Wir können auch anders!!

Posted on Dezember 5, 2011 von

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occupy capitol versicherung

In einem bisher nicht dagewesenen Umfang bekennt sich der Austeritätsflügel rings um Deutschlands Wolfgang Schäuble, a.k.a. „Wirtschafts- und Finanzminister“, zu seinen fiskal-„politisch“ feuchten Euro-Träumen.

Und, liebe Genossinnen und –außen allerlei Geschlechtlichkeiten, wir möchten es an dieser Stelle gleich vorwegnehmen: Austerität hat in diesem Fall nichts mit den bekannten, halachisch mehr als fragwürdigen „Vorspeisen“ aus „Meeresfrüchten“ zu tun; schleimige Glibbermuscheln vom Sword- oder Omaha-Beach werden also nicht dadurch plötzlich wie Manna vom Himmel fallen, dass Brüssel sich von Berlin zum wiederholten Male die allerallerstrengste Sparsamkeit verordnen lässt.

Deutschland, so die monetaristischen Gedankenspiele, die durch eine gezielte Indiskretion des Zentralorganes für politisch-ökonomische Desinformation an die Öffentlichkeit gelangten und mit Fotos der zukünftigen Villa Schäuble am Frankfurter Schicksalsfluss garniert sind, würde als eine Art Super-Nanny seine erwiesenermaßen pekuniär nicht voll zurechnungsfähigen Euro-Mündel hart an die Dressurkandare nehmen dürfen.

Warum auch nicht, sollte man meinen, liebe Genoss_innen und –außen allerlei Geschlechtlichkeiten.

Wenn man mal bedenkt, wer oder was nicht alles diese pekuniär doch ziemlich verkrachte Euro-Existenz schon retten sollte; angefangen vom Roten Riesen, der mit seinen hart und illegal erarbeiteten Billiönchen bestimmt auch was Besseres anzufangen weiß, als sie in ein „politisches“ Fass ohne Boden zu stopfen, das mehr dem ideologischen Expansionsdrang überbewerteter Politiker_innen als einer politisch-ökonomischen Vernunft geschuldet zu sein scheint, die diesen Namen verdient.

Auf der Schnitzelpiste im Deutschen Bundestag (den man sich nach allem, was darüber zu erfahren ist, so ähnlich wie Strombergs Capitol Versicherung vorstellen muss) ist von bösen Zungen bereits zu hören, dass Napoléon immerhin noch bis nach Moskau gekommen sei, Hitler irgendwo in den westlichen Vororten umdrehen musste, aber Frau Merkel es nicht einmal über die Curzon-Linie geschafft habe. Immerhin: Nach Brüssel muss man seit ein paar Jahren nicht mehr auf Ketten rollen.

Es besteht dennoch Handlungsbedarf, sonst verläuft das aktuelle Experiment zur Einheit Europas ähnlich katastrophal wie seine Vorgänger-Projekte, und auch mit diesen unsäglichen Relativierungsversuchen der historischen Selbstverteidigung des ganzen deutschen Volkes gegen die „Plutokratien des Westens“ und das „zionistische Weltkapital“ muss endlich Schluss gemacht werden.

Bei der Außenministerkonferenz am letzten Donnerstag in Brüssel jedenfalls hat Deutschland sich in der Tradition seiner historischen „Friedenspolitik“ der Jahre 1933 bis 1945 sehr für eine Mäßigung eines der EUdSSR von Kriegstreibern und Cowboyspielfilmhelden, zuvorderst der Französischen Republik und der Regierung Ihrer Majestät, aufgezwungenen Sanktions-Kataloges gegen den iranisch-islamischen Wohlfahrtsstaat eingesetzt.

In den Kreisen der deutschen Friediotie sind die Ränzlein schon geschnürt um bei Bedarf sofort gen Teheran zu marschieren und sich dort als menschlicher Schutzschild gegen die zionistische Aggressionspolitik zu positionieren.

Aber auch das offizielle Deutschland steht weiter fest an der Seite des Mullah-Regime, sehr zur Freude des lokalen Geschäftsträgers, der noch vor zwei Monaten die unverbrüchliche, historische Freundschaft zwischen Deutschland und der Islamischen Republik Iran mit einem dreifach herzlichen Helau Hurra auf die „Völkerfreundschaft“ hochleben ließ:

„Es gibt nicht viele Völker, die wie Deutsche und Iraner über Jahrhunderte hinweg einen lebhaften Austausch gepflegt und daraus Freundschaft, Vertrauen und enge Beziehungen entwickelt haben. Dies stellt einen historischen Schatz dar, den es zu bewahren gilt.“ (Bernd Erbel, Ansprache zum Tag der Deutschen Einheit in Teheran, 3. 10. 2011)

Der deutsche Chargé hat nun – im Nachgang zu diesem etwas überschwänglichen Hausbesuch Erich friedliebender iranischer Studenten (sorry, liebe Feminst_innen, keine Frau weit und breit), den das hysterische Cameron-Regime natürlich äußerst zweckdienlich falsch zu inszenieren verstanden hat – seinen medienwirksamen Akt der Symbolpolitik am Werderschen Markte absolviert, und seinen Dienstherrn an jedem Tag zum Mittagessen ausgeführt; böse Zungen munkeln, Dr. Guido Westerwelle habe Bernd Erbel nur deshalb zurückbeordert, weil es ihm zwischen 12 und 14 h mit seinen Schnittchen im Büro immer so traurig und so einsam wurde.

