Füttern verboten!

Posted on November 28, 2011 von

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An einem Herbsttag Ende November flatterte dem rechtspopulistischen Heddesheimblog („Nachrichten & Informationen“), einer Tarnorganisation von Freunden der Countrymusik, Cowboyspielfelmhelden und anderen menschenverachtenden Neokonservativen, die dringend benötigte Abmahnung ins Haus, die diese Feinde der Zensur proletarischen Bewusstseinsbildung auf den Boden der wissenschaftlichen Weltanschauung zurückholen sollte.

Hatten diese erzreaktionären Kreise, über deren Connections zur Partei des zum Bundesverfassungsschutz man weiterhin nur spekulieren kann, sich doch tatsächlich erdreistet, über MdB Christian Ströbele  zu berichten nichts als Lug und Trug und Hetze zu verbreiten, und zwar nicht ohne einen gewissen publizistischen Erfolg, wie aus Klicks und Tweats ersichtlich ist.

Was war geschehen? In seiner Funktion als gelernter Jurist und Ex-Adlatus von Horst Mahler war Herr Ströbele am Weinheimer Waidsee baden gegangen – ja, ja, schon früh war sich der aktuelle grüne Direktmandatsträger des Wahlbezirks 84, Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg (Ost), seiner „politischen“ Vorlieben bewusst.

Und instinktsicher lebte er sie aus, sehr zum Gefallen seiner Wählerinnen und Wähler und seiner Partei, etwa indem er versuchte, Andreas Baader in Stammheim rauszupauken. Versuchte, denn auf seine Versuche, das Recht des Angeklagten Baader auf einen fairen Prozess durch anwaltliche Monologe ad absurdum zu führen, reagierte der Vorsitzende mit einem Ausschluss das RAF-Rechtsbeistandes vom Verfahren.

Sehr zu Herrn Ströbeles Leidwesen behauptete das Berliner Landgericht auch 1982 noch immer, Herr Ströbele habe die ihm dadurch frei gewordene Zeit in den Aufbau der Kommunikationsstrukturen der RAF investiert, der nach der zweiten Verhaftungswelle nötig geworden war, und verknackte Christian Ströbele (damals noch ohne Mandat) deswegen für zehn Monate (runter von erstinstanzlichen achtzehn, auf Bewährung).

Übrigens bestreitet MdB Ströbele bis auf den heutigen Tag die Vorwürfe, und auch vom genetischen Fingerabdruck war er einst nicht richtig überzeugt; womit seinem Mandaten in einem Mordprozess aber nur wenig gedient war, denn der wurde trotzdem verurteilt.

Ströbeles Meinung zu Goethes Farbenlehre und zur Anthroposophie ist nicht allgemein bekannt, aber es ist zu vermuten, dass Herr Ströbele auch hier recht geschickt darin sein könnte, sich sein weltanschauliches Paralleluniversum so zurecht zu zimmern, dass es ihm passt; ihm und seinen Wählerinnen und Wählern im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzaluer Berg (Ost), wie gesagt.

Nun ist es selbstverständlich so, dass man ausgerechnet den Grünen nicht den Klientelismus zum Vorwurf machen kann, schon aus Gründen der „politischen“ Gleichbehandlung mit manchen anderen demokratischen Kräften.

Allein, bei der Vermutung , dass „links-alternativer“ Filz irgendwie besser, moralischer, „politischer“ oder auch nur billiger wäre, als die offiziell-inoffiziellen Verflechtungen staatlicher und  halbstaatlicher Stellen, dürfte es sich um jene zweckdienliche „politische“ Propaganda handeln, aus der sich eine lukrative Einnahmequelle machen lässt; warum schließlich sollte es nicht auch ökologisch befreite Zonen geben, liebe Frau Roth, man darf doch dieses wichtige Thema nicht Ulrich Sahm und Hendryk M. Broder dem Verfassungsschutz den Rechten überlassen!

Ein Gerücht soll es übrigens sein, dass der Polizei-Einsatz zum Preis von ca. 30 Millionen Euro, der im Rahmen des sogenannten „lustigen Schotterns“ im Wendland am Rande der Castoren-Transporte fällig wird, aus Einnahmen nach dem „Erneuerbare Energien Gesetz“ bezahlt werden soll; jener „zivile Ungehorsam“, der gern im selben Atemzug mit der Klage praktiziert wird, die Bahn würde zu viele Strecken in ländlichen Regionen einfach abbauen.

