stückes auf gendergerechte Sprache getrost im Juli Rommé spielen, ohne dass dies falsch ausgelegt werden könnte.

Aus Dada würde das wesentlich väterlichere Dad, aus dem konflikträchtigen Guernica das einfache Guernic, das dann kein umfangreiches Bombardement mehr provozieren würde sondern nur noch den einfachen Guernic-Schuss.

Aus Kantine würde Kant, was den meisten Adipösen sicherlich gut bekäme und Herr Drais hätte schon vor Jahrhunderten seine Frau nicht mehr Draisine nennen müssen, als er zum Gespött seiner Zeitgenossen auf ihr öffentlich herumrutschte. Aus Lawine würde Law und diese könnte endlich ohne Aufsehen zu erregen ihren Geliebten Order ehelichen. Apfelsine würde zu Apfels und würde in diesem Zuge vermutlich auch ihre Orangenhaut los, die ihr bislang immer die Schamesröte ins Gesicht treibt.

Wer sich bisher seine Termine nicht merken konnte, ein zugegeben doch sehr langes Fremdwort, fährt mit Term eindeutig besser, zumal es sehr viele männliche Zeitgenossen gibt vom Stamme der Ometer, die diesen Vornamen mit Stolz tragen. Vorsicht übrigens an alle, die meinen, so gesehen könne man ja die Vornamen auch gleich ganz weglassen – so begrüssenswert dieser Vorschlag auch sein mag, drohen die Standesämter derzeit noch mit Verwaltungszwang und Ersatzvorname.

In China ist man dort – wie sollte es anders sein – ein sozialistisches Land! – schon wesentlich weiter, dort gibt es bereits klimafreundliche Vor- und Nachnamen!

Wie kann es weitergehen, Genossinnen und Genossen? Wie schnell lassen sich alte Gewohnheit_innen ablegen? Ein erster Schritt muss sein, wie in der Privatwirtschaft bei Bewerbungen, dass bei Dating-Sites und Partnervermittlungen das Geschlecht der Suchenden und der Vermittelten nicht mehr angegeben werden darf. Es ist schlicht diskriminierend, dass dort häufig ältere Männer nach jüngeren Damen suchen. Auch ältere Damen haben das Recht, zufällig mit jüngeren egal welchen Geschlechts gepaart zu werden und umgekehrt. Auch hier geht uns die Politik bereits in weiten Teilen mit gutem Vorbild voran.

Als weiterer Schritt ist zu fordern, dass bei Schwangerschaftsuntersuchungen und Entbindungen den Eltern das Geschlecht ihres Kindes nicht offenbart wird. Die bisherige Praxis ist nicht nur diskriminierend den einwilligungsunfähigen Kinder_Innen gegenüber, es führt auch ansonsten zur Auswahl gender-spezifischer Vornamen und alles begänne von vorn.

Sowie nach ein, höchstens zwei Generationen das Geschlecht im Alltag keine wirkliche Rolle mehr spielt und die Bevölkerung den Bezug zu archaischen überkommenen Reproduktionsritualen verloren hat, ist der Weg für einen gendergerechten Sprachgebrauch und damit den Übergang zum Sozialismus frei! Grossmama und Grosspapa gehören dann der Vergangenheit an, die Zukunft gehört Grosspam (oder –map), Gebisse sind dann kein Privateigentum mehr und können von der Kleiderkammer bezogen oder mit Sondergenehmigung ohne Ansehen des Geschlechts vererbt werden.

Venceremos!

Advertisements