Tod dem christlichen Fundamentalismus!

Posted on Juli 27, 2011 von

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broder_sarrazin

Es mag sein, dass der Genosse Kamerad Anders Behring Breivik etwas anderes im Sinn hatte, als er am vorangegangenen Freitag eine vorweggenommene parteiinterne Säuberung gegen sozialfaschistische Diversanten anzettelte und dabei durch die nachhaltige Reduzierung des CO2-Abdrucks von mehr als 90 Personen jenen Schaden mehr als wettmachte, den der Diversant David Beckham und seine Frau Victoria durch ihren unverantwortlichen und ein schlechtes Beispiel gebenden Egoismus wenige Tage zuvor angerichtet hatten. Immerhin ändert auch der von Klimaschützern als gelungener Schlag gegen die Überbevölkerung begrüßte Amoklauf von Oslo und Utoya nichts daran, dass er die falschen traf – nämlich fortschrittliche Teile der norwegischen Regierungspartei, die just im Moment der Attacke antizionistische Aufklärungsarbeit betrieben hatten.

Aus diesem Grunde wären die Massaker aus Sicht unseres Autor_innenkollektivs als eindeutiger Schlag ins Wasser zu sehen – auch wenn der Genosse Kamerad Breivik sich mit seiner Überlegung, einen überschaubaren Body Count als Anfangsinvestition einzukalkulieren, um die Ideen eines politischen Manifests durchzusetzen, als würdiger Erbe jener europäischen Tradition erweist, die unter anderem auch durch rote und braune Sozialist_innen erfolgreich mit Leben (oder besser gesagt: Ab-Leben) erfüllt wurde.  

Allerdings können Breiviks Taten politisch und strategisch betrachtet nicht hoch genug bewertet werden. Möglicherweise wird er dadurch mehr zu einer künftigen nachhaltigen fortschrittlichen Bewusstseinsarbeit und damit zum Aufbau des Sozialismus in Europa beitragen, als selbst die unermüdlichste eigene Agitation und Propaganda des progressiven Lagers es bewerkstelligen hätten können.

Und die ersten medialen Reaktionen zeigen, dass unsere bisherigen Anstrengungen Früchte getragen haben. Zum einen haben Satireseiten wie kreuz.net oder deren Epigonen wie der Genosse Fink auf „eigentümlich frei“ nach der „9/11-Truth“ einen weiteren Zweig lukrativen Brainfucks aufgetan – die „Oslo-Truth“, die von einem freimaurerisch-zionistischen Komplott gegen die Einzig Wahre Kirche (EWK) und „ihr“ Europa ausgeht, das deren jahrhundertelange erfolgreiche Parodie des christlichen Aberglaubens untergraben würde.

Zum anderen aber haben fortschrittliche Medien dem Begriff des „christlichen Fundamentalismus“ eine neue Bedeutung verpasst, die für die zukünftige agitatorische Arbeit noch von unschätzbarem Wert sein wird. In einer Zeit, da die Warnungen vor der „braunen Gefahr“ und dem „in der Mitte der Gesellschaft angekommenen Rechtsextremismus“ gewisse Abnutzungserscheinungen zu zeigen drohten – die „Mitte der Gesellschaft“ ist mittlerweile auf der Höhe der Genossin Claudia Roth angelangt und die NPD hält die Ausrufung des Vierten Reiches angesichts der 1,5%-Ergebnisse der letzten Zeit noch für etwas verfrüht – musste eine neue Strategie her.

Und wie wir es seit der Gründung unseres Blogs vorgemacht hatten, haben auch die Mainstreammedien begriffen, dass die kritische Bewusstseinsbildung gegen den Zionismus und gegen den christlichen Aberglauben als dessen Geheimwaffe ein adäquater Ansatz zur noch stärkeren Durchdringung der Gesellschaft mit sozialistischen Ideen ist.

