Krieg der Krise!

Posted on November 3, 2011 von

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atomjoker

„Die Griechen sind weise“ – verkündete Herr Papandreo von den panhellenischen Kräften der wissenschaftlichen Weltanschauung in seiner Funktion als König ohne Land prototypisches Opfer des marxistisch-orthodoxen Antikapitalismus der internationalen Finanzkrise am Rande des G-20-Gipfels in Cannes der übelsten Zusammenrottung von imperialistischen Kriegstreibern und zionistischen Finanzakrobat_innen (m/w), die unser klimaneutraler und ökologisch korrekter Planet je gesehen hat; aber es mag Gipfelteilnehmer_innen gegeben haben, die der Ansicht waren, dass sich auf „die Griechen sind weise“ auch noch ganz etwas anderes reimen würde, nachdem Herr Papandreo den Mund aufgemacht hatte um ein Mindestmaß an demokratischer Mitbestimmung der griechischen Nation einzufordern, wenigstens hinsichtlich der Wahl der Methode ihres bilanziellen Exitus‘.

„Gestern standen wir vor dem Abgrund“ hätte es heißen sollen, aber es beginnt sich in den Reihen der Krisenprofiteure, Freunde der Country-Musik und Cowboyspielfilmhelden nur sehr langsam und allmählich herumzusprechen, dass man heute bereits ein bis zwei Schritt weiter ist. Insofern ist es vielleicht nicht logisch, aber psychologisch, dass erst noch einer den Clown machen muss, bevor ein anderer den Bluthund machen kann. Die Rolle des Rigolo jedoch scheint dem griechischen Ministerpräsidenten nur sehr bedingt zu liegen – immerhin ist er Kapitalist „weise“ genug, um sich selbst für austauschbar und ersetzbar zu halten und er hat folgerichtig bereits seine Funktion zur Neubesetzung ausgeschrieben. Die Kräfte des panhellenischen Fortschritts werden seinem Ersuchen um Entbindung von allen Ämtern bereits am Freitag im Rahmen einer Rochade entsprechen können, eventuell mit seinem dicken Freund, Herrn Evangelos.

Dass eine viert- bis fünftklassige Volkswirtschaft wie die griechische die kapitalistische Welt überhaupt derart in Atem halten kann – und das nicht bloß seit Wochen und Monaten, sondern seit bald ein, zwei Jahren – ist ein bemerkenswertes Novum in der kommunikativ doch eher schnelllebigen Kampagnendemokratie medialer Prägung. Das verweist darauf, was hinter diesem untauglichen Versuch stecken könnte, die aufgeklärte und progressive Öffentlichkeit in die Irre zu führen und von der Einsicht in den Umstand abzulenken, dass es an den Casino-Tischen des Weltkapitals schon seit der Lehman-Pleite 2008 rien ne va plus hätte heißen müssen.

Weil die kapitalistische Suppe seitdem durch Spill-over-Effekte und andere buchhalterische Tricks am Köcheln gehalten werden kann, weil die Basis der Wertschöpfung, die Mehrwertproduktion, wie wir sie kennen, spätestens mit diesem Datum endgültig den Weg allen Fleisches gegangen ist, welchen sie mit der Einführung des Mikrochips in den 70ern, der nachfolgenden Computerisierung immer weiterer Wirtschaftsbereiche in den 80ern und der sukzessiven Eliminierung der Mehrwertmasse in Form menschlicher Arbeitskraft in den 90ern betreten hat. Computer kaufen keine Computer – diese basale Erkenntnis können alle Wertkritiker_innen, die ihr Geld Salz wert sind, wie aus dem Effeff nachbuchstabieren. Aber um zu sehen, wie der Widerspruch von Stoff und Form „politisch“ und kapitalistisch lukrativ bewältigt und „emotional“ bearbeitet werden kann, genügt ein Blick in die aktuelle Tagespresse, Rubrik Ausland.

Denn während mit dem griechischen Guignol noch ein bisschen Theaterdonner und Krisenkulisse betrieben wird, müssen wir, Genoss_innen, uns die Frage stellen, wie diese neugeordnete Welt aussehen wird, sobald der Rauch der Nebelkerzen sich verzogen hat, die eine zweckdienliche Allianz staatlicher und halbstaatlicher Medien im Auftrag der üblichen Obskuranten, Diversanten und Na-Sie-wissen-schon-wem medial verbreitet. Immerhin hat die VR China sich bereits zur Rettung der EU bereit erklärt, allerdings nur unter der Bedingung, dass ihr der Einstieg beim Thema Menschenrechte und anderer überflüssiger Kinkerlitzchen so billig wie möglich gemacht werden kann. Die Bereitschaft zu „politischem“ Entgegenkommen wurde ihr von der Brüsseler Treuhand des VEB EU AG vermutlich bereits signalisiert; die Frage ist deswegen wie immer eine des Ausmaßes und des Timings, also der Methode, mit der die MachtÜbergabe von statten geht. Und es muss ja in Europa nicht gleich so fortschrittlich werden, wie beispielsweise im Iran, zumindest nicht sofort.

Vorerst genügt es, wenn die bürgerliche SystemPresse sich mit Sympathiebekundungen und Solidaritätsadressen für „gemäßigte“ Sharia profiliert. Das „weiß“ sie sich, vor allem aber den Be- und Empfindlichkeiten ihrer Klienten, schließlich schuldig. Aber auch den Außenhandels- und weiteren Vertragsbeziehungen der Deutschen Gesellschaft für Außenpolitik insbesondere zur Islamischen Republik Iran stehen derlei Ergebenheitsadressen vorteilhaft zu Gesicht; das sind Beziehungen, die man in Zeiten chronisch klammer Kassen nur zu gerne über den Jordan in trockene Tücher bringen würde.