Eine „Völkerfreundschaft“, deren Mullah-Verfassung MdB Lucrezia „Luc“ Jochimsen von der deutschen „Links“-Partei auch dem Staat des Grundgesetzes als Vorbild empfiehlt; vermutlich sehr zur Freude von Ruprecht Polenz (CDU) und seiner islamisch-iranischen Allparteienallianz: Es handelt sich um jenen Münsterländer MdB, der sich nicht mal den Finger in der Nase brechen könnte, und über dessen zukünftigen Verbleib weiterhin abgestimmt werden kann.

Doch zurück zu den sparpolitischen Euro Hot Wheels, die sich in Berlin warmzulaufen beginnen, und ihren Plänen für ein friendly take-over der Brüsseler Beamtendiktatur. Die Ardennen-Offensive war schließlich nur der Anfang und alle, die mitmachen wollen, treffen sich noch vor Weihnachten zu einem Glühwein am Männeken Piss, wo ihnen dann pour la mérite etwas an die Brust geheftet werden wird, das nach Eichenlaub Ruccola mit gekreuzten Schwertern Cassa-Zeichen aussieht.

Doch genau was schwebt dem rheinischen Kapitalismus (vulgo: Planwirtschaft mit Pfefferminzgeschmack) als erste und wichtigste Maßnahme vor? Richtig, die Errichtung einer neuen Super-Behörde! Ein Meer Mehr an Arbeitsplätzchen ist garantiert, und um den Begehrlichkeiten etwaiger zukünftiger grüner Koalitions-Partner bereits im Vorwege zu entsprechen, sollte schon mal überlegt werden, inwieweit irgendeine „CO2-Komponente“ in die „Sparpläne“ integriert werden kann.

Andernfalls wäre nämlich nicht gewährleistet, dass die Fans und Groupies der Europa-Partei von Claudia Roth und Cem Özdemir auch morgen noch ihre überteuert erstandenen Hypothekenhügel in den „Szene“-Lagen von Hamburg, München und Berlin finanzieren können. Sie sehen, verehrte werte Genoss_innen und –außen allerlei Geschlechtlichkeiten: Wenn jede/r nur an sich selbst denkt, ist doch an alle gedacht – oder etwa nicht?

Und wenn der Sparbehörde der Haushaltsplan der EU-Clubmitglieder nicht passt, dann ist aber was los:

„Verstößt die veranschlagte Verschuldung gegen die Defizitkriterien, schicken die Brüsseler Beamten den Entwurf zur Überarbeitung zurück.“

So weiß es die FAZ, und es wird also auf die Capitol Versicherung Bundespost jede Menge Mehrarbeit zukommen, angesichts der Haushaltspläne, die da jeweils zurückgeschickt werden müssen. Die einzige „Überarbeitung“ jedoch wird bei den unterbezahlten, tertialisierten Postlern geschehen, denn dreimal fromm in Sesselkissen gepupt, und in Brüssel geht es weiter, wie gehabt – wozu hat man sich schließlich für den Staatsdienst qualifiziert?

Während man in Deutschland – historischer Experte auf dem Gebiet – zuvörderst davon überzeugt zu sein hat, dass das alles völlig demokratisch ist, was per Brüssel existiert. Zwar leistet sich der Ministerrat eine Schwatzbude, gegen die sich das Parlament Wilhelms von Oranien geradezu wie ein revolutionäres Rädel am Rande zur Weltrevolution ausnehmen muss, aber was ist denn schon dabei, Stichwort: Aufhebung der Souveränität?

„Den nationalen Instanzen bliebe überlassen, ob sie lieber die Renten kürzen oder die Mehrwertsteuer erhöhen, um das Haushaltsdefizit abzubauen.“

Naja, angesichts solcher Alternativen wird die „politische“ Entscheidung  nicht schwer fallen, denn wer sich aus der Schnabeltasse ernährt, sollte den Mund lieber nicht so voll nehmen – ergo: Zusammenlegung aller Rentner, jetzt!

Eine Hoffnung aber bleibt:

„Ist ein Land erst einmal so pleite wie Griechenland, kann man ihm kein Geld als Strafe mehr abpressen. Eine weitere Idee lautet, betroffenen Ländern ihr Stimmrecht in den europäischen Institutionen für einige Zeit zu entziehen.“

Ob das eine Strafe ist? Hoffen wir, dass Deutschland seine Liebe zur Klassik wiederentdeckt, und schon bald für ein paar Jahre oder auch für immer die Klappe halten muss.