Jetzt Obamas Wiederwahl sichern!

Posted on Mai 21, 2011 von

5



Es war der ebenso einfache wie geniale Fußballertrick: Rechts antäuschen, links vorbeigehen. 

Dem Furor der fortschrittlichen Kräfte in Europa und innerhalb der intellektuellen Elite in Hollywood sowie an den amerikanischen Universitäten sei zwar die Berechtigung nicht abgesprochen: Die (nochmalige) Ermordung des – angeblich ohnehin seit 2001 toten – Globalisierungskritikers und Familienvaters Osama Bin Laden war ebenso ein Akt der Barbarei wie die Beibehaltung des gesiebten Luftkurorts in Guantanamo.

Die Flotilla-Märtyrer sind nicht umsonst gefallen. Der Genosse Obama wandelt das Weiße Haus in das größte Frauendeck der Welt um.

Wer allerdings die von allen Volksdemokraten frenetisch begrüßte, wegweisende Rede des Genossen Obama vor der kritischen Intelligenz in Kairo vom wissenschaftlichen Weltbild des Marxismus-Leninismus aus betrachtet, wird schnell merken, dass dies nur taktische Maßnahmen waren, um in den unaufgeklärten, regressiven USA jene Mehrheiten zu erhalten, die nötig sind, um die Revolution von Oben voranzutreiben.

Auch der Genosse Stalin musste dereinst strategische Bündnisse eingehen, erst mit den Hitlerfaschisten, dann mit denen der imperialistischen Mächte. Er hat zu keiner Zeit das Ziel der Stabilisierung des Sozialismus im Lande und jenes der Weltrevolution aus dem Auge verloren.

Entscheidend ist entsprechend nun, dass das richtige Bewusstsein beim Genossen Obama nicht in Frage steht. Und wer den zionistischen Landräubern und Apartheidstaatenlenkern „Kolonialismus“ attestiert und sie „Besatzer“ nennt, der beweist, dass er über die Fähigkeit verfügt, mit der Wahrheit so kreativ umzugehen, dass sie nicht mehr von ihrem Gegenteil unterschieden werden kann.

Der Genosse verlangt von Israel „mutige Schritte“ in Richtung Frieden. Und so ziemlich das Einzige, was noch mutiger wäre, als sich auf die Grenzen von 1967 zurückzuziehen und auf diese Weise freiwillig ganze Städte und den Ben-Gurion-Flughafen in unmittelbare Reichweite aller Waffensysteme zu setzen, die jemals in den Palästinensergebieten verbreitet waren, wäre die Auflösung der IDF und vollständige Überantwortung der Verteidigung des Landes an die UNO-Blauhelme.

Darüber hinaus wären – ohnehin nach Auffassung aller fortschrittlicher Menschen auf dem Erdball „illegale“ – so viele jüdische Siedlungen von einem Tag auf den anderen außerhalb des Hoheitsgebietes der Zionisten gelegen, dass die Nationale Front für das Demokratische Palästina – bestehend aus den „Freiheitskämpfer_innen“ aus Fatah und Hamas – künftig auch für deren Sicherheit verantwortlich wären. Und was das bedeuten würde, lässt sich nicht nur aus dem Schicksal der Familie Fogel aus Itamar ableiten, sondern auch aus den Erfahrungen aus dem Warschauer Ghetto.

Hier noch einmal ein Eindruck von den freundlichen neuen Nachbarn, denen sich Tausende Juden künftig im „Palästinenserstaat“ gegenüber sehen würden:  

Der regressive Analyst William Helmreich arbeitete treffend heraus, dass das Grundprinzip des sozialistischen Verteilungsgerechtigkeitsstaates sich 1:1 auf die Friedenspolitik im Nahen Osten umlegen lässt: „The more you give, the more you’re asked to give“. Und wie bereits der Rückzug aus dem Gazastreifen 2005 gezeigt hat, würde auch die Umsetzung der Vorschläge des Genossen Obama durch die Regierung in Jerusalem dazu führen, dass der Preisgabe der übrigen außerhalb der 67er-Grenzen gelegenen Gebiete umgehend auch die Forderung nach Preisgabe auch der noch vorhandenen, innerhalb dieser Grenzen gelegenen folgen würde.

In einem hat der fundamentalistische Hassprediger Glenn Beck jedenfalls Recht: „Es geht nicht nur um Israel. Es geht um Gut und Böse.“ Und getreu unserer Erkenntnis, dass diese Begriffe reaktionär sind und auf dem Aberglauben basieren, der den Überbau der kapitalistischen Ausbeutungsordnung beschreibt, ist die schrittweise Vernichtung Israels auch ein Sinnbild dafür, dass das von den Profiteuren des kapitalistischen Systems als solches bezeichnete Böse nichts anderes ist als das Opfer der ungleichen, diskriminierenden sozialen Verhältnisse.

So wie die „Kill the Jews“ skandierenden Volksmassen von Ägypten bis Gaza-Stadt nur die schuldlosen Opfer der diskriminierenden zionistischen Apartheidpolitik sind, so ist Armut nur Folge der diskriminierenden sozialen Apartheidsstrukturen der Marktwirtschaft, so ist das Böse nur der Imbegriff jener Verhaltensweisen, die durch das ethische Apartheidssystem der christlichen und jüdischen Religion stigmatisiert werden und ist der Misserfolg bloß Ergebnis der Missetat der Erfolgreichen. In diesem Sinne ist die Überwindung des zionistischen Gebildes ein Sinnbild und Meilenstein auf dem Weg zur Überwindung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse und der Herrschaft des Menschen über den Menschen.

Wie die fortschrittliche Presse meldet, haben sich die Palästinenserverbände von den Friedensverhandlungen zurückgezogen. Sie brauchen ja angesichts der klaren Worte des Genossen Obama auch nicht mal mehr den Eindruck zu erwecken, sie wollten mit den zionistischen Okkupanten friedlich koexistieren.

Die „Weltgemeinschaft“ ist ja auf ihrer Seite. Die fortschrittlichen Staaten werden gemeinsam mit der weltweiten Kampfverband für Werterelativismus, Sozialismus und Antizionismus, der UNO, im September einseitig beschließen, dass 2+2 nicht mehr 4 ist, sondern jeweils das, was die Partei für die korrekte Antwort hält.

Advertisements