Von Griechenland lernen heißt siegen lernen!

Posted on September 6, 2011 von

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Einigkeit, Geschlossenheit und Stärke sollte die gestrige Abstimmung im ZK der CDU signalisieren, als es um die Euro-Bonds ging, also die Einführung des Kommunismus in Griechenland durch jenen Buchhaltungstrick, der dafür sorgen wird, dass die werktätigen griechischen Massen sich mit 46 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand begeben dürfen, nachdem ihr Berufsleben zuvor in punkto Entspannung und Erholung das Äußerste von ihnen abverlangt hat; auf Kosten namentlich noch nicht endgültig benannter Dritter, versteht sich.

Die Entschlossenheit und das Tempo, mit dem die Merkel-Regierung auf dem Weg zum Kommunismus und zum neuen Menschen voranschreitet, sind nun aber durch die Intrigen neoliberaler Kräfte aus den eigenen Reihen auf unverantwortliche Art und Weise ins Stocken geraten: 14 Abweichler in den Reihen der Nationalen Front (CDU/FDP) verweigerten sich bei der gestrigen Abstimmung im ZK der CDU.

Aber mit Einigkeit und Stärke der wird es gelingen, den Zug der wissenschaftlichen Weltanschauung in Fahrt, die Griechen an ihre dringend benötigten Alimente und die Abtrünnigen und Intriganten aus den eigenen Reihen zur Raison zubringen.

Geschlossenheit stünde der Nationalen Front (CDU/FDP) jetzt gut zu Gesicht, zumal die bürgerlichen Massen unserer Republik nach wie vor ein erhebliches Kommunikationsproblem mit den Abenteuern der liberalen Spaß- und Splitterpartei (FDP) zu haben scheinen.

Wie jedoch Herr Kubicki zu der Ansicht gelangen konnte, die FDP habe bloß „als Marke verschissen“, und nicht etwa schon mal rein menschlich, ist uns vom Autor_innenkollektiv Hilde Benjamin auch nach vielen mehrstündigen Plenumssitzungen noch immer nicht ganz klar.

Doch erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt, und das vor allem für die Vorsitzende des Ministerrates und Generlsekretärin der CDU, Dr. Angela Merkel. Kleinbürgerlich indifferente Kräfte haben die von ihr für diesen friedlichen und fortschrittlichen Montag geplante Akklamationsveranstaltung in der Parteizentrale zu einer Krampfabstimmung am Sitz des ZK der CDU pervertiert.

Die neoliberalen Agenten der Konterrevolution wollen nun also den Kandidaten der Nationalen Front (CDU/FDP) die Interessen der neoliberalen Agenda, die Gier nach Öl und Rendite, aufoktroyieren und das aufrechte griechische Volk, das erhobenen Hauptes in die strahlende Zukunft des dialektischen Materialismus marschiert, kaltblütig an jenes Messer liefern, das die unsichtbare Hand des freien Marktes wie ein anarchistischer Sensenmann schwingt.

Die Delegation vom Internationalen Währungsfond ist aus Hellas inzwischen überstürzt wieder abgereist, nachdem man im Gespräch mit der dortigen Regierung feststellen musste, dass man sich nicht wirklich etwas zu sagen hat. Es muss so schlimm gewesen sein in Athen, dass sogar Rainer Brüderle (FDP) gemerkt hat, was los ist, und fast so schlimm wie in Argentinien post 2001.

Denn nicht nur bestehen die Papandreos noch immer darauf, die Zinsen ihres außer Rand und Band geratenen Hausfrauenkredits mit neuen Schulden zu finanzieren. Nein, zusätzlich wollen sie sich von ihren neuen Krediten aus dem Euro-Rettungsplan auch noch einen neuen Fernseher, eine schönere Couchgarnitur und ein besseres Auto kaufen und sich hinterher vier Wochen Urlaub auf den Malediven gönnen, um sich von den ganzen Shopping-Strapazen zu erholen.

Und das scheint nur die Minimalforderung zu sein, denn selbstverständlich wollte man kommenden Jahres auch in eine größere Wohnung ziehen.

Richtig, also vom Klassenstandpunkt und vom Standpunkt der wissenschaftlichen Weltanschauung aus betrachtet, kann es gar nicht anders sein, als dass die Geldform durch ihren Zusammenbruch überwunden wird, im Kladderadatsch à la Luxemburg (Rosa, nicht das gleichnamige Herzogtum).

Werktätige des ganzen Volkes: Um Griechenland bei der Überwindung des Kapitalismus und der Entwicklung der kommunistischen Utopie – alle nach ihren Möglichkeiten, allen nach ihren Bedürfnissen – zu unterstützen, ist unsere Solidarität gefragt!

Gerne, am besten aber freiwillig, sollten wir deshalb auf Steuerentlastungen für Geringverdiender verzichten, auf ausreichende und bezahlbare Kitaplätze, Bildungseinrichtungen, Pflegebetten, sowie auf feste Fahrwege und funktionierenden öffentlichen Nahverkehr.

Ferner fordern wir hiermit, das Renteneintrittsalter endlich mit dem Friedhofseintrittsalter zusammenzulegen; entspannen und erholen muss man sich schließlich noch lange genug.

Denn gibt es etwas Schöneres als die solidarische Selbstaufopferung der werktätigen Massen (m/w), wenn es um den Sozialismus und den neuen Menschen geht? Wer, wenn nicht Griechenland, hat sich die Überwindung der Geldform redlich verdient?

Gibt es ein zweites Land in unserer ruhmreichen EUdSSR, das ähnlich viel für die Selbstaufhebung des gesellschaftlich prozessierenden Selbstwiderspruchs getan hat, indem es sämtliche finanzpolitischen Sicherungen durchbrennen ließ und alle konventionellen Vorstellungen von Fiskalpolitik erfolgreich ad absurdum geführt hat?

Wir, das Autor_innenkollektiv Hilde Benjamin, denken: Nein und wir sagen: Schafft ein, zwei, viele Griechenlands, vor allem hier in Germany!

Es ist deshalb nur gerecht, wenn aus der nationalen Front (CDU/FDP) Stimmen laut werden, die 14 Abweichler im Foyer des Konrad-Adenauer-Hauses aufzuhängen, am großen Zeh, mit dem Kopf nach unten, und für der Rest einer Legislaturperioded, die ziemlich kurz werden kann.

Mit ihren kleinmütigen Bedenken haben diese 14 Abweichler sich dem Fortschritt in den Weg gestellt. Zu weit sind sie vom Pfad der reinen Lehre der politischen Ökonomie abgewichen, wonach nur der Sachzwang regiert, und nicht etwa die Partei, oder gar die Gesellschaft sich selbst.