Neu: Arabischer Frühling jetzt mit noch mehr „Frieden“!

Posted on Oktober 11, 2011 von

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springtime in kairo

Aufrechte ägyptische  Frühlingsgefühle frei nach Hassan al-Bannah haben die diesjährigen panarabischen Aktionswochen gegen Religion und Hokuspokus – selbstverständlich nur den Hokuspokus der „AndersUngläubigen“ – zu neuen, bislang unerreichten Höhen auf dem Gebiet der proletarischen Bewusstseinsbildung begleitet. Am letzten arabischen „Frühlings“-Sonntag starben mindestens 26 Menschen bei einem Pogrom in Kairo demokratischen Protest, auf dem die Gewalt so sehr eskalierte, dass ein „religiös“ verblendeter Lynch-Mob aufrechte ägyptische Aktivisten schließlich die Nationale Volksarmee Schutztruppen der Arabellion rufen mussten, um sich ihrer Unterdrückung durch die koptische Gemeinde von Kairo zu erwehren.

Wie auch hierzulande allgemein „bekannt“ ist, sind die über 80 Millionen Ägypter von den knapp acht Millionen koptischen Christen in ihrem Land existenziell verfolgt und bedroht. Sogar die erzneokonservative, deutsche Tagesschau konnte deshalb nicht anders, als sich auf die Formel herauszureden, man könne nicht genau sagen, wer „eigentlich“ angefangen habe. Sie ließ die Urheberschaft und Verantwortung für dieses Pogrom die Intervention der Sicherheitskräfte in jenem nachrichtenmäßigen Rauschen verschwinden, dass beide Seiten für die „Eskalation der Gewalt“ verantwortlich macht, und somit eben auch die 22 Kopten selbst, die am Ende tot auf der Straße lagen; zusätzlich zu den vier getöteten ägyptischen Soldaten.

Das ganze frei nach der juristischen „Logik“ historischer deutscher Strafgerichte: „Was gehen Sie auch mit dem kurzen Rock auf die Straße, junge Frau, Sie wissen doch, wie wir Männer sind!“ Das war ein vorzügliches Beispiel für jenen „Minderheiten“-Schutz, dem das deutsche Staatsfernsehen nacheifert, wenn es um die Rechte von Minoritäten geht; vor allem um das Recht, am Leben zu bleiben. Wozu aber proletarische Bewusstseinsbildung, richtig angewendet, in der Lage ist, sollten Sie bitte hier nachlesen, werte Genoss_innen.

Um die Fassade ihrer nachrichtenmoralischen Äquidistanz zu wahren, ließ die deutsche Tagesschau die Frage nach der Verantwortung also nicht nur verschwinden, sondern wies „die Schuld“ per Zitat der vox popoli instinktischer jenen gesellschaftlichen Kräften zu, die „aus dem Verborgenen“ agieren und mit dem gestürzten Regime des als zionistischen Agenten und Provokateurs enttarnten Ex-Warlord Hosni Mubarak noch immer im Bunde stehen; na, Sie wissen schon, von welchem Bund hier nur die Rede sein kann.

Selbst den schnarch-langweiligen bürgerlich-liberalen Konkurrenz von der „heute“-Sendung wollte es nicht so recht gelingen, den ägyptischen Widerstandskämpfern mit Arbeitsplatz beim Militär sowie der lokalen Variante des  socialismo XXI das Grundrecht auf antisemtische völkische Brauchtumspflege abspenstig zu machen.

Denn wie man vermutlich auch beim deutschen Staatsfernsehen „weiß“, kann „so was“ wie in Kairo nur geschehen, wenn die Minderheit die Mehrheit zu sehr provoziert; algo habrán hecho, irgendwas werden sie gemacht haben, wusste schließlich auch das gesunde argentinische Volksempfinden den dreißigtausend Opfern Verschwundenen der letzten Militärdiktatur hinterherzurufen.

Die Mehrheit, die sich von der Minderheit bedroht fühlt, macht letztlich nur von ihrem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch. Und souverän ist nun mal, wer über den Ausnahmezustand verfügt – wer sonst als die Mehrheit sollte in einer Demokratie souverän sein?

Wenn es nun auch in Kairo heißt: Ab heute wird zurückgeschossen, dann sollte die koptische Gemeinde zu ihrer Verantwortung stehen, statt sich in einem verzweifelten Versuch, das Weltgewissen auf ihre Verfolgung und Bedrohung  aufmerksam zu machen als Opfer ägyptischer Aggression zu inszenieren, um die politische Sache des geheiligten Weltgeists Arabischen Frühlings zu beschmutzen!

Denn wer so hartnäckig an seinem „religiösen“ Aberglauben festhalten will, wie sie – und dann auch noch Toleranz verlangt, oder etwa auch noch am Leben bleiben möchte – stellt sich dem national-sozialistischen Fortschritt in einer bewussten oder unbewussten Provokation in den Weg.

Wir vom Autor_innenkollektiv Hilde Benjamin sind in diesem Punkt ausnahmsweise mit der deutschen Tagesschau einer Meinung, wonach die koptischen Christen willfährige Marionetten des gechassten Ex-Warlords Mubarak sind, der sich nach seiner Enttarnung als zionistischer Agent nun in eine lange schwere Krankheit zu flüchten versucht (schlimmer als Jon Demjanjuk).

Die koptische Gemeinde in Kairo hatte und hat es deshalb nicht besser verdient, als von der Diktatur des Proletariats und der Einheitsfront des ägyptischen Volks-Sturms unter Führung der Hamas, Moslembruderschaft und Al-Qudds-Brigaden hinweggefegt zu werden.

