„Meine Damen und Herren, liebe Griechen.“

Posted on September 26, 2011 von

4


mutti

Wie von der Marketingabteilung der Bundesregierung, dem sogenannten Bundeskanzleramt, über das Wochenende rastlos angekündigt, setzte der bürgerliche Blockflötenverein in einer verzweifelten „politischen“ Überzeugungstat am Sonntagabend alles auf eine Karte. In ihrer Funktion als Wölfin im Schafspelz hat sich die Vorsitzende des Ministerrates und Generalsekretärin des ZK der CDU, Frau Dr. Angela Merkel, gestern Abend im deutschen Fernsehen erklärt, politisch Farbe bekannt und – wie von ihrer Künstler_innenagentur angekündigt – alle Hüllen fallen gelassen.

Der Bayrische Rundfunk wollte sich mit Aussicht auf die nackten Tatsachen zunächst aus dem laufenden Programm ausschalten – namentlich Peter Moosleitners Günther Jauchs Interessantes Magazin – aber als der BR-Redakteur vom Dienst begriffen hatte, dass es sich bei der gewählten Formulierung lediglich um eine Metapher handelte und es um die „politischen“ Hüllen der zukünftigen Ex-Bundeskanzlerin ging, entspannte sich die Situation merklich, und als auch nach widerholter Sichtung der angekündigte Skandal ausblieb, wird in München nun überlegt, die Jauch-Sendung in YPS mit Gimmick umzubenennen und  ins Kinderprogramm zu übernehmen, vielleicht anstelle der Augsburger Puppenkiste.

In den Reihen der nicht-staatlichen TV-Konkurrenz wurde flugs ausgerechnet, dass die Bundeskanzlerin zur besten Sendezeit am Sonntagabend umgerechnet 23 Mio. Euro (oder gut 160 Mio. Österreichische Schillinge, wie wir dank Mady Riehl noch immer auszurechnen verstehen) mit ihrer Dauerwerbesendung für neue Hausfrauenkredite Euro-Rettungen verbraten verplaudert hatte, denn zu diesem Preis hätte sich die Jauch-Sendung als Werbezeit verkaufen lassen.

Wir stellen es unseren Leser_innen frei zu entscheiden, welche von beiden Alternativen einen geringeren Schaden an der Intelligenz bewirkt hätte; volkswirtschaftlich lukrativer wäre auf jeden Fall die Verhökerung als Werbezeit gewesen, und Wolfgang Schäuble hätte davon auch noch etwas gehabt, qua Steuer.

Aber der „politische“ Preis kann eben gar nicht hoch genug sein, wenn es um Europa geht, und höher als schnödes pekuniäres Kalkül muss er sicherlich sein; denn geht es nicht auch bei der sogenannten Euro-Rettung darum, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun? Das ist – um es mit der Werbung einer bekannten Kreditkarte zusagen – unbezahlbar.

Und so durfte die deutsche TV-Nation entdecken, dass sich in Frau Dr. Angela Merkel all die Jahre über eine eiskalte Finanzspekulantin, eine quasi zionistische Kreditheuschrecke versteckt gehalten hatte, die nun ans Tageslicht geschlüpft ist.

Ja, ja: Krise als Chance heißt es nicht zu Unrecht, und so erfuhr die staunende Öffentlichkeit in ihrer finanzpolitisch nicht zu unterschätzenden Funktion als werktätige Masse, wie sich der bürgerliche Blockflötenchor die „Euro-Rettung“ vorstellt: Als finanzpolitische Transaktion, die sich dem schnöden kapitalistischen Profitinteresse widmet, denn zumindest in Form von Frau Dr. Merkel neigt man im ZK der CDU zu der Annahme, dass man das eingesetzte Kapital eines Tages mit Zins und Zinseszins zurückbekommen könnte; in einer Währung, so hart wie Tzaziki.

Aufgepasst, Genoss_innen: Es handelt sich bei all den vermeintlich solidarisch und uneigennützig gewährten Krediten, Bürgschaften und Ausfallgarantien in mittlerer dreistelliger Milliardenhöhe gemäß des Ewigen Stabilität Mechanismus (ESM) nämlich so gut wie gar nicht um milde Gaben. Sondern das sind Investitionen, nur eben staatlicherseits!

Der Ewige Stabilitäts Mechnismus (ESM) ist somit nur ein trojanisches Pferd, mit dem das hehre Hellas auf Profit und Rendite getrimmt werden soll. Genossinnen und Genossen, wir sagen: Fürchtet die Griechen Deutsch_innen, wenn sie Geschenke bringen – und wie um das Maß ihrer Demütigung vollzumachen, sollen nun auch noch die Finanzpolitiker aus Berlin beweisen, dass sie die besseren Athener sind…

Nun zeigt sich, was die ganze Zeit über die Strategie der staatlichen Eliten war, die sich unter dem fehlfarbenen Banner von Freedom & Democracy zusammengerottet haben, um die Welt unter ihr kapitalistisches Joch zu zwingen:

In Schritt eins wurden die privatwirtschaftlich organisierten kapitalistischen Finanzinstitute, die sogenannte Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften, von den Futtertrögen der Staatspleiten verdrängt (Lehmann-Pleite und der Crash von 2008), an denen sie sich zu vor gemästet hatten.

