Für die Befreiung des Stoffwechsels!

Posted on November 26, 2011 von

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koten

(auch zu finden auf „The European“)

Eines der unverzeihlichsten Verbrechen des Kapitalismus an den ausgebeuteten und entrechteten Massen ist die Entfremdung des Menschen von der Natur und von seinen wahren Bedürfnissen sowie deren Unterdrückung.

Als die matriarchalische Gesellschaftsordnung des Urkommunismus durch den Sündenfall der Erfindung des Privateigentums zerstört wurde, erfand die herrschende Klasse den Überbau aus Religion, bürgerlicher Moral, Monogamie sowie Wasch- und Bekleidungszwang. Bis heute leiden die Massen unter den Folgen. Erfreulicherweise finden sich immer mehr Genoss_innen dazu bereit, früh und rechtzeitig diese unterdrückerischen Verhältnisse infrage zu stellen.

Dass sie – im fernen Land der Pharaonen genauso wie hier – durch den neoliberalen Turbokapitalismus so schändlich ausgebeutet und in bittere Armut gestürzt werden, dass sie sich oft nicht einmal Kleidung leisten können, hält die bewusstesten Elemente der kritischen Intelligenz nicht davon ab, sich in den Dienst der fortschrittlichen Sache zu stellen und Zwölfjährige über Liebe™ zu unterrichten – womit selbstverständlich nicht der Austausch von romantischen Briefen, SMS oder Gedanken über eine gemeinsame Zukunft gemeint ist.

Erfreulicherweise haben sie bereits die nötigen Utensilien dabei, um den Heranwachsenden ihre Befreiung erlebbar zu machen, wobei sie natürlich ebenso wenig bestimmte Verhaltensweisen propagieren wie der Chemielehrer, der zur Veranschaulichung der „alkoholischen Gärung“ das halbe Spirituosenregal der nächstgelegenen Kaufhalle in den Unterricht mitbringt.

Dass die Genoss_innen im Unterschied zu zahlreichen Staaten der USA das Wort „Enthaltsamkeit“ wahrscheinlich nicht mal korrekt zu buchstabieren in der Lage wären, ist absolut konsequent. Man darf nicht vergessen, dass zukünftige erwerbsfähige Europäer als Erben des Euro-Rettungsschirms und jahrzehntelanger staatlicher Schuldenpolitik in jedem Fall die Gef***ten sind, unabhängig davon, ob sie mit zwölf noch mit Puppen spielen.

Das progressive Mind Management darf sich jedoch nicht damit begnügen, dass nur noch Spießer und Kleinbürger, die im Augenblick der offiziellen Machtübernahme ohnehin nach Workuta verbracht werden würden, an aufklärerischen Sternstunden dieser Art Anstoß nehmen (und das meist nur, bis die ultimative „Wer sich beschwert, ist wie die Muslime“-Keule ausgepackt wird).

Denn nicht nur Nacktheit und Geschlechtsverkehr sind etwas völlig Natürliches, das nur durch die ungerechten sozialen Strukturen der faschistischen Herrschaft des Menschen über den Menschen lange Zeit stigmatisiert und in die konterrevolutionäre Selbstabgrenzung der privaten monogamen Zweierbeziehung und bürgerlichen Kleinfamilie verbannt wurde. Auch der Metabolismus muss konsequent von allen unterdrückerischen Zwängen befreit werden, die ihm durch Privateigentum, Religion, Yankee-Imperialismus oder Nashville auferlegt sind.

Die Wall-Street-Besetzer haben es vorgemacht und verdeutlicht, dass menschliche Ausscheidungen nicht länger in die Verschlossenheit privater oder öffentlicher Toilettenanlagen verbannt werden dürfen, wenn auch in Parkanlagen, auf Gehwegen oder in den Eingangsbereichen von Einkaufsläden genug Platz dafür ist. Dass die Besitzer das ziemlich scheiße fanden, unterstreicht nur, dass die Bewusstseinsbildung in diesem Bereich erst am Anfang steht.

Auch hier muss das Zwangsschulsystem frühzeitig mit dem Social Engineering beginnen und Schüler_innen, Studierende, Angestellte nicht mehr warten lassen, bis sie in den Pausen die Toilette besuchen können.

Man könnte vielmehr bereits in Bauordnungen die alte Hundertwasser-Idee vom Baummieter umsetzen, um ihnen auch während des Unterrichts oder der Arbeit das jederzeitige kleine Geschäft zu ermöglichen. Und natürlich darf diese Überlegung auch vor dem großen Geschäft nicht haltmachen. Im Zusammenhang mit Letzterem allerdings könnten, um die Reinigungskräfte zu entlasten und die Rutschgefahr zu mindern, in jedem Gebäude Kotbeutelautomaten angebracht werden, um – natürlich auf freiwilliger Basis – die Ausscheidungen einsammeln und bis zu ihrer Entsorgung auf den Tischen aufbewahren zu können. Borat hatte es ja einst vorgemacht.

Wilhelm Reich hat erkannt: Die charakterliche Struktur des heutigen Menschen, der eine sechstausend Jahre alte patriarchalisch-autoritäre Kultur fortpflanzt, ist durch charakterliche Panzerung gegen die innere Natur und gegen die äußerliche gesellschaftliche Misere gekennzeichnet. Die Unterdrückung des Metabolismus gehört dazu und muss überwunden werden!