Wir gratulieren: Sahra Wagenknecht wird 84!

Posted on November 9, 2011 von

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Margot_Honecker_Ex_First_Lady

Das Autor_innenkollektiv Hilde Benjamin gratuliert Sahra Wagenknecht (mit einem ganz, ganz weichen „S“, wie in Samen) mit ganz besonders real-sozialistischer Heiterkeit zu ihrer Wahl zur – äh, ja zu was eigentlich?

Ihre Berufsbezeichnung ist ab heute Erste Vorsitzende, aber in Wahlunterlagen heißt sie Autorin. Und das nicht ganz zu Unrecht, denn seit fast zehn Jahren „autort“ Frau Wagenknecht, wie sie behauptet, an einer „Dissertation“ über ein Thema aus der Nationalökonomie herum.

Dabei soll es sich um einen Forschungsgegenstand handeln, der angeblich nicht mit ihrer „politischen“ Karriere bei der „Links“-Partei zu verwechseln wäre, wohlgemerkt. Was kann das bloß sein?

Das Ergebnis der „wissenschaftlichen“ Weltanschauung der Autorin könnte ebenso beliebig und vorhersehbar sein wie ihre Arbeit „über die Hegelrezeption des jungen Marx“, bei der es sich nach Ansicht von Kennern der Materie um nicht viel mehr als eine mit ein paar Extra-Fußnoten gespickte Hausarbeit aus dem Abschlussjahrgang der Erweiterten Oberschule handeln soll.

Auch bei der „Dissertation“ der ersten, pardon: Ersten Vorsitzenden ist bislang der Wunsch der Vater des Gedankens geblieben. Kein Wunder, hat sich Genossin Sahra doch schon lange auf das verfassen antikapitalistischer Gassenhauer verlegt, die bei ihren Fans und Groupies in der „Links“-Partei reißenden Absatz finden.

Und wenn man den Bedürfnissen dieses Marktes auch weiterhin entsprechen möchte – und das möchten die Autorin und ihr Verlag wohl unbedingt – dann bleibt eben nicht viel Zeit für etwas Anderes; ob es sich bei der „Linken“ doch um einen Buchclub mit angeschlossenem „Politik“-Betrieb handelt?

Irgendwie bekommt jede „Partei“ die Vorsitzende, die sie verdient. Und dass Sarahle viel Sitzfleisch hat und bei Bedarf auch mal medienwirksam zu sitzen versteht, hat sie bereits bei der Visite des israelischen Staatspräsidenten zionistischen Kriegstreibers und Möchtergern-Völkermörders Shimon Peres voll umfänglich unter Beweis gestellt.

Und das nicht etwa nur zum nachdrücklichen Pläsir der NPD-Fraktion im Landtag von Dresden, sondern auch zur aufrecht bekundetetn Freude und Genugtuung all ihrer „israel-kritischen“, palästinasolidarischen Volks-Genoss_innen in jener „Partei“, der eine tonnenschwere Last vom kollektiven Herzen gefallen sein muss, als sie von Frau Wagenknecht und den Ihren in der Wahrnehmung bestätigt wurde, dass die Juden Zionisten da weitermachen möchten, wo das Deutsche Reich in Folge des 8. Mai 1945 zu seinem größten Bedauern aufhören musste, nämlich bei der Vernichtung der jüdischen palästinensischen Nation.

Irgendwie „weiß“ man in der Breite und der Weite der „Linke“-Organisation, was man sich in seiner Funktion als Speerspitze des nationalen Sozialismus und Diktatur des Proletariats bislang noch schuldig geblieben ist. Genau, wie die oben abgebildete Ex-First-Lady des Arbeiter-und-Bauern-Staates mit einem strafrechtlich virulenten Faible für die Dessous des Klassenfeindes aus dem KaDeWe.

Deshalb noch einmal: ein dreifach herzliches „Immer breit bereit“ an die Tochter Autorin ihrer Klasse, die es nun endlich, endlich zu etwas gebracht hat, das man in Ermangelung eines ernstzunehmenden Titels auch auf Visitenkarten und Briefköpfen unterbringen kann. Nun ist Sahra (mit weichem „S“, wie gesagt) also doch noch das geworden, was sie in unserer Republik des Friedens und der PDS nach Ansicht ihres zukünftigen Ex-Großen-Vorsitzenden niemals nicht hätte geworden sein können: Erste Vorsitzende!

Kein Wunder – wurde diese „Berufsbezeichnung“ doch eigens für die Amtsinhaberin kreiert. Und um es ehrlich zu sagen: Wir waren kurzfristig versucht, uns in Autor_innenkollektiv Sahra Wagenknecht umzubenennen, denn irgendwie ist doch och Sahra eene von uns. Und wir sind auch alle Autor_innen, nicht wahr?

PS: Das Duo Brombacher-Wagenknecht hätte vielleicht auch an der symptomatischsten Schnittstelle von wissenschaftlicher Weltanschauung und revolutionärer Wirklichkeit ganz prima funktioniert.

Beispielsweise in Bautzen, in der revolutionären Klammer zwischen Theorie und Praxis auf dem Weg zum Sieg des Sozialismus. Nicht umsonst fällt Sahras zauberhafter Assistentin, Politkommissar Ellen, die Funktion zu, die „Partei“ auf Kurs zu halten (vulgo: Kritiker_innen das Maul zu stopfen), während die Erste Vorsitzende sich von nun an den schönen Dingen des Lebens höheren Aufgaben widmet? Wehe, wenn sie losgelassen.