Den Genossen Kameraden Breivik als „christlichen Fundamentalisten“ einzuordnen, ist ein Schachzug, dessen Genialität wohl nicht einmal jedem fortschrittlichen kritischen Journalisten bewusst sein dürfte, der ihn anwendet. Das Verhältnis des Rassenkriegers Breivik zum Christentum kommt nämlich im Unterschied zu allem, was uns bislang von evangelikalen Bestrebungen geläufig war, ohne persönliche Gottesbeziehung aus (kein Wunder, es gibt ja auch keinen) und liest man Breiviks Manifest im Zusammenklang mit Kommentaren heimischer Journalist_innen, wird auch deutlich, dass man nicht einmal ein besonders gläubiger Mensch sein muss, um „christlicher Fundamentalist“ sein zu können.

Breivik verschwendet keine Worte über die völlige Verderbtheit und Verlorenheit des gefallenen Menschen, die des Kreuzestodes Jesu Christi zur Erlösung durch Gnade bedürfe – wie man es bislang von „christlichen Fundamentalisten“ gewohnt war -, er akzeptiert das Christentum als „kulturelle, soziale, identitäre und moralische Plattform“. Dies hat er – und das ist der Clou an der Sache – allerdings nicht nur mit „Wir sind Kirche“-Katholen, Margot Käßmann, dem Zentralrat der Juden in Deutschland oder jeder Freimaurerloge, sondern sogar mit gemäßigten Muslimen und an die 90% aller Agnostiker gemeinsam.

Wenn nun aber bereits die Betrachtung des Christentums als „kulturelle, soziale, identitäre und moralische Plattform“ und der Verzicht auf eine persönliche Gottesbeziehung ausreichen, um „christlicher Fundamentalist“ sein zu können, dann fällt es leicht, diesen als herrschenden Konsens darzustellen, der der kritischen Infragestellung durch die fortschrittlichen Kräfte bedarf. Und dann sollte der „Kampf gegen Rechts“ künftig nicht mehr dem Kasperletheater-Krokodil der – immerhin sozialistischen – NPD gelten, sondern sich auf den allgegenwärtigen „christlichen Fundamentalismus“ konzentrieren.

Der „christliche Fundamentalismus“ Breiviks lässt sich denn auch logisch auf den „christlichen Fundamentalismus“ beispielsweise des Kinder verstaatlichenden Sozialisten Sarrazin, des säkular-jüdischen zionistischen Einpeitschers Henryk M.Broder (dem alleine schon wegen „Aufforderung zur Republikflucht“ der Prozess gemacht werden müsste), des gegen den Islam unter anderem zum Schutze der Erbes der „sexuellen Revolution“ anstinkenden Geert Wilders oder jenen des Taufschein und Brojanica besitzenden Ösi-Katholen Heinz Christian Strache zurückführen bzw. mit diesem in Verbingung bringen. Denn inniger als jene Breiviks ist deren Beziehung zum Christentum auch nicht.

Wie dem auch sei: Der Genosse Kamerad Breivik hat uns Sozialist_innen jede Rechtfertigung an die Hand gegeben, um endgültig dafür zu sorgen, dass Meinungsfreiheit, Gewissensfreiheit, Eigentumsfreiheit, Religionsfreiheit, Bildungsfreiheit oder Waffenfreiheit in Europa ein für alle Mal durchgesetzt werden – und Europa frei von „Meinung“ wird (zu Gunsten wissenschaftlicher Erkenntnis im Sinne des Marxismus-Leninismus), frei von Gewissen, frei von Eigentum, frei von Religion, frei von Bildung und frei von Waffen (außer für staatliche und private Umverteiler).

Und sobald die Partei der Arbeiterklasse und die Partei der kritischen Intelligenz endlich wieder die 99,97%-Ergebnisse bei Wahlen erzielen, die in früheren Zeiten für sie selbstverständlich waren, bleibt der „christliche Fundamentalismus“ noch als Keule in der Hinterhand, um innerparteiliche Säuberungen wegen „Plattformbildung“ oder Unbotmäßigkeit begründen zu können. In diesem Fall werden sie aber keine antizionistischen Aktivist_innen mehr treffen…