Das Kritikable an einer Person wie Ruprecht Polenz (CDU) besteht aber eben immer noch darin, dass es ihm bei seinem Schmusekurs mit der Mullah-Diktatur den Kräften des Fortschritts mehr um den pekuniären als den ideologischen Gesellschaftsnutzen geht. Hier wäre von deutscher Seite weniger wirtschaftliches Kalkül, sondern viel mehr Bereitschaft zu echtem Idealismus vonnöten, und wenn es sein muss, der des bekennenden Idealisten Wilfried Böse. Dann könnte schon bald wieder „eine Sache um ihrer selbst willen“ getan werden; auf dem „politischen“ Feld zwischen Wilfried Böse und Ruprecht Polenz setzen wir vom Autor_innenkollektiv „Hilde Benjamin“ auf den Genossen MdB Jan van Aken von der Partei „Die LINKE“ aus dem Wahlkreis Hamburg-Mitte sowie auf dessen Wähler_innen (m/w).

Was aber die Feinde des deutschen Idealismus und seines historisch reichen, ideologischen Formenbestandes Fortschritts anbelangt, so beweist ein Blick nach Paris, wozu Islamkritiker_innen fähig sind, wenn man sie lässt. Bewarf sich doch das französische Satire-Magazin der neokonservative „Stürmer“-Verschnitt Charlie Hebdo nach einer eher besonders liebenswerten widerwärtigen und verabscheuungswürdigen Karikatur des Propheten Attacke auf die religiösen Gefühle aller rechtgläubigen Moslems mit einem pathetischen Molotov-Cocktail um seine Redaktionsräume in ein flammendes Fanal gegen ein betriebliches Inferno aus sinkenden Auflagezahlen, schwindenden Anzeigeneinnahmen und generell fehlender Akzeptanz bei den Kräften des Fortschritts zu verwandeln.

Noch viel schlimmer aber als die Machenschaften dieser subalternen Spaltpilze und Einpeitscher kapitalistischer Leistungsnormen, Charlie Hebdo, sind die Versuche des zionistischen Gebildes zu bewerten, sich durch die medienwirksame Erprobung eines raffinierten technologischen Mittels zur Selbstverteidigung Instruments zukünftiger zionistisch-aggressiver Angriffskriege namens „Eisenkuppel“ als Opfer angeblicher „Raketen“ aus den zionistisch besetzten umzingelten abgeriegelten Gebiet im Freiluftgefängnis der Hamas von Gaza zu inszenieren. Zumindest hier aber, bei diesem abgekarteten Spiel, stellt Deutschland sich seiner „historischen Verantwortung“, die die Büttel des Zionismus allen aufrechten Deutschinnen und Deutschen mit einer Auschwitz-Keule einbläuen wollen.

Tatsächlich handelt es sich bei diesen Manövern um Wehrübungen, mit denen ein erneuter Überfall auf die Erich friedliebenden und fortschrittlichen arabischen Nachbarstaaten vorbereitet wird, wenn möglich unter Brechung des Friedensvertrages mit Ägypten, der nach der jüngsten zionistischen Zersetzungstätigkeit in Kairo sowieso nur noch als Makulatur zu gebrauchen wäre, und so wie 1948, 1967, 1973, etc., etc., etc.. Wenn nun wie schon einmal von interessierter Seite die zweckdienliche Propaganda gestreut werden sollte, im Iran hätten sich Massenvernichtungswaffen versteckt, dann werden alle fortschrittlichen und „politisch“ gefestigten Genoss_innen (m/w) diese Kriegshetze unvezüglich als das durchschauen, was sie ist: als Versuch der Knallchargen und Lohnschreiber auf den Gehaltslisten der Wall Street von den Problemen im eigenen Land abzulenken, und das ist und bleibt nun mal die Finanzkrise; alles weitere regelt dann die deutsche „Friedens“-Bewegung.

Wie Sie sehen, werte Genoss_innen allerlei Geschlechtlichkeiten, stehen Krisenverlauf und Kriegsvorbereitungen wie auch sonst in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Denn im selben Maße, in dem die Vorbereitung eines völkerrechtswidrigen Überfalls auf die Islamische Republik Iran von der von den Finanz-Junkies und den Plutokratien des Westens anderen Kräften des jüdischen zionistischen Großkapitals zu verantwortenden und verschuldeten Finanzkrise ablenken soll, soll die sogenannte Finanzkrise von den Vorbereitungen für den Krieg ablenken, der hinsichtlich einer Neuordnung der panarabischen Welt leider notwendig geworden ist, um die angesichts ihrer unvorhergesehenen Frühlingsgefühle in eine außerplanmäßige Unruhe gestürzten Länder des Friedens und der Freiheit wieder unter die kapitalistisch-imperialistische Knute zu zwingen.

Herrn Papandreo und uns selbst wünschen wir derweil, dass seinem Umbesetzungswunsch am Freitag im griechischen Parlament entsprochen werden kann und wir endlich, endlich einen etwas talentierteren Clown in der Revue zum großen Kladderadatsch zu sehen bekommen; denn nicht nur im Wein, sondern auch im Witz liegt Wahrheit.