Es handelt sich dabei um dasselbe „politische“ Bewusstsein, das bereits in der letzten Nacht, als sein Debakel anlässlich demokratischer Wahlen ersichtlich wurde, ankündigte, es wolle weitermachen bis zum Endsieg bitteren Ende; jener fundamentalistische öko-pazifistische, orthodox-protestantische Volkssturm Selbstverblendungszusammenhang aus pensionierten Oberstudienräten (m/w) und den geborenen Jungrentner_innen von solid, attac! und wie sie alle heißen.

Wir vom Autor_innen kollektiv Hilde Benjamin solidarisieren uns ebenso spontan wie instinktsicher mit sozialen Protesten vorzugsweise dann, wenn „Widerstand“ in offensichtlichstem Widerspruch zur demokratischen Willensbildung steht; denn es wäre ja Populismus Rechtspopulismus, dem Willen der Mehrheit nachzugeben (ein dreifach sozialistisches Pfui auf den lokalen Dingsbums von der Partei der kritischen Intelligenz, Herrn Kretschmann, der bereits in der Wahlnacht angekündigt hat, er wolle die Verfassung wahren).

Und nur für den Fall, dass die Fahrradständer am neuen Tiefbauprojekt wirklich so weit von den Fahrscheinautomaten und den Wagen der Ersten Klasse angebracht werden sollten, wie es bisher den Anschein hat, haben wir bereits ein wutschnaubendes Protestschreiben an die Deutsche Bahn verfasst, das wir den Freunden der Deutschen Bundesbahn der Stutt-21-Bewegung gerne kostenlos und gratis zur Verfügung stellen möchten, bevor auch wir uns demnächst an ein paar Gleise oder ein paar Kaiserlinden anketten, denn so einfach werden wir der Demokratie dem Rechtspopulismus nicht Platz machen!

Doch zurück zu Herrn Ströbele und seinem Talent, sich seine eigene Wirklichkeit zu schaffen. Unter Beweis stellte er sich und diese seine „politische“ Gabe zuletzt mit jenem Schriftstück, mit dem inkrimiert werden sollte, was dem MdB nicht in den Kram passte und zum Image vom Retter der Witwen und Waisen aufrechten Kämpfer für Terroristen und andere Minderheiten nicht ganz passt.

Es wirft das Geschehene die Frage auf, ob Herr Ströbele, wenn es sein muss, recht typisch werden kann für etwas, das man außerhalb seines Wahlbezirkes auch unter dem wenig schmeichelhaften, aber doch zutreffenden Begriff vom „hässlichen Deutschen“ kennt.

Und es kann für ihn eventuell auch aus einem geradezu nichtigem Grund nötig werden, der Welt zu beweisen, dass er „auch ganz anders“ kann.

Bekam seine Gattin doch bei einem Badeausflug im August etwas an den Kopf, mit dem Angler ihre Beute anzulocken verstehen, eine sogenannte Futterkugel. Was aus zwei Gründen nicht weiter verwundern muss: Zum einen schwammen die Eheleute Ströbele in dem Teil eines naturnahen Freizeitgewässers, in dem nur geangelt, aber nicht geschwommen werden darf.

Und zum anderen ist der Kopf nun mal derjenige Körperteil, der bei Freizeitschwimmern regelmäßig am weitesten aus dem Wasser ragt – wo anders als am Kopf wäre also eine Freizeitschwimmerin wie Frau Ströbele überhaupt zu treffen gewesen?

Nun ist es natürlich nicht schön, sich ungebeten bewerfen zu lassen, und vielleicht auch etwas lästig oder sogar ärgerlich. Aber Futterkugeln sind in etwa so groß wie Flummis und haben die Festigkeit von Scones, jener süßen englischen Brötchen, die sich bei guter Pflege viele Wochen halten.

Es ist nicht bekannt, ob Herr Ströbele zur Abwehr dieses terroristischen Angriffes auf Leib und Leben seiner Angetrauten Heer, Luftwaffe oder Marine an den Weidesheimer Waldsee rufen wollte.

