Wir finanzieren den atomausstieg!

Posted on April 19, 2011 von

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Gerade diskutieren die im kapitalistischen denken verhafteten neoliberalen politiker über die kosten des atomausstiegs, oder sollten wir sagen: Sie ergötzen sich an ihnen. Als ob kosten eine rolle spielen, wenn die gefahr droht, dass die ganze erde durch einen nuklearen super-duper-GAU in eine ins all gesprengte strahlenkugel verwandelt wird, auf deren trümmern kommunistenfressende strahlenmutanten von der grösse eines godzilla herumtrampeln! Wir wollen deswegen eigentlich gar nicht an dem zünischen spiel teilnehmen, bei so wichtigen fragen herumzurechnen, aber wir tun es trotzdem, um die neoliberalen, energiefaschistischen ideologen lügen zu strafen.

Gelbe fässer als merchandisingprodukte des atomausstieges müssen gefördert, nicht besteuert werden!

Die finanzierungsquellen sind zahlreich: Durch den verkauf von merchandising- und fanartikeln des atomausstiegs, etwa „Atomkraft? Nein danke!“-Aufklebern, -Buttons und -Fahnen, gelben fässern und weissen schutzanzügen liessen sich (abgeschätzt auf der letzten demo) mehrere milliarden einnehmen, die direkt in den ausbau erneuerbarer energien gehen könnten. Wenn der atomausstieg vollzogen ist, müssen auch die vielen atomaktivist_innen nicht mehr demonstrieren gehen und können die abermilliarden profite aus dem verkauf ihrer arbeitskraft ebenfalls dem ausbau erneuerbarer energien zukommen lassen.

Das sind aber nur die ungerechten finanzierungsvorschläge, denn da die atomkraftgegner_innen ja nicht an der existenz der AKW schuld sind, sind sie auch nicht für die finanzierung des ausstiegs verantwortlich zu machen. Sie sind auf keinen fall zu belasten, nur notfalls mit strompreiserhöhungen. Schuld an der atomenergie haben nur die stromgierige klasse. Deswegen jetzt ein sozial gerechter vorschlag:

  • Reichensteuer, von der aber der erwerb von atomausstiegsmerchandisingartikeln abgesetzt werden kann
  • Unbefristete brennelementesteuer für alle neuen brennelemente in höhe des prohibitivpreises
  • Strompreiserhöhungen für energieintensive industrien
  • Standordverlagerungssteuer für kernkraftwerkbetreiber und betriebe energieintensiver industrien
  • Ausreisesteuer für deutsche, die im ausland ihr handy mit atomstrom aufladen wollen

Da werden aberbillionen zusammenkommen! Wir werden gleich sehen, dass soviel geld gar nicht gebraucht wird. Die überschüsse aus diesen steuereinnahmen können in die errichtung neuer behörden gesteckt werden, etwa für die errichtung eines bundesamtes für politisches strassentheater.

Applaus für den ausstieg!

Nun also zur überschlagsrechnung. Wir berechnen die investitionskosten, um das kernenergieaufkommen (run 150 TWh im jahre 2006) durch windenergieanlagen zu ersetzen, denn windenergie hat die niedrigste vom zentralen bundesamt für energiepreise festgelegte einspeisevergütung, ist damit also als billigste erneuerbare energie anzusehen. Im Jahr 2006 waren ~20.000 MW Windenergieleistung installiert, die 175 TWh hätten produzieren können. Weil neoliberale agenten dagegengepustet haben, wurden aber nur 30,71 TWh produziert (AG Energiebilanzen). Das heisst, man muss 5,7 TWh installieren, um 1 TWh nutzen zu können. Dieses verhältnis verschlechtert sich mit dem ausbau der windenergie nicht, etwa wenn alle hügel schon mit windrädern belegt sind,  denn als marxisten dürfen wir trotzdem mit konstantem grenzertrag rechnen. Alles andere wäre ein nachgeben gegenüber der neoliberalen propaganda! Wir müssen also 854 TWh jahresleistung installieren, um die kernenergie zu ersetzen, das entspräche 97.421 windenergieanlagen je 1 MW leistung (1 jahr=8.766 h, 1TWh=1.000.000 MWh). Berechnen wir für die errichtung einer windenergieanlage 800.000 €, dann kostet die energiewende nur 77.937.485.740 €, also knapp 77 milliarden. Das ist doch ein klacks, wenn man bedenkt, wie weit der genauso grosse sprung nach vorn des ebenso grossen vorsitzenden mao zedong china vorangebracht hat! Sein schüler, der genosse trittin, rechnet aus, dass dafür 1,50 € pro monat und haushalt ausreichen. Bei 40.000.000 haushalten und 13 monaten pro jahr macht das jährlich 780.000.000 €, der schnellstmögliche atomausstieg (abzinsen brauchen wir als marxisten nicht), ist also in rund 100 jahren vollzogen. Applaus!