In wessen „politischem“ Auftrag sich die koptischen Abweichler in bewusster Provokation gegen das gesunde ägyptische Volksempfinden stellen und stellten, ist vom Standpunkt der wissenschaftlichen Weltanschauung völlig offensichtlich, aber die Dialektik des historischen Materialismus wird über diese Dissidenten und Partikularisten bald nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch hinwegrollen.

Denn nach zuverlässigen Meinungsumfragen übertrifft die demokratische Reife des ägyptischen Volkes inzwischen selbst die Wahlergebnisse der Nationalen Front: die Einheitsfront aus Hisb’allah, Hamas und Al-Qaida erreicht traumhafte Sympathiewerte in Ägypten und der ganzen arabischen Welt; und das völlig ohne Schießbefehl, Bautzen und Hilde Benjamin.

Es wussten die koptischen Provokateure nur zu genau, was sie taten, als sie sich anschickten, die „politischen“ Errungenschaften des Arabischen Frühlings zu blamieren, und sich als „Opfer“ eines „Pogroms“ demokratischen Protests inszenierten. Es ist an der Zeit, dass die Klasse des Bewusstseins auch hierzulande aktiv wird, um der zionistischen Besetzung koptischen Minderheit den Garaus zu machen die Grenzen aufzuzeigen; besonders in der Gegend zwischen Jordan-Fluss und Mittelmeer.

Dass die „politischen“ Aktivisten in Ermangelung von echten Juden Zionisten diesmal mit koptischen Christen vorlieb nehmen mussten, ist schließlich nicht ihre Schuld. Denn wenn die „diplomatische“ Vertretung des zionistisch besetzten Palästina nicht vor ein paar Wochen überstürzt aus der ägyptischen Hauptstadt abgereist wäre, und das aufrechte ägyptische Volk nicht auf einem diplomatischen Scherbenhaufen sitzen gelassen hätte, dann hätten die progressiven ägyptischen Kräfte ihren Protest dahin tragen können, wohin er gehört: Vor die Türschwelle Israels. So, wie sie es an der Landstraße nach Eilat im September bereits praktiziert haben, um ein Fanal gegen den Zionismus in Israel zu setzen, der auch in Jaffa die revolutionären Massen inspiriert.

Indem sie das aufrechte ägyptische Volk um diese Mögliuchkeit  zur freien MEinungsäußerung beraubten, machte das Biberman-Regime sich schuldig wenigstens mitschuldig daran, dass es nun die Kopten treffen musste. Und da die Kopten den Lynchmob das gesunde Volksempfinden provoziert hatten, ist es trotzdem gerecht, sie deshalb voll umfänglich zur Ader zu lassen. Zumal es ihnen gelungen ist, die Religion des „Friedens“-Nobelpreises das demokratischen progressive Ägypten aus der Ruhe zu bringen, muss gerechte Strafe sein: Die Feinde des „Friedens“, sie weinen nun bitterlich.

Indes werden radikale Liberale und andere Reaktionäre lange auf eine Distanzierung aus dem Mund von Autoritäten der Religion warten können. Religiöse Autoritäten, die sich dagegen aussprächen, dass die Werte ihrer Religion politisch „missbraucht“ oder „instrumentalisiert“ werden, rufen derweil, wie aus weltanschaulich marxistisch-leninistisch zuverlässiger Quelle verlautbart, zu moralischer Äquidistanz „nationaler Geschlossenheit“ auf:

Die Regierung werde nicht zulassen, daß »irgendeine Gruppe die nationale Einheit Ägyptens manipuliert oder den demokratischen Übergangsprozeß hinauszögert«“, und „der Großimam der angesehenen Al-Azhar-Moschee, Scheich Ahmed Al-Tayeb, rief zu einem Treffen des überkonfessionellen Dialogprojektes »Familienhaus« auf“, weiß dieselbe Quelle zu berichten; ein runder Tisch mit der „Links“-Partei  könnte es nicht besser.

Und, wie jede landläufige protestantische Pastorin der nordelbischen Landeskirche „weiß“: Es gibt die Distanzierungen vom Terror sogar massenhaft! Sie fallen nur dem Bann einer Nachrichtensperre zum Opfer, den eine Medien-Kabale von Na-Sie-wissen-schon-wem über die ehemals freie deutsche Presse verhängt hat; soviel Volks-Aufklärung und Propaganda muss schließlich auch bei den Lutheranern zumindest im Denken wieder möglich sein.

Wir möchten abschließend daran erinnern, dass – wenn sich einer vom Treiben seiner himmlischen Heerscharen zu distanzieren hätte – es der organisierte Aberglaube mit dem kreuzförmigen Markenzeichen sein muss, der sich beim aufgebrachten Lynch-Mob bei den demokratischen Aktivisten und den Schutztruppen des Arabischen Frühlings dafür entschuldigen sollte, dass er sie derartig zur Weißglut gereizt hat, dass sie sich vergaßen und anfingen, gegen ihren Willen Kopten umzubringen.

Wer unbedingt einer religiösen Minderheit, den koptischen Christen oder einem anderen prominenten Monotheismus, angehören will, der/die muss sich benehmen können! Denn dann kann er/sie sich auf Toleranz und Langmut verlassen. Im anderen Fall aber muss es heißen: „Ihr sähet, wie ihr erntet“; um es mal in der Sprache des religiösen Aberglaubens selbst zu formulieren.