Bekannt ist indes, dass er stattdessen lieber gegen einen 13-jährigen Jungen tätig wurde, ihn in bewährt-projektiver RAF Stammheim „politischer“ Manier als Nazi und Repräsentanten des Schweinesystems Missetäter beschimpfte und dem Jungen die Futterschleuder, vulgo: Waffe, entwendete, mit der das Fischfutter verteilt wird; über die Rolle, die hierbei der Einsatz körperlicher Gewalt gespielt haben könnte, gibt es divergierende Darstellungen der Beteiligten.

Seine Beute, die Futterschleuder Waffe, konfiszierte Herr Ströbele sodann als Beweismittel Nr. 1 in einem von ihm zu diesem Zeitpunkt möglicherweise antizipierten, späteren Strafprozess an Ströbeles eigenem Volksgerichtshof Strafgericht wegen versuchter schwerer Körperverletzung.

Was die mentalen Um- und Zustände des MdB und Ex-Adlatus von Horst Mahler, MdB Christian „Fischfutter“ Ströbele anbelangt, so können wir unseren Leserinnen und Lesern ein Urteil in der Angelegenheit sicher zutrauen; zumindest solange der Konflikt zwischen Herrn Ströbele und der Wirklichkeit nicht zulasten letzterer ausgehen kann.

Es verdient festgehalten zu werden, dass man eine Generation, nachdem man – nach Ansicht des Berliner Landgerichtes – beim Aufbau der RAF mitgeholfen hat, einen 13-jährigen Jungen belästigt und einschüchtert, bei bestem „politischen“ und ökologischen Gewissen. Denn dass die Ströbeles da, wo sie nun mal schwammen, gar nicht schwimmen durften, tut selbstverständlich nichts zur Sache; „selbstverständlich“ aus Sicht von Herrn Ströbele und seiner Frau, die gegen den jugendlichen Anglers umgehend Anzeige wegen „versuchter schwerer Körperverletzung“ erstattete.

Hatte es zuerst noch geheißen, Monsieur selbst habe die wahrlich unaussprechlichen Verbrechen dieses Bengels selbst zur Anzeige gebracht, ist jede dahingehende „Information“ inzwischen auf Intervention seines Anwaltsbüros mit einem Strafgeld von 10.000 Euro plus Anwaltskosten bewährt; und auch die Staatsanwaltschaft Mannheim, die anfangs bestätigte, Herr Ströbele selbst hätte die Anzeige erstattet, besann sich plötzlich auf die offizielle Version eines bessern und behauptet, sich getäuscht zu haben: Es war die Nachtigall, und nicht die Lerche Frau Ströbele, und nicht der MdB.

Vielleicht ist die Ursache für die Verwechselung darin zu suchen, dass die Eheleute Ströbele sich optisch sehr gleichen und von daher dasselbe Personaldokument benutzen könnten? Man kennt diese optische Assimilation von lange verheirateten Eheleuten, und nicht umsonst heißt es ja auch: Wie die Frau, so der Wauwau (wie der Herr, so’s Gescherr, liebe Feminist_innen).

Das ist allerdings nicht die erste Gegendarstellung, die MdB Ströbele erwirkte. Denn auch zu den MfS-Gerüchten aus dem Jahr 2001 um seine angeblichen PLO Connections im Vorwege der Entführung von Flugzeugen („Big Raushole“, Entebbe) erwirkte Herr Ströbele eine Gegendarstellung. Offiziell heißt es nun von seiner Seite:

„Die in diesem MfS-Papier niedergelegten Überlegungen entsprachen keineswegs meiner Sicht der Dinge. Ich befürwortete nicht Terrorhandlungen.“

Herrn Ströbeles Ansichten zum „legitimen Widerstand“ hingegen sind allgemein bekannt.

Wir vom Autor_innenkollektiv Hilde Bejnamin hätten ihm allerding auch nicht die Geschicklichkeit unterstellt, die nötig gewesen wäre, um 1972 im Olympischen Dorf von München die Unterkünfte der israelischen Sportler Mossad-Agenten auszuspionieren.