In Schritt zwei geht es nun darum, dass die Sieger im kapitalistischen Verdrängungswettbewerb, die Staaten, ganze Volkswirtschaften zu inflationsbereinigten Schleuderpreisen erstehen, die dann satte staatskapitalistische Rendite „erwirtschaften“, selbstverständlich aus den offenen Adern Lateinamerikas der werktätigen Massen.

Während gerade aus der Umgebung von Wolfgang Schäuble verlautet, es könne dieser deutsche Finanzpolitiker die „Vorbehalte“ des EZB-Präsidenten „verstehen“, zur Re-Finanzierung der Staatskredite die Notenpresse anzuwerfen.

Nachdem also die unersättliche Gier der Wall Street Spekulanten und des international operierenden Finanzjunkietums mit Sitz in der illegalen zionistischen Siedlung Tel Aviv einen Staat nach dem anderen in eine gefährlich populistische Hexenküche verwandelt hat, vor allem die Republiken an der Peripherie unserer großen und glorreichen EUdSSR, will der bürgerliche Blockflötenchor der Frau Dr. Merkel nun einen Staat nach dem anderen per ESM „retten“, um ihn nach bewährter Hedgefond-Manier – durch massenhafte Entlassungen aus dem Staatsdienst und Arbeitszwang bis zum Alter von 55 Jahren (!) – fit zu machen für den globalen Kapitalismus der Zukunft.

Das aus der Konkursmasse gerettete Produktivkapital – Strände, Meere, gutes Wetter – wird dann am Ende der staats- bzw. monokapitalistischen Krisenintervention möglichst Gewinn bringend verscherbelt: Die Griechinnen und Griechen, an denen dieses Patenzrezept ausprobiert werden soll, werden ihr schönes Hellas also in ein paar Jahrzehnten zurückkaufen könen – wenn sie bis dahin genug Spardrachmen auf der hohen Kante haben.

Das ist die weltweite Jagd des Kapitals, der Zwang zu seiner Verwertung, wie er menschenverachtender nicht sein könnte, und den nun auch Deutschland in seiner Funktion als größte Wirtschaftsmacht der Euro-Zone und heimlicher Sieger des Zweiten Weltkriegs anheizen will. Was sagen eigentlich M. Sarkozy und andere bürgerliche Politiker aus der zweiten Brüsseler Reihe dazu, dass die Außengrenzen der Brüsseler Beamtendiktatur denen des Deutschen Reichs von 1943 immer ähnlicher werden?

Doch nicht genug damit, dass Frau Dr. Merkel in ihrer Funktion als Vorsitzende des Ministerrats, Generalsekretärin des ZK der CDU, Gallionsfigur der EUdSSR und wichtigste Netto-Zahlerin  nun die staatlichen Eliten ganz monopolkapitalistisch mitzocken lassen will am Spieltisch der Kredithaie und Finanzjongleure, in der Aussicht auf glänzende Profite.

Es ist seit dieser scheinbar harmlosen Sonntagabend-Unterhaltung YPS mit Gimmick Günther Jauch nunmehr klar, dass schon lange nicht mehr die Frage zur Diskussion steht, welches Europa und wie viel davon die werktätigen Massen unserer Republik überhaupt möchten, denn diese Frage stand ja auch niemals ernsthaft zur Diskussion.

Alle, die der bürgerlichen Repräsentationspolitik geglaubt haben, wenn hochtrabend vom Projekt der sogenannten Einheit Europas getönt wurde, erleben nun ihr verdientermaßen böses Erwachen; als ob die deutsche Europa-Politik je auf eine Kaffeefahrt nach Wien hinausgelaufen wäre. Ging es doch stets nur um Geopolitik, also darum, sich an der Pleite der Ärmsten, dem Versagen der Schwächsten kapitalistisch zu bedienen und zu bereichern.

Alles, was es zur sogenannten Einheit Europas sonst noch zu sagen gäbe, hat Lynn Anderson bereits vor vielen, vielen Jahren, nämlich 1973, meisterhaft zum Ausdruck gebracht, und im Gegensatz zu Frau Dr. Angela Merkel versteht diese Künstlerin sich darauf, ihre Message in unter drei Minuten rüberzubringen, und zwar so, dass sie auch die Freunde der Countrymusik verstehen.

Und die Message ist das Europa der Profitmaximierung, des stummen Zwangs, des gesellschaftlich institutionalisierten Sachzwangs namens Selbstverwertung des Werts und der blinden Jagd des Kapitals um den Globus, und deshalb fragt die Vorsitzende des ZK der CDU auch völlig zu Recht: „Glauben Sie denn, die Opposition würde eine andere Politik machen?“

Was wiederum an eine der zentralen Lehren der Psychotherapie erinnert, werte Genossinnen und Genossen, denn dort heißt es: Wahnsinn besteht vor allem in der Annahme, man hätte keine andere Wahl. Das gilt privat und gesellschaftlich, individuell und sozial.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/M#Meine_Damen_und_Herren.2C_liebe_Neger.21