Friedensgrüße aus Brüssel*

Posted on Juli 20, 2011 von

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rocket fire

In einer ihrer wie üblich brillanten rhetorischen Schleifen hat die Sprecherin der außenpolitischen Sprecherin der EU, Genossin Maja Kocijancic, sich in ihrer Funktion als „Friedens“-Freundin und Sympathisantin des unterdrückten palästinensischen Volkes zu Wort gemeldet.

Volks-Genossin Kocijanic meint, ganz klar erkannt zu haben, was das Hindernis auf dem Weg zum „Frieden“ ist: Es sind nicht etwa die seit Anfang des Jahres knapp 400 Raketenangriffe und auch nicht die satte Zwei-Drittel-Mehrheit in den besetzten Gebieten, die sagt, eine Zwei-Staaten-Lösung sei nur ein Etappenziel und eine vorübergehende Lösung für ein „judenreines“ Palästina, und zwar „from the river tot he sea“.

Nicht also die tatsächliche Wirklichkeit ist ein Hindernis auf dem Weg zum Frieden, sondern die Vorstellung, die man sich davon macht. Das weiß Maja Kocijancic, das weiß ihre Chefin, Catherine Ashton, und das „wissen“ wohl die meisten EU-Beschäftigten: Die Erde ist eine Scheibe – zumindest wird sie dazu, wenn man sie lange genug vom Sitz der europäischen Beamtendiktatur mit Sitz in Brüssel aus betrachtet.

Und wenn EU-Funktionärin Maja Kocijancic nur lange genug aus dem Fenster ihres Büros in der Super-Behörde blickt, weiß auch sie: Millionen von Fliegen können sich nicht irren – und an irgendetwas muss man schließlich glauben.

Wenn sie dann die Emails ihrer Chefin auf den Kopierer legt, überlegt sie schon gar nicht mehr, ob dieses fabelhafte Ost-Jerusalem, von dem ihre Behörde in Mitteilungen an die Presse so sehr schwärmt, auch außerhalb ihrer fieberigen „politischen“ Vorstellungen existiert, und wenn ja: Wo es sich befindet.

Es ist tatsächlich nur in ihrer Fantasie existent, denn hier, im real existierenden Jerusalem, existiert es jedenfalls nicht; zumindest nicht in dem von der Beamtendiktatur mit Sitz in Brüssel behaupteten Sinn.

Und selbst wenn Maja Kocijancic zwischen all ihren vielen Terminen mit dem Kaffee-Automaten und dem Back-Shop etwas Zeit dafür fände, würde sie sich nicht gerne überlegen, welche „West Bank“ sie eigentlich meint, wenn sie fordert, selbige könne nur „judenrein“ an die heute sogenannten Palästinenser übergeben werden.

„Wenn man träumt, wie noch nie / wacht man nicht gerne auf / Träume sind so bequem / wenn man Angst hat, die Wahrheit zu seh’n“, wusste indes schon eine dänische Jazz-Sängerin, deren Name mir entfallen ist, ich glaube, es war Gitte Haenning.

In welchen „politischen“ Grenzen Maja Kocijancic stellvertretend für die „politische“ Behörde mit Sitz in Brüssel von der „West Bank“ spricht, kann und muss vielleicht sogar bewusst offen bleiben – meint sie nun die „West Bank“ in den Grenzen 1948, 1967?

Oder vielleicht doch Cis-Jordanien in den Grenzen von 1917, „from the river to the sea“, an die man nicht nur bei der EU, sondern auch im Lager der PLO-Behörde mit Sitz in Ramallah und in der „Links“-Fraktion des Deutschen Bundestages unbedingt glaubten möchte; Grenzen, die bekanntlich wahr werden, wenn nur endlich, endlich das „zionistische Gebilde“ das Existieren einstellen würde.

Es kann aber auch sein, dass Volks-Genossin Maja Kocijancic einfach nur zu viel in den Schulbüchern für den Unterricht in den „Bildungs“-Einrichtungen der PA geblättert hat und nun den „politischen“ Wunsch von der real existierenden Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden kann; was ein durchaus intendiertes Ziel zu sein scheint von diesem „Bildungs“-Material, das die EU ihren Freunden bei der PLO bezahlt; dieselbe EU ist Maja Kocijancics Brötchengeber .

„Bildungs“-Material, das am Zustandekommen der aktuellen „palästinensischen“ Meinung (s.o.) nicht ganz unbeteiligt sein dürften, wonach das vor Ort existierende Israel ins Meer geworfen gehört, aber bitte mit einem Gewicht an den Füßen und da schließt sich der Kreis: Die „Friedens“-Initiative der EU ist ihre eigene Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und insofern prototypisches pars pro toto.

So blöd, die eigene Propaganda zu glauben, ist man indes nicht einmal in in Ramallah. Der PLO-Sprecher Nabil Amr hat jedenfalls gerade erst zu bedenken gegeben, dass die Empfehlung der Generalversammlung der UN, die Unabhängigkeit der PLO in staatlicher Form anzuerkennen, gegenwärtig zur Unzeit käme. Er möchte lieber noch ein Jahr warten, was in den hier gültigen Zeitdimensionen eine halbe Ewigkeit bedeuten kann.

Denn selbstverständlich kann sich kein denkendes Wesen der Einsicht ganz verschließen, dass die „politische“ Funktion der heute sogenannten Palästinenser in nichts anderem besteht, als der Islamischen Republik den Rücken frei zu halten, während sich das Mullah-Regime seine atomare Endlösung „Friedens“-Initiative zusammenzentrifugiert.

Das wäre eine Nutzung der Atomenergie, der auch das „politische“ Spektrum von Margot Käßmann über Claudia Roth bis zur Partei des nationalen Sozialismus der wissenschaftlichen Weltanschauung, der sogenannten „Linken“, bestimmt viel abgewinnen könnte, weil sie so „friedlich“ ist, so sozial-gerecht und so umweltverträglich-nachhaltig sein wird.

Aber das sind Gedanken, die Catherine Ashton und ihrer Assistentin Maja Kocijancic viel zu schwer sein mögen und die sie deshalb auch nicht weiter beunruhigen sollten. Solange Maja Kocijancic jeden Werktag an ihren Schreibtisch in der Super-Behörde gehen kann um für ein paar Stunden ungestört ihren Stoffwechsel zu pflegen, hin und wieder mal ein wenig Copy-and-paste mit den aktuellen „Positionen“ ihrer Chefin zu machen, ist die Welt doch noch in Ordnung. Um 16h30 kann sie dann in dem Hochgefühl nachhause gehen, es dem „Juden unter den Staaten“ mal wieder so richtig gezeigt zu haben.

Richtig blöd wird es erst, wenn Maja oder ihre Chefin wieder in Gaza vor den Fernsehkameras auftauchen, und sich die Wirklichkeit mal wieder gar nicht so verhält, wie sie sich nach Meinung der EUdSSR verhalten sollte, weil im Hintergrund gerade zu sehen ist, dass irgendwelche Luxus-Autos aus den Tunnels gezogen werden.

* Das AutorInnen-Kollektiv Hilde Benjamin legt wert auf die Feststellung, dass es sich bei den zweieinhalb vermummten Terrositen„Friedens“-Kämper_innen nicht um Maja Kocijancic und Catherine Ashton handelt; zumindest soweit wir das überhaupt sagen können.